Foto: Emma Watson I Offcial Facebook

Emma Watson: Gleichberechtigung ist auch ein Thema für Männer

Mit der UN hat die Schauspielerin Emma Watson die Kampagne „He for she“ gelauncht. Ihre Rede für Gleichberechtigung erhielt weltweit Beachtung.

 

Rede vor der UN

Die Vereinten Nationen haben am Wochenende eine große Kampagne für Geschlechtergerechtigkeit gestartet: “He for she“. Bei der Vorstellung der Kampagne in New York hat die Schauspielerin Emma Watson, die sich seit diesem Jahr UN-Sonderbotschafterin für Frauen- und Mädchenrechte nennen darf, eine viel beachtete Rede gehalten, in der ein Thema im Mittelpunkt stand: Männer als Mitstreiter für Gleichberechtigung gewinnen. Emma Watson wandte sich in ihrer Rede direkt an Männer und sagte: „Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist auch euer Thema.“ Denn Männer, so erklärte sie anhand von Beispiele wie der Rolle von Vätern oder dem Druck der typisch „männlichen Karriere“, seien ebenfalls in einigen Bereichen nicht gleichberechtigt, und könnten nicht frei von starren Geschlechterrollen leben. „Es geht um Freiheit“, brachte sie das Anliegen von Menschen, die sich für Gleichberechtigung einsetzen, auf den Punkt.

Watson richtete sich zudem an Menschen überall: „Kein Land der Welt kann aktuell sagen, dass es bereits echte Gleichberechtigung erreicht hat.“ Kurz nach ihrer Rede drohten Hacker Watson damit, Nacktfotos von ihr zu veröffentlichen, um ihr heimzuzahlen, dass sie sich öffentlich zum Feminismus bekannt hat.

Prominente Feministinnen

Watsons Rede wurde bei den Vereinten Nationen mit Standing Ovations aufgenommen und hat für weltweite Berichterstattung gesorgt. Unter Feministinnen stößt sie auf geteilte Meinungen, wie so oft, wenn prominente Frauen sich für Geschlechtergerechtigkeit engagieren und den Diskurs an anderer Stelle aufnehmen: Dort, wo er mainstream-kompatibel ist. Meredith Haaf erörterte dieses Thema kürzlich am Beispiel von Beyoncé in der Süddeutschen Zeitung und schrieb zur Kritik an der Sängerin: „Tatsächlich ist es genau diese scheinbare Widersprüchlichkeit zwischen zur Schau gestellter Sexualität, überdimensionalem Ego und politischem Bewusstsein, die Beyoncé als Botschafterin der Gleichberechtigung so wichtig und attraktiv macht.“

Der Kampf um Gleichberechtigung ist vielschichtig und muss auf viele Schultern verteilt werden. Jede neue Mitstreiterin, jeder neuer Mitstreiter können dabei wertvoll sein und sowohl im Kleinen als auch im Großen etwas bewegen. Dass die UN nun Männer dazu motivieren will, sich zum einen für Frauen zu engagieren und zum anderen ihr eigenes Geschlechterbild zu hinterfragen, ist ein weiterer Beitrag für feministisches Engagement, der hoffentlich etwas anstößt.

„Hermine“ erreicht Mädchen

Emma Watsons Rolle darin muss nicht als die Frau gelabelt werden, die Feminismus „männerfreundlich“ machen will. Sie hat wie Beyoncé vor allem Bedeutung als Vorbild für jüngere Menschen und insbesondere Mädchen, die bislang mit Gleichberechtigung als politisches Thema nicht in Berührung gekommen sind. Dass dort Hermine  – die Rolle in „Harry Potter“ über die Watson bekannt wurde – steht und kritisiert, dass egal wo, Gleichberechtigung noch immer nicht erreicht ist, Frauen weniger Geld für die gleiche Arbeit bekommen oder Mädchen von Bildung ausgeschlossen werden, ist vor allem wichtig dafür, Mädchen zu zeigen, dass Feminismus eine Haltung ist, die zu jeder Frau passt und die nicht an Stereotype gebunden ist. Denn für Feminismus ist vielleicht noch wichtiger als männliche Mitstreiter zu gewinnen, die Frauen und Mädchen ins Boot zu holen, die denken, dass Gleichberechtigung längst erreicht sei oder politisches Engagement nichts für moderne, selbstbewusste Frauen ist. Denn das Gegenteil ist der Fall: Es geht nicht darum, ob eine Frau selbst Feminismus nötig hat, oder „es allein schafft“. Wer Selbstbewusstsein, Bildung, oder wie Emma Watson Prominenz hat, kann das nutzen, um Menschen eine Stimme zu geben, die nicht gehört werden.

Hier ist Emma Watsons Rede im Video:

Linktipps

Antje Schrupp über „Männer und Feminismus“.

Wolfgang Lünenbuerger-Reidenbach darüber, wie er die Rede aus Sicht als Vater wahrnahm.

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