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Mikroplastik: Ein viel größeres Problem als viele denken

Schädliches Mikroplastik soll in vielen Produkten zu finden sein – ohne, dass man das als Verbraucher überhaupt mitbekommt. Aber worum handelt es sich dabei überhaupt, wo steckt es drin und warum ist es schädlich? Hier kommen Antworten.

 

Mikroplastik – wir inhalieren es, essen es und spülen es in die Meere

Derzeit poppt das Thema Mikroplastik überall auf und doch wissen viele immer noch nicht, worum es sich dabei genau handelt, worauf man achten muss und welche Folgen Mikroplastik für den Verbraucher, aber auch die Umwelt hat. Kein Wunder, denn auch wenn derzeit viel Furore um die Kunststoff-Partikel herrscht, so sind ihre Konsequenzen sie eben noch  im Verbraucher-Bewusstsein angekommen. Um was geht’s hier also und was hat das für Auswirkungen?

Der Begriff Mikroplastik beschreibt Kunststoffteilchen, die industriell gefertigt werden und kleiner als fünf Millimeter sind. Sie werden etwa in verschiedenen Kosmetik-Produkten, wie Gesichtspeelings (jedes dritte enthält es) und Cremes verarbeitet. Was erst einmal recht überschaubar klingt, ist leider sehr problematisch. Denn über das Abwasser gelangen die Mikropartikel in Flüsse oder Meere – wie hoch die Menge ist, die insgesamt dorthin gelangt, dazu gibt es keine verlässlichen Zahlen. Doch die University of California hat ausgerechnet, dass allein eine Stadt in der Größe Berlins so jeden Tag eine Plastikmenge von 540.000 Tüten in die Gewässer schwemmt. Fest steht also: Über die letzten Jahrzehnte hat sich einiges angesammelt.

Und so, und das ist der eigentliche Knackpunkt, gelangt das Plastik auch in die Mägen von Fischen oder in Muscheln. Und natürlich in diesem Zuge auch irgendwann in unsere Körper. Aber wir nehmen das Plastik nicht nur darüber auf, sondern atmen die Partikel auch über die Luft ein.

In welchen Produkten findet sich Mikroplastik?

Aber Mikroplastik findet sich eben nicht nur in Peelings, sondern auch in Shampoos, Duschgels, Lippenstiften, Cremes, Waschmitteln und und und – ganz gleich, in welchem Preissegment man einkauft. Häufig ist es der Stoff, der die gelartige Beschaffenheit eines Produktes ausmacht, wie Nadja Ziebarth vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) dem SWR gegenüber erklärt hat. Die Problematik ist Wissenschaftlern, Aktivisten und Herstellern anders als dem Verbraucher schon lange bekannt, und doch ändert sich kaum etwas. Und das, obwohl viele Hersteller sich vor gut zweieinhalb Jahren bereit erklärten, durch neue Produktinhaltstoffe das Mikroplastik zu ersetzen. Große Worte, denen kaum Taten folgten. Doch wenigstens bei der Herstellung von Zahnpasta, wird nun auf Mikroplastik verzichtet.

Bis alle Hersteller hier endlich nachziehen, hilft es vor allem als Verbraucher umzudenken und sich über die Produkte, die man sich ins Haus holt, an die Haut lässt und isst zu informieren. Besonders achten sollte man bei den Inhaltstoffen auf folgende Kennzeichen: PE, PP, PET, Nylon-12, Nylon-6, PUR, EVA, AC, ACS, P-7.

Wir können auch etwas tun!

Um die Umwelt zu schonen, hilft es etwa spezielle Waschbeutel für die Waschmaschine zu verwenden, die das Mikroplastik filtern, so dass es nicht von der Kleidung ins Abwasser gelangt. Wer in Sachen Kosmetik und Hygieneartikel ohne Mikroplastik auskommen will, ist gut beraten, sich auf zertifizierte Naturkosmetik zu konzentrieren. Und ganz generell gilt: Möglichst wenig Plastikmüll zu verursachen, denn natürlich ist Mikroplastik nur ein Teil des Problems.

Wer genaue Infos haben möchte, findet eine umfassende Übersicht zu den Produkten sowie Marken, die Mikroplastik enthalten, in einer Liste vom Bund e.V., die man sich hier herunterladen kann.

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