Foto: Nico Bekasinski

Franziska von Kempis: „Noch viel mehr Menschen sollten einfach mal machen“

Für ihr Engagement im Netz muss Franziska von Kempis aka „Die besorgte Bürgerin“ sich täglich mit Hasskommentaren auseinandersetzen. Weitermachen will sie trotzdem.

 

Politische Bildung auf Youtube

Die „Besorgte Bürgerin“ ist keine Pegida-Anhängerin, die per Videokolumne Hassbotschaften verbreitet, sie tut das genaue Gegenteil: die Journalistin Franziska von Kempis hat ein Youtube-Format entwickelt, um aufzuklären, wie man zum Beispiel Falschmeldungen im Netz erkennen kann oder welche Forderungen das AfD-Wahlprogramm enthält und was sich mit ihnen ändern würde. Als Chefredakteurin der Medieninitiative Mesh Collective produziert Franziska weitere Bildungsformate, zum Beispiel für die Bundeszentrale politische Bildung. 

Ihr persönliches politisches Engagement hat für Franziska dabei auch negative Konsequenzen: Kommentare weit unter der Gürtellinie, Beleidigungen und Drohungen per Mail. Sie macht trotzdem weiter. Weil uns ihr Einsatz inspiriert, haben wir die „Besorgte Bürgerin“ zum Start der Female Future Force Academy interviewt, denn das Coaching-Programm beinhaltet auch einen Themenschwerpunkt zu Aktivismus und Engagement, der mehr Menschen ermutigen soll, sich politisch zu engagieren.

Hast du dich schon einmal komplett neu erfunden?

„Selber vor die Kamera zu gehen und als Besorgte Bürgerin Videos zu machen, war zwar keine direkte Neu-Erfindung meiner Selbst, aber definitiv eine komplett neue Erfahrung, bei der ich auch jetzt immer wieder an meine eigenen Grenzen gehe.“

Wann hast du zuletzt einen anderen Menschen dazu bewegt, mutig zu sein?

„Ich hoffe, ich tue das, zumindest im Kleinen, mit jedem meiner Videos. Für mehr Frauen, die sich vor der Kamera und/oder überhaupt im Netz gesellschaftspolitisch äußern wollen, für mehr Information gegen Falschmeldungen und Desinformation im Netz, für mehr Contenance, Haltung und Sachlichkeit im gesellschaftlichen (Online-)Diskurs.“

Welche Erkenntnis hat dich im Leben entscheidend weitergebracht?

„Manche Sachen sollte man einfach selber machen – oder zumindest ausprobieren. Zum Beispiel Videos zu gesellschaftspolitischen Themen produzieren.“

Was ist deine Super-Power?

„Schnelle Begeisterung. Und eine hochgezogene Augenbraue im richtigen (und manchmal falschen) Moment.“

Warum gehen die Themen Weiblichkeit und Zukunft für dich Hand in Hand?

„Die Eine gibt es nicht ohne die Andere. Die Zukunft ist sowieso weiblich. Punkt. Und Ausrufezeichen!“

Was ist entscheidend dafür, dass Netzwerke gut funktionieren und etwas bewegen können?

„Netzwerke müssen zugänglich sein. Netzwerke sollten ein klar erkennbares Ziel verfolgen. Und jede von uns kann und sollte sich selbst ihr eigenes Netzwerk aufbauen, was dann nochmal besser funktioniert, weil es auf dich persönlich zugeschnitten ist.“

Was müssen wir jetzt bewegen, damit die Zukunft sich für alle in eine positive Richtung wendet?

„Ich glaube, dass vieles schon auf dem Weg in eine positive Richtung ist. Aber natürlich braucht es sehr viele, die an einer gemeinsamen Zukunft mitarbeiten. Ich wünsche mir also: Noch viel mehr Menschen, die einfach mal machen. Und was tun. Und sich einsetzen. Und dafür auch Anerkennung bekommen.“


Wir brauchen noch viel mehr Frauen und andere Menschen, die sich politisch engagieren, so wie Franzi von Kempis. (Bild: twitter.com/franzikempis)

Welcher Mann und welche Frau haben dich in deinem Leben besonders inspiriert und wieso?

„Das ist wirklich schwer. Der ,Besorgte Bürger‘ hinter der Kamera, Tense, weil er alle meine Vor-der-Kamera-Launen erträgt und weil es nur mit ihm diese Besorgte Bürgerin im Netz gibt. Alle meine Freundinnen, weil sie mich inhaltlich mit Rat und Tat unterstützen und immer zuhören, wenn die Besorgte Bürgerin gerade eine besonders fiese Kommentarwelle abbekommt. Zudem finde ich eigentlich jede Woche jemand Neues, der oder die mich (positiv wie negativ) inspiriert, weil er/sie schreibt, eine Rede hält, ein Video online stellt, mich in der Bahn anlächelt und/oder mit einem Kommentar zur Weißglut treibt.“

Welchen Rat würdest du heute deinem jüngeren Ich geben

„Tief durchatmen. Und so weitermachen, wie bisher. Vielleicht ein bisschen weniger Planungswut. Das lässt zu wenig Freiraum zum Ausprobieren (zum Beispiel selber Videos zu drehen) und du wartest dann länger als notwendig mit manchen Sachen (zum Beispiel selber Videos zu drehen).“

Nicht nur reden, sondern machen: Das ist unsere Herangehensweise an das Thema Female Empowerment. Deshalb haben wir uns ein Programm ausgedacht, das die wichtigsten Themen beinhaltet, die uns alle immer wieder auf dem persönlichen und beruflichen Weg begegnen. Themen, an denen wir wachsen können. Und das durch persönliche Erfahrung und echtes Wissen – das geben unsere Experten und Coaches an dich weiter – zu einem Preis, der 
für alle machbar ist. 

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Wenn du denkst: Endlich macht sich jemand mal Gedanken und quatscht nicht 
nur. Und endlich gibt es ein Programm, das mich ganz persönlich 
begleitet, weiterzukommen. Dann ist die Unterstützung für die FEMALE FUTURE FORCE Academy genau dein Ding!

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