Melisa Erkurt und Aladin El-Mafaalani. Illustration: Lena Deser

Melisa Erkurt und Aladin El-Mafaalani zu Bildungschancen: „Für Menschen wie mich gibt es eine Grenze“ – „Ich sollte eigentlich auf die Hauptschule gehen“

Bildung wird nach wie vor weitervererbt, Ungerechtigkeit im Bildungssystem schreibt sich fort. Wie kann sich das ändern? Die Bildungsexpert*innen Melisa Erkurt und Aladin El-Mafaalani im Gespräch.

Melisa Erkurt ist eine klassische Bildungsverliererin, sagt die österreichische Autorin von sich selbst. Ihre Selbstbeschreibung: „Ein muslimisches Flüchtlingsmädchen mit Arbeitereltern, die ihr in der Schule nicht helfen konnten“. Ihr Schicksal war laut Statistik vorgezeichnet, denn auch in Österreich wird Bildung nach wie vor vererbt und Menschen mit Melisa Erkurts sozioökonomischem und kulturellem Background werden in der Regel keine Hochschulabsolvent*innen. Heute arbeitet Melisa Erkurt als Journalistin und hat gerade ihr erstes Buch „Generation Haram. Warum Schule lernen muss, allen eine Stimme zu geben“ veröffentlicht.

Wie Melisa Erkurt war auch Aladin El-Mafaalani Lehrer. Nach seinem Job an einer Berufsschule koordinierte er als Abteilungsleiter die Integrationspolitik von Nordrhein-Westfalen und ist mittlerweile Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Osnabrück. Sein aktuelles Buch heißt „Mythos Bildung“.

Wenn Bildung vererbt wird, wie kann Chancengerechtigkeit gelingen? Welche Voraussetzungen entscheiden über den Bildungserfolg eines Menschen und kann Bildung die Lösung für die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen sein? Wie sieht die Utopie der Bildung aus?

Darüber sprechen wir mit den Autor*innen im Video-Call. Aladin El-Mafaalani sitzt vor einem Bücherregal in Osnabrück, Melisa Erkurt auf einem Sofa in Wien. „Haben Sie was dagegen, wenn ich während des Gesprächs rauche?“, fragt Aladin El-Mafaalani zu Beginn.

EDITION F: Melisa Erkurt, Aladin El-Mafaalani, Bildung wird oft im Kontext von Schule diskutiert, dabei beginnt sie viel früher. Warum vernachlässigen wir in unseren Bildungsdebatten häufig einen so wichtigen Teil?

Melisa Erkurt: „In Österreich sagte man zu den Kindergartenpädagoginnen lange ,Tante‘. Der vorschulische Bereich ist fast gar nicht wissenschaftlich ausgelegt, die Ausbildung ist nicht akademisiert. In den Köpfen der Gesellschaft ist noch immer: Im Kindergarten wird ein bisschen gespielt. Dass es nicht so ist und vor allem für Kinder, die zu Hause nicht die Ressourcen haben, die keine Eltern haben, die mit ihnen lesen, für die ist die Zeit vor der Schule immens wichtig.“

Sie selbst berichten in Ihrem Buch auch von dieser Zeit. Sie beschreiben sich als „kleines muslimisches Mädchen, das nicht sprach“ und wie es sich anfühlt, wenn immer andere über und für eine*n sprechen. Wann war der Punkt, an dem Sie selbst begonnen haben, zu sprechen?

Melisa Erkurt: „So richtig offen erst in den vergangenen Jahren. Es war lange so, dass ich dachte, ich dürfte als Migrantin nur über bestimmte Themen sprechen. Im Kindergarten hatte ich Angst, gehänselt zu werden, weil ich irgendetwas auf Deutsch falsch sagen könnte. Mir wurde auch nicht viel zugetraut, deshalb dachte ich: Dann höre ich einfach ganz auf zu sprechen. Das war vielleicht nicht die klügste Entscheidung. In der Schule habe ich gemerkt, dass ich selbst sprechen muss, um gehört zu werden, weil niemand sonst für jemanden wie mich die Stimme erhebt.“

Illustration: Lena Deser

Sie beschreiben sich selbst als Bildungsverliererin. 

