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Selbstständig, plötzlich alleinerziehend und schwanger – wie soll das funktionieren?

Unsere Community-Autorin trennte sich letzten Sommer von ihrem Partner. Und war plötzlich alleinerziehend und schwanger. Wie geht sie damit um?

 

Traum vs. Realität der Familienplanung

Eine stabile und fröhliche Familie aufzubauen ist wohl der Traum vieler Menschen. Ich selbst hat den Traum von einer Familie mit starken und glücklichen Eltern, die gemeinsam drei bis vier Kinder bekommen und gemeinsam, mit viel Lachen durch das Leben gehen – leider ist dieser Traum geplatzt. 

Im Sommer 2017 habe ich entschieden, dass ich mich von meinem Partner und Vater meines Sohnes trennen werde und mir eine eigene Wohnung gesucht: Zwei Zimmer mit einer süßen Küche, direkt neben unserem Lieblingsspielplatz, unweit des Ex-Partners. Denn, egal, warum wir uns getrennt haben, wir bleiben Eltern. Es war mir völlig klar, dass mein Sohn und ich ganz nah beim Papa wohnen bleiben und unser gewohntes Umfeld nicht verlassen.

Wie geht Vereinbarkeit als Alleinerziehende? 

Vereinbarkeit war plötzlich ein viel komplizierteres Thema. Vorher konnten der Vater und ich uns die Kindererziehung und -betreuung aufteilen und uns gegenseitig finanziell oder durch Arbeitskraft unterstützen. Aber jetzt? Ich zog aus und mein Startup warf noch nichts ab, daher musste ich erstmal „Schwimmen lernen“. Neben den normalen Verpflichtungen, wie Beitragszahlungen, Nebenkosten, und Lebensmitteln, musste ich nun alleine eine Miete in der Innenstadt bezahlen, die deutlich über den Kosten lag, die ich vorher zu stemmen hatte.

Wenige Wochen nach dem Auszug erfuhr ich dann den Supergau: Wir werden noch einmal Eltern! Ich hatte mir immer gewünscht, dass unser Sohn Geschwister bekommt, aber in der Situation klopfte mein Herz bis zum Hals. Nun war ich nicht nur alleinstehend mit der Hauptverantwortung für meinen Sohn, sondern auch noch „Alleinschwanger”. Das alles hat mich trotzdem nicht davon abgehalten, weiterhin meine beruflichen Perspektiven zu verfolgen. Ich hatte auch gar keine andere Wahl, denn offiziell bekam ich seit Mai ALG 1 und damit bekommt man wirklich kein tolles Elterngeld. Außerdem wollte ich mich nicht von Unterhaltszahlungen oder Geldern abhängig machen und ich wollte mir auch mein Lebensgefühl bei behalten.

Schaffe ich das alleine? 

Also bin ich nun alleinerziehend, alleinschwanger und kämpfe mich beruflich alleine nach vorne. Manchmal frage ich mich, ob ich das alles überhaupt schaffen werde. Wie soll das bloß werden, wenn die Kleine Ende März auf die Welt kommt?

Fakt ist, dass ich aktuell ein sehr starkes und gutes Netzwerk habe – aber es könnte und müsste eben eigentlich größer sein. Meine Mutter will sogar drei Wochen bei mir wohnen und meinen Sohn betreuen bzw. ihn zur Tagesmutter fahren. Meine Freundinnen und ihre Männer werden mir beim Putzen, Kochen und sonstigen Sachen helfen – und auch mal den Jungen nehmen. Meine Nachbarin ist Hebamme – wie praktisch – und hat auch ihre Hilfe angeboten.

Diese verdammte Einsamkeit 

Doch obwohl wir das in Teamarbeit sicherlich hinbekommen werden, bleiben zwei Faktoren, die mir Sorge bereiten:

1. Ich werde einsam sein und Einsamkeit ist ein Arschloch. Ich fühle mich jetzt schon ständig alleine, wenn ich einfach nur daran denke, was alles auf meinen Schultern lastet. Ich hätte so gerne jemanden an meiner Seite, mit dem ich die Fortschritte der Kinder teilen könnte, aber faktisch bin ich nunmal Single. Puh. Ich bin Single – und habe das immer noch nicht verdaut. Auch die Trennung an sich ist emotional kein Zuckerschlecken, das weiß jeder, der schon mal in einer ähnlichen Situation war. 

2. Ich werde schnell wieder Geld verdienen müssen, denn Ende April läuft der Gründungzuschuss aus.

Also, liebe Leser, habt ihr Tipps und könnt mir helfen? Habt ihr das Gleiche erlebt und was hat Euch geholfen? Für jeden Input bin ich dankbar.

Dieser Beitrag ist bereits auf Tatjanas Blog erschienen. Wir freuen uns, dass sie ihn auch hier veröffentlicht. 

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