Die Angst ist ein Monster

Über das Leben mit einer psychischen Erkrankung

 

Diese Angst, diese verdammte Angst. Sie ist ein Monster, das mich quält. Ein Terrorist in meinem eigenen Körper. Sich ständig selbst zu bekämpfen, ist ein einsamer Kampf. Ein Krieg, den ich alleine auszufechten habe. Niemand, der mir Rückendeckung gibt, der mich an der Front ablöst. Keine Luft zum Atmen, keine Zeit zu verschnaufen. Nicht stehenbleiben, immer weiter. Die Angst verfolgt mich, Sie jagt mich bis zur Erschöpfung. Habe Angst zu stolpern, zu fallen und von ihr überfallen zu werden. Ich will mich verstecken, mich ausruhen, verschnaufen. Wie ein Hamster im Laufrad laufe ich weiter, bis ich nicht mehr kann…

Eine kurze Metapher, die das Leben mit einer psychischen Erkrankung beschreibt. Eine Gefühlswelt, die Außenstehende weder sehen noch verstehen. Eine Depression, eine Angst- oder Essstörung sind in den meisten Fällen eben nicht „offensichtlich“. Der Betroffene leidet innerlich und zerbricht immer mehr beim Versuch, die heile Fassade aufrechtzuerhalten. Weil eine psychische Erkrankung in der Gesellschaft nach wie vor häufig stigmatisiert wird. Warum wird die Seele weniger wertgeschätzt als der Körper? Eine Depression breitet sich im Inneren eines Menschen ebenso aus wie ein Tumor, der überall seine Metastasen verteilt. Es gibt eben Probleme, Traumata und belastende Situationen, die sich nicht einfach weglächeln lassen. Wird der Krebs nicht bekämpft, stirbt der Patient irgendwann. So ähnlich ist es mit der Psyche. Irgendwann kommt es zum psychischen Zusammenbruch, wenn der Top-Manager seine 70-Stunden-Woche nicht mehr schafft, die übertrieben ehrgeizige und selbstkritische Studentin ihre „nicht perfekte“ Seminararbeit aus Panik und übertriebenem Perfektionismus in tausend Stücke reißt oder die junge Mutter vor lauter Überforderung vergisst, wie sie die Milch ihrer Tochter erwärmen muss. Uns alle, so unterschiedlich wir auch sind, eint eins: Dass wir Menschen sind! Wir alle haben Grenzen und wir verdienen Hilfe. Ich wünsche mir, dass diese Tabuisierung psychischen Leids irgendwann aufhört. Dass man auf die Frage „Wie geht’s dir?“ endlich auch ehrlich antworten darf.

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