Melisa Erkurt: „Ja, das bin ich. Ich habe die klassische Bildungsverliererin-Biografie: Flüchtlingsmädchen, Arbeiterkind. Ich spüre es in jeder Etappe meines Lebens. Selbst an der Uni habe ich mir weniger zugetraut. Ich bin jetzt lange im Journalismus, aber ich weiß: Ich werde nie die wichtigste Nachrichtensendung Österreichs moderieren. Eine Muslima, die ,uns‘ über Österreich informiert? Das geht doch nicht. Für Menschen wie mich gibt es eine Grenze. Du scheiterst immer irgendwo.“ 

Aladin El-Mafaalani, Sie sagten in einem Interview: „Bei den Punks war ich lange Zeit der einzige, der nicht blond war, und in der Hip-Hop-Gruppe war ich der einzige, der aus einer wohlhabenden Familie kam.“ Welches Ihrer biografischen Merkmale war entscheidend für Ihren Bildungserfolg?

Aladin El-Mafaalani: „Eindeutig, dass ich aus einer Akademiker*innen-Familie komme. Ich sollte eigentlich auf die Hauptschule gehen, wenn es nach der Grundschulempfehlung gegangen wäre. Mein Vater hat dann gelacht und gesagt: Der kommt aufs Gymnasium und studiert Medizin.“

Das zeigt, welche große Rolle Klassismus – die Benachteiligung aufgrund der sozialen Herkunft – spielt. Woran liegt es, dass der Begriff so wirkmächtig, aber doch auch unbekannt ist?

Melisa Erkurt: „Das ist mit Scham verbunden. Privilegien spürt man nur, wenn man sie nicht hat. Arbeiter*innen spüren, was Klassismus ausmacht und Akademiker*innen spüren es nicht. Aber wer bestimmt den Diskurs? Akademiker*innen. Sie thematisieren es nicht, viele Arbeiter*innen verstecken es und dann spielt das Thema im öffentlichen Diskurs auch keine große Rolle.“

Illustration: Lena Deser
Illustration: Lena Deser

Aladin El-Mafaalani: „Es ergibt total Sinn, den Begriff zu nutzen. Aber ich glaube, man muss ihn einfach besser erklären. Gemeint ist ja zum Beispiel, dass die soziale Herkunft die Lebenschancen beeinflusst. Das weiß jede*r, damit sind alle d’accord – noch mehr als mit der Tatsache, dass es Rassismus gibt. Spätestens seit der Pisa-Studie. Der Unterschied zwischen Klassismus und dem allgemeinen Verständnis von ,sozialer Herkunft‘ ist, dass man glaubt, dass es ein bisschen an Förderung braucht – und nicht, dass es um komplexe Strukturen und Zusammenhänge geht. Aber der Kern des Klassismus ist gesellschaftlich akzeptiert. Richtig komplex wird es, wenn sich Dinge überlagern.“

Welche meinen Sie?

Aladin El-Mafaalani: „Klassismus, Herkunft, Rassismus, Sexismus. Ein junger Mensch weiß irgendwann gar nicht mehr, was woran liegt. Warum verhalten sich Lehrer*innen mir gegenüber anders? Liegt es an meiner Sprachkompetenz oder an meinem Habitus? Für die Verschränkung von verschiedenen Formen der Benachteiligung und Diskriminierung hat sich der Begriff ,Intersektionalität‘ in der Wissenschaft etabliert. Wenn mehreres zusammenkommt, wird es echt schwierig. Anders als bei Melisa Erkurt ist es bei mir ,nur‘, dass ich aussehe, als könnten meine Eltern arabischstämmig sein. Und mein Name – der war immer ein großes Problem.“

Melisa Erkurt: „Bei mir wurde immer alles anders bewertet. Wenn ich schüchtern war, lag das daran, dass ich ein muslimisches Mädchen war. Ich wurde nicht als Individuum gesehen. Dennoch hatte auch ich Privilegien. Ich habe blaue Augen, trage kein Kopftuch. Klar, Sexismus ist auch ein großes Problem – aber es wäre bei mir sicher alles anders gelaufen, wenn ich ein Ali wäre oder ein Mohamed. Vor denen fürchtet man sich. Ich hingegen werde nur bemitleidet.“

Welche Resonanz bekommen Sie als Autorin auf Ihr Buch? 

