Foto: Instagram |movierz

Diese Stars haben sich am Wochenende gegen Trumps Politik stark gemacht

Hollywood schweigt nicht mehr zur politischen Lage. Die ersten Amtshandlungen des Präsidenten Trump haben die Welt erschüttert und viele Schauspieler nutzen die Award-Saison und ihre öffentliche Rolle um ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen.

 

Liebe, Freude und Hoffnung in den dunklen Zeiten

An fast jedem Tag seit Amtsantritt hat der amerikanische Präsident Donald Trump ein Stück deutlicher gemacht, wie gefährlich er ist. Doch die Welt sitzt nicht stumm da und guckt zu. Die Menschen in den USA gehen auf die Straße und protestieren, wie Millionen beim Women’s March und solidarisieren sich aktuell an den Flughäfen. Als Reaktion auf das Einreiseverbot für Menschen aus sieben verschiedenen muslimischen Staaten, hat Kanadas Premierminister Justin Trudeau versichert, all den betroffenen Menschen eine temporäre Aufenthaltsgenehmigung zu erteilen. Und der CEO von Starbucks, Howard Schulz, hat bekannt gegeben, dass die Firma plane in den nächsten fünf Jahren 10.000 Flüchtlinge in 75 Ländern einzustellen. 

Während sich Madonna noch vor wenigen Wochen darüber echauffierte, dass ihre Kollegen aus Hollywood und dem Musik-Business sich nicht gegen die gefährlichen politischen Entwicklungen stark machten, scheinen auch diese erwacht. Wohl ermutigt von etwa Meryl Streeps bewegender Rede bei den Golden Globes haben viele Schauspieler die „Screen Actors Guild“ Awards (SAG) am vergangenen Wochenende genutzt, um sich gegen die Politik des amtierenden Präsidenten auszusprechen. Gerade in den USA haben Celebritys einen sehr starken Einfluss auf die öffentliche Meinung und aktuelle Filme wie „Moonlight“ oder „Hidden Figures“ schaffen es bereits, Türen und Gemüter zu öffnen und sensibilisieren.

Bereits auf dem roten Teppich vor der Verleihung war die Stimmung auffällig anders, politischer. Der Schock des Einwanderungsverbotes war deutlich zu vernehmen. Das eindrücklichste Bild gaben wohl der „Big Bang Theory“-Schauspieler Simon Helberg und seine Frau ab: während er ein Schild mit der Aufschrift „Refugees Welcome“ über den roten Teppich trug, hatte seine Frau „Let them in“ quer über ihren Brustkorb geschrieben.  


Quelle: Instagram | gettyentertainment

Und auch Kerry Washington trug ihre Botschaft sichtbar über den Teppich. Bereits nach der Wahl im November haben einige Menschen als Zeichen der Solidarität Sicherheitsnadeln an ihrer Kleidung befestigt. Die Hauptdarstellerin der beliebten Serie „Scandal“ twitterte vor der Verleihung, dass auch sie eine Sicherheitsnadel an ihrem Kleid tragen würde. Diese sollte symbolisieren, dass sie nicht aufhören würde, für ihre Sicherheit und die ihrer Mitbürger zu kämpfen. Außerdem erklärte sie in einem Video mit dem der Abend eröffnet wurde, weshalb es für Schauspieler wichtig sei, sich politisch zu engagieren – Schauspieler seien automatisch Aktivisten und verkörperten den Wert und die Menschlichkeit aller Menschen.

Eröffnungsrede von Ashton Kutcher

Die Verleihung eröffnete Ashton Kutcher. Der Ehemann von Mila Kunis, die selbst Immigrantin aus der Ukraine ist, begrüßte die Gäste und „alle, die an Flughäfen sind und zu meinem Amerika gehören“. Im weiteren Verlauf der Rede sagte er: 

„Ihr seid Teil des Stoffes aus dem wir gemacht sind, wir lieben euch und wir heißen euch willkommen.“

Comedy-Frauen: Julia Louis-Dreyfuß und Taylor Schilling 


Quelle: Youtube 

Die Schauspielerin Julia Louis-Dreyfuß erklärte in ihrer Dankesrede für den Award als beste Schauspielerin in einer Comedy-Serie, dass sie selbst die Tochter eines Immigranten sei. Sie liebe die USA, doch sei sie schockiert von den Schandflecken des Landes. Das Einreiseverbot sei ein solcher Schandfleck und noch dazu sehr un-amerikanisch.

Im Namen der Schauspielerinnen der Serie „Orange is the New Black“ nahm Taylor Schilling den Preis für die beste Comedy-Serie an und beendete ihre Rede mit den starken Worten: 

„Das was uns vereint ist stärker, als die Mächte, die versuchen uns zu trennen.“

Im weiteren Verlauf des Abends sprachen sich auch Dev Patel, der indische Schauspieler, der durch „Slumdog Millionaire“ internationale Bekanntheit erlangte, und Mahershala Ali, gerade in „Moonlight“ und „Hidden Figures“ zusehen, gegen Verfolgung und für Akzeptanz und Liebe aus. Letzterer ist selbst vor einigen Jahren zum Islam konvertiert und erzählte die Geschichte, wie diese Tatsachen nicht die Liebe zwischen ihm und seiner Mutter, einer Pastorin, verändert hat.

Taraji P. Henson über die Aktualität von Geschichte

Quelle: Instagram | whatsonredcarpet

Taraji P. Henson, