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Grüne Banken – lohnt sich das eigentlich?

Nachhaltigkeit und Finanzen sind Themen, die wir nicht automatisch miteinander in Verbindung bringen. Dabei ist es heute einfacher denn je, zu einer nachhaltigen Bank zu wechseln. Warum sich das lohnt und wie der Wechsel funktioniert, erfährst du in diesem Beitrag.

 

Viele von uns versuchen, unseren Alltag nachhaltig zu gestalten. Dies reicht von der Wahl des Transportmittels über die Ernährung bis zur Kleidung.

Zunehmend kommt auch die Frage nach der Verbindung von Nachhaltigkeit und unserem Geld. Gleichzeitig ist das Thema Finanzen so groß und gefühlt so überwältigend, dass wir auf die Frage keine befriedigende Antwort finden. Unser Verhalten zu ändern, scheint fast unerreichbar. Dabei gibt es immer mehr Möglichkeiten, unser Geld nachhaltig anzulegen. 

Der erste Schritt ist dafür die Wahl der Bank, bei der wir unser Konto (oder unsere Konten) haben.

Warum ist die Wahl der Bank so wichtig?

Geld ist Macht. Money makes the world go round. Durch unser Geld können wir beeinflussen, in welche Richtung sich die Welt dreht. Diese Möglichkeit haben wir einerseits unmittelbar durch unseren Konsum (oder die Entscheidung, nicht zu konsumieren).
Zum anderen können wir aber auch unser Geld – unsere Macht – zielgerichtet
abgeben und dadurch entscheiden, wer diese Macht bekommt. Diese Person kann dann in unserem Namen mit unserem Geld die Welt beeinflussen.  

Wenn wir ein Girokonto bei einer Bank haben, kann diese Bank mit unserem Geld machen, was sie für richtig hält. Bei einer herkömmlichen Bank heißt das im Normalfall, dass es kaum moralische Richtlinien gibt. Es geht primär darum, das Geld sicher und profitabel anzulegen. Sicher und profitabel können Investitionen in erneuerbare Energien sein, das können aber auch Ölplattformen oder die Rüstungsindustrie sein.

Betätigungsfelder normaler Banken

Herkömmliche Banken sind besonders stark in diesen drei Bereichen investiert:

  • Rüstungsindustrie: Deutsche Finanzinstitute investieren in Milliardenhöhe in Geschäfte mit (Atom-)Waffen-Herstellern. 
  • Lebensmittelspekulation: Herkömmliche Banken wetten gerne darauf, dass sich die Preise von Agrarrohstoffen – also Nahrungs- und Futtermittel wie Reis, Weizen, Mais oder Kartoffeln – verändern werden. Preise einer Ware steigen, wenn diese Ware knapp wird. Das heißt also, dass die Finanzinstitute darauf spekulieren, dass Grundnahrungsmittel knapp werden, weil dadurch diese Nahrungsmittel teurer werden. Dass eine Nahrungsmittelknappheit insbesondere in Entwicklungsländern schnell zu einer Hungersnot werden kann, scheint für die Banken nicht von Bedeutung zu sein.
  • Herkömmliche Energieträger: In Deutschland haben wir gerne das Gefühl, dass wir mit der Energiewende Vorreiter in Richtung erneuerbare Energien sind. Leider unterstützen unsere Banken diesen Wandel nicht, denn sie investieren weiterhin große Summen in den Bau von Minen und Kraftwerken.

Transparenz? Lieber nicht.

Die Banken wissen natürlich, dass viele Kunden diese Aktivitäten eigentlich nicht unterstützen möchten. Deswegen verpacken sie diese Informationen gerne in unübersichtlichen Berichten und Zahlenreihen. Zudem haben sie teilweise Tochtergesellschaften in Steueroasen, durch die sie zweifelhafte spekulative Geschäfte betreiben und undurchsichtige Fonds auflegen können.

Gibt es Alternativen?

Es gibt in Deutschland sehr gute, nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Banken. Die Anzahl der nachhaltigen Banken – auch grüne Banken oder Ethikbanken genannt – wächst stetig. Diese grünen Banken verzichten nicht
nur auf die oben genannten Investitionen, sondern investieren gezielt in nachhaltige Projekte und Unternehmen.

Eine nachhaltige Bank hat klare ökologische, soziale und ethische Richtlinien, nach denen sie ihre Investitionen ausrichtet. Diese Richtlinien legt sie offen und transparent dar und fordert von allen Geschäftspartnern, dass sie diese Richtlinien befolgen. So investieren nachhaltige Banken nicht in Rüstungsindustrie, fossile Brennträger oder Unternehmen, die Kinderarbeit
zulassen. Bei nachhaltigen Banken steht nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund. Es geht darum, auf der Basis einer offenen und fairen Zusammenarbeit sowie einer nachhaltigen Wirtschaftsweise Gewinne zu erwirtschaften.

Und jetzt?

Wenn du dich entschieden hast, zu einer nachhaltigen Bank zu wechseln, bleibt die Frage: zu welcher? Zu den bekanntesten und bewährtesten Banken in Deutschland zählen die EthikBank, die GLS Bank, die Triodos Bank und
die UmweltBank. Einen Vergleich zwischen den Angeboten für ein Girokonto
findest du zum Beispiel hier: https://utopia.de/ratgeber/girokonto-vergleich-oekobanken/

Und wie?

Der Wechsel zu einer neuen Bank war früher furchtbar kompliziert. Was viele nicht wissen: Seit 2016 sind Banken dank Zahlungskontengesetz verpflichtet, die Kunden beim Bankwechsel zu unterstützen. Das heißt, dass du deiner neuen Bank den Auftrag zum Kontowechsel erteilst. Die neue Bank holt sich alle notwendigen Informationen wie Daueraufträge oder Lastschriftmandate von deiner alten Bank, und innerhalb von fünf Tagen ist der Umzug über die Bühne. Fertig!

Gutes tun – ganz einfach

Für viele von uns ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema. Wenn wir aber das Gefühl haben, ein Thema nicht zu verstehen, verschließen wir die Augen davor oder trauen uns nicht, den Schritt zu gehen. Finanzen ist ein Thema, vor dem viele Menschen die Augen verschließen. Dabei ist der Wechsel zu einer nachhaltigen Bank weder aufwendig noch teuer. Wir sollten ihn gehen, wenn
wir sicher sein wollen, dass unser Geld nicht gegen unsere Ansichten eingesetzt
wird. Jeder Schritt in die richtige Richtung zählt.

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