Melisa Erkurt: „,Dieser junge Hüpfer, was weiß die schon?‘ Mir wird meine Kompetenz  abgesprochen. Als Expertin akzeptiert werde ich von vielen nur, wenn ich kritisch über Muslim*innen berichte. Aber wenn ich der Mehrheitsgesellschaft erklären will, wie die Schule diskriminiert, heißt es: Du bist zu jung, du hast zu wenig Berufserfahrung, was weißt du schon. Mir wird emotionsgeladenes Mimimi vorgeworfen. Dabei haben Generationen von Migrant*innen geschwiegen, hart gearbeitet, ohne sich zu beschweren. Jetzt reden endlich ein paar, aber wir sollen lieber weiter schweigen – nur stumm und dankbar werden wir geduldet.“

Wie ist das mit Stigmatisierungen bei Ihnen, Herr El-Mafaalani?

Aladin El-Mafaalani: „Ich erlebe das nicht so stark. Allerdings sehe ich Ähnliches bei Kolleginnen von mir. Wissenschaftlerinnen, die so ziemlich das Gleiche wie ich sagen, bekommen übelste Kommentare und Reaktionen, das geht bis hin zu Vergewaltigungsfantasien. Wenn Rassismus und Sexismus zusammenkommen, explodiert es.“

Sie beide haben als Lehrkräfte gearbeitet.

Melisa Erkurt: „Ich bin Lehrerin geworden, weil ich es besser machen wollte. In der Lehramtsausbildung habe ich gemerkt, dass ich dazu nicht ausgebildet wurde. Ich wurde ausgebildet, um Marie und Paul zu unterrichten und nicht für Hülya und Ali – vor allem, wenn sie keine Akademiker*innen-Eltern haben. Man verlässt sich auf das Engagement einzelner Lehrkräfte. Ich wusste, wie wichtig es ist, dass ich vorbereitet bin auf ein diverses Klassenzimmer. In Österreich ist das eher schlechter als besser geworden, es wird Politik auf dem Rücken von migrantischen Schüler*innen gemacht.“

Aladin El-Mafaalani: „Ich hatte auch den Eindruck, man lernt in der Ausbildung zu wenig über Ungleichheitssensibilität in Unterricht und Schule. Ich habe gemerkt, dass ich nicht talentiert genug bin, das als Lehrer im Berufsalltag aufzufangen. Sechs Jahre lang hat das gut geklappt, aber für ein ganzes Berufsleben hätte das für mich nicht funktioniert. An der Schule hatte ich immer das Gefühl, hinter meinen eigenen Erwartungen zu bleiben. Viele glauben, die Lehre an einer Hochschule sei schwerer als an einer Schule. Aber das gilt für mich nicht. Es ist komplexer, je jünger die Schüler*innen sind.“

Illustration: Lena Deser für EDITION F

Am komplexesten ist es an der Grundschule. Noch nie war der Unterschied so groß: Ein Teil der Kinder wächst so behütet auf wie noch nie in der Menschheitsgeschichte – und für den anderen Teil ist die Chance auf ein respektables Leben so gering wie lange nicht mehr. Das sollen Lehrkräfte verbinden mit dem Vermitteln von Lesen, Schreiben, Rechnen. Das ist eine so krasse Überforderung, da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Und wir sprechen von einem Job, der fast in jedem Land zu schlecht bezahlt wird und zu wenig Anerkennung bekommt.“

Woher kommt das schlechte Image von Grundschullehrkräften, obwohl der Beruf so komplex und relevant für die Bildungsbiografien von Schüler*innen ist?

