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Zeit – euer wertvollstes Gut

Der Sommer ist bald schon wieder vorbei, die erste Hälfte des Jahres liegt bereits hinter uns, der Urlaub verging auch viel zu schnell. Wo ist nur die Zeit geblieben? Dieses Jammern kann ich wahrhaftig nicht mehr hören. Wieso fürchten sich nur so viele davor, dass ihnen die Zeit durch die Finger gleitet?

 

Natürlich kann ich eure Sorgen verstehen: Die Zeit rennt, vor lauter Arbeit bleibt kaum Zeit für Hobbys, Freunde oder sogar die Familie. Der Tag reicht einfach nicht aus, um alles in eurem Leben unterzubringen. Das Hamsterrad scheint jeden Tag noch schneller zu laufen und – schwups – ist eine Woche, ein Monat, ein Jahr und ein Jahrzehnt vorbei.

Die Zeit hat Angst vor eurer Wahrnehmung!

Denn wäre ich die Zeit, würde ich auch vorbeifliegen, fliehen, flüchten, und davonrennen. Und zwar weil ihr Zeit als euer Eigentum und vor allem als euren Feind wahrnehmt. Ich finde es herzig, jedoch völlig an der Realität vorbei, dass so viele Menschen glauben, sie würden Zeit besitzen, sie einteilen, verplanen und unter Kontrolle bringen können. Das ist grenzenlose Selbstüberschätzung.

Denn jedem von euch dürfte hinlänglich bekannt sein: Zeit ist subjektiv und vom Kontext abhängig – eine Stunde beim Zahnarzt fühlt sich deutlich länger an als eine Stunde beim Abendessen mit Freunden, auf der Terrasse mit einem Glas Rotwein mit euren Liebsten oder im Beisammensein mit euren Familien. 

Wer hat an der Uhr gedreht?

Keiner kann die Zeit vor- oder zurückstellen. Ein Mitarbeitergespräch, das gestern unglücklich verlaufen ist, oder den unnötigen Streit mit dem Partner kann niemand rückgängig machen. Gleichsam kann keiner die Zeit vorstellen, um aus einer unangenehmen Situation in der Gegenwart zu fliehen. Das geht einfach nicht!

Und egal, wie viel ihr jammert und flucht … Die Zeit wird nicht aus einem prall gefüllten Topf mit einem Schöpflöffel verteilt. Die Zeit ist begrenzt – einen Nachschlag gibt es nicht!

Zugegeben, die Situation klingt in meiner bisherigen Darstellung ziemlich aussichtslos. Ist sie allerdings nicht. Ich habe da eine Idee für euch: In eurer Macht steht, eure Sichtweise und eure Haltung zu verändern, um das Problem mit der lieben Zeit zu ändern. Also nehmt eure Brille, durch die ihr euer Leben betrachtet, säubert diese und ihr könnt erkennen, dass Zeit ein unfassbar geniales Geschenk ist. Über das ihr euch freuen, das ihr voller Stolz entgegennehmen und mit Vergnügen nutzen könnt.

Ihr selbst klaut euch die Zeit

Weder durch die Besprechung um 17:00 Uhr, noch durch den Arzttermin am Morgen wird euch eine wertvolle Stunde genommen – ihr raubt euch diese Stunde am Tag selbst. Eine Stunde, in der ihr völlig unreflektiert Dinge tut, und euch damit die Zeit raubt für Dinge, die für euch wirklich von Bedeutung sind.
Der eine sitzt vor dem Fernseher und gesteht sich nicht ein, dass er müde ist und lieber ins Bett gehen sollte. Ein anderer surft im Internet, statt sich mit Freunden auf einen Kaffee zu treffen – und wenn es nur für eine halbe Stunde ist. 

Dabei müsst ihr die Zeit als ein Geschenk ansehen, das eigenverantwortlich und nutzenbringend eingesetzt werden will. Nehmt eure Zeit in die Hand und stellt euch folgende Fragen: Wie könnt ihr eure begrenzte Zeit gestalten, um das zu tun, was euch wichtig ist, und das zu säen, was ihr in der Zukunft ernten wollt? Wie könnt ihr Erfahrungen aus der Vergangenheit sinnvoll für die Gegenwart verwerten? Denn ihr wisst ja: „Über verschüttete Milch weint man nicht!“ Wie könnt ihr das Geschenk Zeit als freundschaftlichen Begleiter in euer Leben integrieren?

Den Blick schweifen lassen

Wenn ihr euren Blick wendet, werdet ihr künftig den Abend mit eurem Partner der Arbeit vorziehen, schließlich läuft die nicht weg. Dann werdet ihr nicht mehr sinnfrei in der Wohnung herumkruschteln, sondern ganz bewusst ein Buch zur Hand nehmen und entspannen. Der Familienbesuch wird nicht mehr als lästige Pflicht, sondern als gemeinsame Momente mit den Eltern und Geschwistern angesehen. Endlich werdet ihr den Dingen nicht mehr nachhängen, die ihr eigentlich machen wolltet, sondern ihr habt sie tatsächlich gemacht.

Mein Wunsch: Findet mehr Freude an dem wundervollen Geschenk Zeit. Denn wie ihr jetzt wisst: Nachschlag gibt es in diesem Fall nicht.

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