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Muskeln statt Hungerhaken: Eine neue Weiblichkeit?

Hungerhaken und Klappermodels schwirren zwar immer noch auf den Laufstegen der Fashionwelt herum, aber viele erfolgreiche Frauen eifern inzwischen einem anderen Ideal nach. Eines, das sich nicht nur um Schönheit dreht.

 

Gym statt Diät

Auf Instagram und anderen sozialen Netzwerken ist zu beobachten, dass viele junge Frauen heute vor allem eines sein wollen: fit. Sie befeuern damit einen Trend. Fitness schlägt Fußball. Immer mehr Sportler gehen heute ins Fitnessstudio – statt auf den Bolzplatz. Also Rückentraining, Power Cardiolates und Hantelbank statt Stadion.

Mehr als neun Millionen Deutsche sind heute Mitglied in einem Fitnessstudio, jeder Fünfte zwischen 15 und 65 Jahren trainiert. Im Fußballverein kicken derzeit 6,8 Millionen. Das sagt eine aktuelle Studie der Unternehmensberater von Deloitte. Der Frauenanteil an der Gesamtzahl aller Fitnessstudio-Mitglieder ist auf mehr als 56 Prozent geklettert. Jedes zweite Gerät ist also von einer Frau belegt. 

Hantelbank und Freilufttraining

Hinzu kommen Freilufttrends wie Nature Fitness oder Outdoor Circuit – eine Art Zirkeltraining in der Stadt. Auch Calisthenics praktizieren etliche Frauen. Das ist eine Trainingsform, die nur das eigene Körpergewicht nutzt und zuallererst auf Spielplätzen geübt wurde.

Rachel Kowalski ist Teil dieser neuen Frauenbewegung. Sie hat Modedesign studiert, für die Modehauskette Peek und Cloppenburg entwarf sie eine Laufkollektion. Inzwischen arbeitet sie beim Fitness-Mode-Label Gym Aesthetics.
Die 23-Jährige erklärt, was die neue Weiblichkeit ausmacht: „Es ist egal, ob du groß oder klein bist, ob du eine kräftige oder eine schlanke Statur hast – es kommt vielmehr darauf an, was du daraus machst.“

Wertschätzung durch Fitness

Immer mehr Frauen arbeiten an einem durchtrainierte Körper  – Andrea Maihofer ist Professorin für Gender-Studies an der Universität Basel und erklärt das Szenario so: „Muskeln sind auch unter ,normalen Frauen angesagt“ – das sei vor dem Hintergrund zu sehen, dass sich die gesellschaftlichen Leitbilder von Weiblichkeit und Männlichkeit angenähert hätten.
Frauen wollen Muskeln zeigen, weil diese beruflichen Erfolg symbolisieren wie nur wenige Accessoires. Auch Frauen disziplinieren ihren Körper, um im Job bestehen zu können, sagte Maihofer dem Schweizer Magazin die Weltwoche. Das Schönheitsideal Athletin stehe als Symbol: Frauen wollen den Männern auf jedem Feld gleichberechtigt entgegentreten: gesellschaftlich, beruflich und physisch.

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