Aladin El-Mafaalani: „Das Problem hat viel mit Rollenbildern zu tun. Grundschule und Kinder im Allgemeinen waren eher Frauensache. Je höher die Schule und je älter die Kinder, desto männlicher wurde es. In der Hochschullehre sind dann Männer deutlich in der Überzahl. Bezahlung, Status, Anerkennung von Berufen haben auch bei Lehrkräften viel mit Genderaspekten zu tun – nach wie vor.“

Im Nachwort Ihres Buches, Frau Erkurt, steht eine Metapher für unser Bildungssystem. Ein Tisch, an dem bisher nur bestimmte Menschen sitzen. Es geht nun darum, sich den Tisch zu teilen – und sich langfristig einen neuen Raum auszudenken. Wenn wir Bildung als verlängerten Arm von Macht sehen: Reicht der Druck von bisher marginalisierten Menschen, um das System zu verändern?

Melisa Erkurt: „Die Entscheidungsträger*innen, die Politik machen, sind nicht divers. Für sie ist es nicht existenziell, es bestimmt nicht das Leben ihrer Kinder, ihrer Enkelkinder, ihrer Nichten und Neffen. Meine gesamte Karriere basiert darauf, dass eine Lehrerin vor zwanzig Jahren dachte: ,Okay, die ist nicht ganz dumm, obwohl sie ein Migrantenkind ist, die darf aufs Gymnasium.‘ Auf diese Zufälle dürfen wir uns doch nicht verlassen. Deshalb bin ich für eine Migrant*innen-Quote. Ohne Frauenquote geht es auch nicht. In entscheidenden Positionen müssen diversere Menschen arbeiten, um alle Teile der Bevölkerung zu repräsentieren. Nicht nur die Schule und das Lehrer*innen-Zimmer müssen heterogener werden, sondern auch die Bildungspolitik.“

Aladin El-Mafaalani: „Das Schulsystem, das ein Land hat, ist das System, das ein Land derzeit verdient. Wäre ich Bildungsminister, bräuchte ich mehr als zehn Jahre, um wirklich was zu verändern. Es geht nicht nur darum, ein paar Gesetze zu ändern. Man muss dafür sorgen, dass bestimmte Leute Lehramt studieren, die es bisher nicht tun. Man muss Lehrpläne verändern – das ist ein intimer Eingriff in die Kultur. Man muss Ressourcen steuern, und in Kooperation mit Kommunen, Eltern, Lehrkräften und den vielen anderen Akteur*innen, die sich um Bildung und Erziehung kümmern, gemeinsam etwas entwickeln. Reformen müssen langsam und mit Weitblick vollzogen werden. Das Bildungssystem ist in die Gesellschaft eingebettet und damit ein zentraler Teil der Gesellschaft. Wo das Bildungssystem egalitärer ist, haben auch marginalisierte Gruppen mehr Teilhabe innerhalb der Gesellschaft.“

Sie schreiben, der Klassenkampf darf nicht im Klassenzimmer ausgetragen werden. Als Mutter eines Schulkindes sehe ich, dass es durchaus so etwas wie einen Kampf gibt und das vor dem Hintergrund der Sorge vor sozialem Abstieg – vor allem bei Menschen, die sich darum eigentlich gar keine Sorgen machen müssten. Wäre es eine Lösung, dafür zu sorgen, dass es diesen Abstieg gar nicht gibt? Also eine Gesellschaft, in der es nicht entscheidend ist, ob man Professorin oder Kassierer ist, weil man von beiden Jobs gut und glücklich leben kann?

