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Vom Uni-Abbrecher zum Unternehmer: Bastian Barami von „Officeflucht“

Wer mit Bastian Barami (30) über sein Business spricht, kommt nicht umhin, das Strahlen in seinen Augen zu bemerken. Der zweifache Uni-Abbrecher genießt sein Leben in Freiheit: Er verdient sein Geld im Netz und hat sich in relativ kurzer Zeit mehrere Standbeine aufgebaut. Dabei fährt der Wuppertaler eine etwas andere Strategie als das Gros der digitalen Nomaden.

 

Häufig ist in der Szene von „Berufung“ die Rede, man müsse die
jeweils seine finden. Und wenn man sie gefunden, wenn man erkannt hat,
was die eigene Leidenschaft ist, solle man mit ihr am besten ein Problem
anderer Menschen lösen. So funktionieren zahlreiche Online-Unternehmen
von Bloggern oder Coaches. „Ich denke, es ist heiße Luft“, entgegnet
Bastian beim Stichwort „Berufung“. Es ist, so seine Worte, zwar toll,
mit seiner Leidenschaft Geld zu machen. Doch das sei nicht immer
möglich. Die Devise des 30-Jährigen: „Die Leidenschaft sollte der
Antrieb sein.“ Bei ihm sind es Reisen und das Privileg, Zeit und Geld
für eben diese zu haben.

Tipps zu E-Commerce

Wie Bastian sein unabhängiges Leben finanziert? Der Jungunternehmer verkauft Produkte bei Amazon, gibt Workshops zu dieser Art, Einkommen zu generieren, führt einen Web-Shop für Basketball-Shirts und plant ein Pendant für Artikel mit motivierenden Aufdrucken. Weitere Ideen des Bloggers – auf officeflucht.de gibt er Tipps zu E-Commerce und seine Erfahrungen weiter – stehen kurz vor der Verwirklichung. Auf der DNX,
der ersten Konferenz für digitale Nomaden, ins Leben gerufen von den
Bloggern und Online-Unternehmern Felicia Hargarten und Marcus Meurer,
berichtete Bastian am vergangenen Wochenende als Redner von seinem
Business.

Unglücklich als Student und Angestellter

All dies, all seine Errungenschaften waren vor wenigen Jahren noch
weit entfernt. Nach einem abgebrochenen Studiengang – Englisch und Sport
auf Lehramt – machte der Wuppertaler eine Ausbildung zum Hotelfachmann.
An Spaß war zu jener Zeit nicht zu denken, deswegen freute er sich nach
seinem Abschluss auf seinen ersten Büro-Job in einer Tourismus-Agentur.
Das Gehalt war besser als in der Lehre und Bastian musste „nur“ an fünf
Tagen in der Woche arbeiten – und doch war er kreuzunglücklich. „Nach
zehn Monaten war ich völlig deprimiert“, sagt der Online-Unternehmer,
„weil ich acht Stunden am Tag etwas tun sollte, das mir völlig egal war.
Ich verstehe nicht, wie das andere Leute 30 oder 40 Jahre lang
durchhalten.“

Weg in die Selbständigkeit

Was also tat er, um sein Leben besser zu machen? Er fing – aufgrund
seines Interesses für Spanisch und Mediendesign – ein zweites Studium
an. Doch auch das erwies sich als Sackgasse. Bastian fing noch während
der zweiten Uni-Zeit an, Basketball-Trikots bei eBay
zu verkaufen und erweiterte sein Wissen im Bereich Online-Handel. „Ich
habe wahnsinnig viel gelesen“, erinnert sich der Blogger. Als er sich
bereit fühlte, verließ er die Uni. Ein Schritt, für den ihn seine
Familie kritisiert hat. Aber was sollte Bastian im Hörsaal noch lernen?
„An der Uni wirst du aufs Angestelltenverhältnis vorbereitet, nicht auf
die Selbständigkeit.“ Und genau diese war nun sein Ziel.

Ein Schritt nach dem anderen führte den Wuppertaler an den Punkt, an
dem er heute steht. Glücklich. Zufrieden. Frei. Letzteres bedeutet für
ihn, „nichts mehr tun zu müssen, das ich nicht möchte“. Im Umkehrschluss
konzentriert sich Bastian auf das, was ihn voranbringt. Beruflich und
persönlich. „Life is what you make it“, heißt es auf dem Blog des digitalen Bald-Nomaden, „Das Leben ist das, was du draus machst.“ Wie treffend.

Dieser Beitrag wurde auf dem Blog journalito.com veröffentlicht.

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