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Heimweh.

Als wir vorhin in einem kleinen deutschen Geschäft Wienerle, Leberwurst und Brezeln eingekauft haben, habe ich eine kleine Reise in mein liebes Deutschland erleben dürfen. In der Schlange am Wurststand konnte ich beobachten, wie eine ältere Dame ihrer Freundin riet: „Liebes, reg dich nicht so auf, das ist nicht gut für dein Herz“ und mir ging das Herz auf. In der Schlange an der Kasse konnte keiner abwarten, als Erster dranzukommen und ich schmunzelte bezüglich der Konflikte unter den anderen.

Manchmal habe ich Heimweh.

 

Es kommt meistens in Schüben, ist absolut unvorhersehbar und überrascht mich immer wieder mit einer starken Gewalt.

Dann vermisse ich es, an einem schönen Sommertag im Biergarten zu sitzen und ein kühles Radler zu genießen. Oder mich mit unseren Freunden am See zu treffen oder beim Kaffee oder am Wochenmarkt. Sowieso vermisse ich unsere Freunde unglaublich.

An solchen Tagen vermisse ich es, zu Fuß oder mit dem Fahrrad alles erreichen zu können. Ich vermisse es, unsere Familien besuchen zu können.

Ich vermisse Wurst, knuspriges Brot, Brezeln, Rapunzel Sambacreme, gute Butter und guten Käse. Ich vermisse den Geruch in einer Bäckerei oder Metzgerei.

Möglicherweise fragen sie nicht jeden, wie es ihm geht oder begegnen nicht jedem mit einem herzlichen Lächeln wie die Amerikaner, aber die Deutschen haben vieles in sich, dass man an der Oberfläche nur oft nicht sehen kann. Vor allem Zuverlässigkeit und die Eigenschaft, anderen zu zeigen, dass sie für einen da sind.

Diese Momente oder Tage, wenn ich Heimweh habe, sind echt scheiße.

Dann möchte ich mich am Liebsten einfach wieder zurück beamen. Ich möchte miterleben, wenn Babies unserer Freunde das Licht der Welt erblicken und möchte daran teilhaben, wie die Kinder unserer Freunde groß werden. Ich möchte Geburtstage feiern, neue Jobs, neue Ereignisse oder einfach nur so. Einfach nur so.

Diese Momente vergehen, das habe ich in den letzten Monaten gelernt. Aber sie kommen auch immer wieder.

Was ich dann mache?

Ich versuche in solchen Momenten, mich auf das Schöne hier in Kalifornien zu konzentrieren. Ich fahre an den Strand und denke mir: das Meer wird es schon richten.

Und das tut es. Das Meer ist dann meine Verlässlichkeit. Es schwemmt meine Sorgen und Tränen für eine Weile fort und auch wenn es sie immer wieder zurück spült, schenkt es mir in diesem Moment solch eine Kraft, dass ich weiß, dass ich hier alles bewältigen kann.

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