Aladin El-Mafaalani: „Das wäre ein mögliches Ideal, aber nicht mehrheitsfähig. Obwohl wir jetzt in der Krise gesehen haben, dass einige bisher mit wenig Anerkennung ausgestattete Berufe total wichtig sind, wird sich wahrscheinlich nichts Grundsätzliches ändern. Wenn es gut läuft, wird es wenige hundert Euro brutto mehr geben, aber mehr wird nicht realistisch sein.“

Melisa Erkurt: „Das ist auch eine Prestigesache. Die Hipster-Eltern würden ihre Kinder trotzdem in die besseren Bezirke schicken. Selbst die Kinder, bei denen es wegen ihres Elternhauses klar ist, dass sie Matura oder Abitur machen werden – Bildung wird schließlich vererbt. Scheinbar schalten die Menschen, wenn sie Kinder haben, ihre moralischen Grundsätze aus. Es geht dann um ihren Maximilian und für Maximilian nur das Beste, und das gibt es an den Schulen mit den Migrant*innenkindern nicht.“

Melisa Erkurt, im Buch zitieren Sie Ihren Vater: „Solche wie wir dürfen in Österreich nur arbeiten, nicht studieren.“ Daraufhin schreiben Sie: „Ich maturierte trotzdem und schloss einige Jahre später die Universität ab – das Gefühl, da aber gar nicht hinzugehören, blieb bis zuletzt.“ Ist dieses Gefühl noch da?

Melisa Erkurt: „Ja. Ich arbeite im Journalismus. Wenn ich Kolleg*innen auf den Gängen oder in Redaktionssitzungen treffe, habe ich das Gefühl, meine Lebenswelt könnte nicht unterschiedlicher sein. Aktuell sind bei uns in der Redaktion Bauarbeiten, ich fühle mich den migrantischen Bauarbeitern viel näher und stelle mich manchmal raus, nur um ihnen zuzuhören. Einfach, um mich kurz zu Hause zu fühlen – und mit Zuhause meine ich nicht Bosnien, sondern dieses Gefühl, dazuzugehören. Mir sagt zwar keine*r in der Redaktion, dass ich nicht hierher gehöre; aber wenn das so wäre, dann gäbe es dort doch mehr Menschen wie mich?“

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„Generation haram: Warum Schule lernen muss, allen eine Stimme zu geben“ von Melisa Erkurt, erschienen bei Hanser Literaturverlage.

Mythos Bildung: Die ungerechte Gesellschaft, ihr Bildungssystem und seine Zukunft“ von Aladin El-Mafaalani, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch.

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Am Mittwoch, 9. September 2020, um 18 Uhr spricht Melisa Erkurt mit Mareice Kaiser live auf unserem Instagram-Account über Bildung, Chancengerechtigkeit und Gespräche mit Bauarbeiter*innen.

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  1. Aladin Du musst auch dazu sagen, Du kommst aus einer Kleinstadt und Dein Vater war angesehener Urolge da ist das mit Rasissmus nicht so und vor allem nicht zu Deiner Jugend. In einer Großstadt sieht das schon ganz anders aus und das beginnt schon in der Grundschule

  2. Hm, manchmal kann ich es nicht mehr hören, die Geschichten von den Bildungsverlierern. Meine Oma war Putzfrau und ich habe einen Hochschulabschluss…. Gut ich lebte erst in der DDR, da war es Usus den Arbeiterkindern wie meiner Mutter den Bildungsweg zu ebnen, dafür wurden lange Akademikerkinder gebremst. Aber letztlich war es das Elternhaus, das einen geprägt hat: Fragen stellen dürfen und neugierig sein, hinter die Kulissen kucken und den Opferstatus – ich arme Benachteiligte – aufgeben. Sorry, das musste jetzt mal raus.

