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Liebe Gilmore Girls-Fans, das Ende ist nicht das, was ihr denkt

Achtung, dieser Artikel beinhaltet Spoiler. Seit Wochen fiebern viele von uns dem Revival unserer Lieblingsserie Gilmore Girls entgegen. Nun, da die letzten vier Folgen endlich veröffentlicht wurden, gehen die Meinungen stark auseinander. Wir haben einmal zusammengefasst, warum wir die verbreitetste Theorie über das Ende für völligen Schwachsinn halten.

 

Eine Achterbahn der Gefühle beim Gilmore Girls-Revival

Ich war enttäuscht, als ich am Samstag Nacht um halb 4 Uhr die letzte Folge der neuen Gilmore Girls Staffel zu Ende geschaut hatte. In meinem Kopf war nur ein Gedanke: „Es hätte so schön werden können.” Ich hatte mich gefreut, zurück nach Stars Hollow zu kommen, mich über Kirk kaputt zu lachen, bei jeder Aktion von Luke anzumerken, „Das ist der beste Mann der Welt”, und das Wichtigste: Lorelai und Rory wieder zu sehen und mit ihnen in jeder Lebenslage mitzufühlen. Das mit Kirk und Luke hat einigermaßen funktioniert, allerdings war ich bei Folge 3 irgendwann soweit, dass ich jedes Mal, wenn Rory etwas gesagt hat, gedacht habe: „Kann ihr bitte jemand eine Realitäts-Ohrfeige verpassen?”

Ab hier: Achtung Spoiler, wer die Folgen noch nicht gesehen hat und sich nicht alles versauen will, liest jetzt bitte nicht weiter. Stattdessen könntet ihr das lesen:

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Netflix, was hast du aus Rory gemacht?

Es war alles vorbereitet für den perfekten Serienmarathon: Pizza, Muffins, Chips, zwei wunderbare Gilmore-Girl-Bingewatching-Gefährtinnen und ein gemütliches Bett, in dem wir wie die Hühner auf der Stange voller Erwartungen saßen und Netflix starteten. Wir waren sowas von bereit lauthals „WHERE YOU LEAD I WILL FOLLOW” zu singen, aber nein, das Lied kam nicht. Erste Enttäuschung.

Zwar hat sich Stars Hollow nicht verändert, dafür aber die Bewohner. Manche sind alt geworden (bei Miss Patty habe ich mich kurz erschrocken), manche altern wohl nie (Babette, Gypsy, wie macht ihr das?) und wiederum andere waren wohl ein paar mal beim Beauty-Doc um nicht älter auszusehen. Die neue Stimme von Emily Gilmore verwirrt zwar am Anfang, aber daran kann man sich gewöhnen.

Nach der ersten Folge war ich ein bisschen in Schockstarre: Was haben sie nur aus Rory gemacht? Während ihre Freunde von früher alle mitten im Leben stehen, irrt sie in der Weltgeschichte herum, sucht ihr Glücksoutfit sowie ihre Unterwäsche und ist in jeder Hinsicht gescheitert. Wir waren voller Zuversicht, als sie 2007 in die große, weite Welt hinaus zog, um Karriere zu machen. Das war ihre Chance, sich endlich von ihrer Mutter zu lösen und ihr eigenes Leben zu leben. Mit 32 ist sie allerdings eine arrogante, unzufriedene Frau geworden, die nichts auf die Reihe bekommt, aber immer noch denkt, sie sei der Nabel der Welt. 

Neben dem latenten Hass auf Rorys Unfähigkeit kommt im Laufe der Staffel dann noch ein Gefühl des Unverständnis hinzu: Was sollte das mit dem Musical, warum beschäftigen Lorelai und Rory zwei kleine Jungs als persönliche Sklaven und wo bitte ist die Chemie zwischen Lorelai und Sookie hin? Und dann die Spitze des Eisbergs: die letzten vier Worte. Warum beendet man eine Serie mit einem so krassen Cliffhanger?

„Mom, ich bin schwanger”

Die 32-jährige Unfähigkeit in Person ist schwanger, keiner weiß von wem, keiner weiß, wie es weitergehen wird. 

Unter dem Hashtag #lastfourwords regen sich zwar fast alle über das Ende auf, allerdings sehen es die meisten auch als einzig mögliches Ende der Serie:

„Der Kreis schließt sich, das was Lorelai passiert ist, passiert nun Rory, sie wird alleine ein Kind aufziehen, Logan ist ihr Christopher, Jess ihr Luke.”

Nein, es schließt sich kein Kreis. Logan ist nicht Rory’s Christopher und Jess hoffentlich nicht ihr Luke. Rory ist nicht 16 und haut schwanger von zu Hause ab, um sich ihr eigenes Leben aufzubauen. Sie ist 32, wohnt in ihrem alten Kinderzimmer, hat zwar keine Unterwäsche dafür aber einen reichen Vater, Lorelai und Luke, die sie vergöttern und eine Großmutter, die auch immer für sie da ist (ich sag nur: Poolhaus). Es gibt überhaupt keine Parallelen zu Lorelais Geschichte, außer, dass sie schwanger ist und der Vater des Kindes erst einmal nicht da ist. Also liebe Gilmore Girl-Fans, hört bitte auf, euch das Ende schön zu reden, es ist ein Cliffhanger von Netflix, der das erreicht hat, was er erreichen sollte: Jeder redet darüber.

Auch wenn wir in unserer heilen Stars Hollow-Welt gerne glauben würden, dass sich unsere heißgeliebte Gilmore-Girls-Geschichte wiederholt und es vielleicht noch eine Fortsetzung gibt – es ist nicht so. Die Serie ist zu Ende und die Fortsetzung war wie so viele Fortsetzungen dieser Welt: Voller Erwartungen, aber gar nicht mal so gut.

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