  3. Das ist doch Quatsch. Der alte Satz von „Jeder ist seines Glückes Schmied“ trifft auch heute noch zu. Meine Eltern stammten aus dem „Arbeitermilieu, hatten sich jedoch hochgearbeitet und es somit meiner Schwester und mir ermöglicht das Abitur zu machen. Mein Bruder erreichte die Mittlere Reife. Als Beruflichen Abschluss reichte es bei meiner Schwester nicht für den Fachabschluss, da Sie die Abschlussprüfung nicht bestand; mit ihrer jetzigen Tätigkeit ist Sie jedoch auch zufrieden. Mein Bruder hat eine Tätigkeit im Bereich des Arbeitermilieu aufgenommen und sich dort weiterentwickelt. und nur mich als jüngsten hat es nach einer kaufmännischen Ausbildung und einem ersten Versuch eines Studiums hat es in reiferen Jahren dann aufgrund des eigenen Willens dazu gebracht, mich weiterzuentwickeln und beruflich und wissensmäßig weiterzuentwickeln. Das wird einem nicht in die Wiege gelegt. Da muss man sich schon auf den Hosenboden setzen und selbst aktiv werden. Sonst wird das nichts.

  4. Finde, die beiden bringen vieles auf den Punkt.
    Habe leider auch wenig Hoffnung auf Veränderung, vor allem
    weil Entscheidungsträger die Probleme nicht wahrnehmen.
    In Deutschland ist es offensichtlich, dass Schule nicht mehr
    funktioniert. Für Handwerksberufe reichen die Kenntnisse in den Kulturtechniken oft nicht. In den letzte Jahren wurde eher auf Elitenförderung gesetzt. Was soll das?
    Die Kinder der Politiker und besser verdienenden gehen überwiegend
    auf zum Teil sehr teuren Privatschulen.
    Der Vorschlag alle Entscheidungskommissionen paritätisch, von allen Schichten, zu besetzen scheint notwendig und wäre vielleicht ein Anfang in Richtung Chancengleichheit.
    erscheint notwendig.

  5. Einen großen Teil der hier vorgetragenen Argumente verstehe und unterstütze ich. Es wäre schon viel geholfen, wenn ein Schulsystem so aufgestellt wäre, dass z.B. die fehlende Unterstützung im Elternhaus nicht so zu Buche schlüge, also eine qualifizierte Ganztagsbetreuung sichergestellt wäre. Was ich allerdings vermisst habe, ist der Appell an die Eltern migrantischer Kinder, das Bildungsideal, vor allem für die Mädchen, offensiv zu vertreten. Wenn wir allen die gleichen Chancen geben wollen, dann müssen Eltern mitziehen, sonst wird das nichts.

  6. Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich würde Sie unterstützen bei EDITION F Plus.
    Jedoch habe ich kein PayPal.
    Ich habe nur EC-Karten und Kreditkarten.
    Oder die Möglichkeit über Lastschrift von meinem Giro-Konto den Beitrag monatlich zu zahlen.

    Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen und wünsche Ihnen allen Erfolg bei Ihrer Arbeit in der Gesellschaft Denkanstöße und neue Sichtweisen zu vermitteln.

    Heribert Kirchner, Dipl.-Bauingenieur, 51379 Leverkusen

  7. Also auf unserer Schule sehe ich nur verschleierte Mädchen und ziemlich freche Jungen, die ja, da sie ja Söhne sind, alles machen dürfen, außer im Unterricht aufpassen. Vielleicht sollten Sie da mal ansetzen. Weg vom enstirnigen Islam, hin zur freien Gesellschaft. Kann es sein, dass Ihre Elten Sie zu Bildungsverliererne gemacht haben? Der Sohn übernimmt die Dönerbude und Tochter wird eh mit einem aus der Heimat zwangsverheiratet und bringt 4 Kinder zur Welt.

    Ich finde es erschreckend, dass fast vorallem junge, hier geborene Moslems sich beharrlich weigern den westlichen Lebensstil auch nur im Entferntesten anzunehmen.

    Bemitleiden Sie sich nicht selbst.

    Aus Angst vor repressalien, bleibe ich lieber Anonym, so ist das in Deutschland

  8. Äußerst schwach, wieder einmal alte Parolen aus der Mottenkiste zu holen. Es sind nun einmal weniger Personen aus der Arbeiterschicht, aus der ich (mit Masterabschluss und gerade promovierend) auch stamme, für ein Studium befähigt. Umgekehrt kenne ich genügend Menschen mit Akademikereltern, die z. B. für handwerkliche Berufe völlig ungeeignet sind. Niemand ist weniger wert, wenn er/sie z. B kein Abitur hat, bzw. nicht studiert hat. Der Charakter ist doch entscheidend. Und man muss Dinge auch selbst wollen, hätte ich nur immer mit anderen abgehangen, Drogen konsumiert… in den Tag hineingelebt und nicht gelernt hätte, wie das leider viel zu viele aus meinem Herkunftsmilieu getan haben, wäre ich niemals da, wo ich heute wäre. Bildung ist in Deutschland kostenlos (das ist in andere Ländern keinesfalls selbstverständlich!), man muss nur wollen und nicht andere für das eigene Versagen/Unlust usw. verantwortlich machen.

  9. Zitat: In den Köpfen der Gesellschaft ist noch immer: Im Kindergarten wird ein bisschen gespielt. Dass es nicht so ist und vor allem für Kinder, die zu Hause nicht die Ressourcen haben, die keine Eltern haben, die mit ihnen lesen, für die ist die Zeit vor der Schule immens wichtig. Zitat Ende Und mich hat man als Rassistin beschimpft, weil ich moniert habe, dass die Kindergartenaushilfe schlechtes Deutsch mit den Kindern spricht…

  10. Auf der Suche nach den Ursachen für die „Vererbung“ von Bildungserfolgen wird man hier allzu schnell fündig. Befragte und Befrager haben fast dieselbe Erklärung, die prima zur eigenen Situation passt. Drei Gegenthesen:
    1. Wir haben schon lange ein durchlässiges Bildungssystem. Da Intelligenz stark erblich bedingt ist, haben schlaue Menschen häufig hohe Bildungsabschlüsse erreicht und nun eben im Schnitt die schlaueren Kinder. Mein Schwiegervater war ungelernter Arbeiter mit geringem Einkommen, aufgrund der Vertreibung. Seine Frau war Hausfrau mit Volksschulabschluss. Aber beide stammen von großen Höfen und sind intelligent. In Folge der erblichen Voraussetzungen und ihres Selbstbildes haben alle Töchter Abitur gemacht, eine als Jahrgangsbeste. Zwei wurden Proffessorinnen. Wer kann und will hat Erfolg, schon lange.
    2. Warum ist allen so klar, was Erfolg im Leben ist? Wenn Vietnamesen in der Regel Bildung hoch schätzen, männliche Türken aber nicht, warum muss man das ändern? Wer bestimmt, was die Maßstäbe für die richtigen Ziele und Erfolge sind? Bildungserfolg hängt auch stark von der familiären Prägung ab. Wenn ein Arbeiterkind seine Schicht nicht verlassen will, dann ist das auch in Ordnung. Man muss es nicht „retten“, weil nur ein Studium glücklich machen kann. Besser selbstständiger Maurermeister, als nichtsnutziger Gender-Studies Absolvent.
    3. Eine Migrantenquote ist nach meiner Ansicht staatlich verordneter Rassismus. In allen Einstellungsverfahren (bisher acht), die ich bisher zu verantworten hatte, wäre es eine grobe Ungerechtigkeit gewesen, einem Migranten den Vorzug zu geben. Es waren immer nur unzulänglich qualifizierte migrantische Bewerber dabei. Ich lege gleiche Maßstäbe an, es gibt weder Frauen-, noch Männer-, noch Migrantenbonus.
    Es ist zudem völlig normal, in jedem Land der Welt, dass Neuankömmlinge sich hocharbeiten müssen. Manche Stellen lassen sich fast nur erreichen, wenn man aus gewissen Kreisen kommt, aber das Problem haben die Deutschen, die diesen Kreisen nicht entstammen (und das sind die meisten),im gleichen Maße wie Migranten. Eine Migrantenquote würde bedeuten, dass Deutsche in ihrem eigenen Land systematisch benachteiligt würden. Das wäre die Etablierung eines krassen Unrechtregimes und ich würde dagegen erbitterten Widerstand leisten.

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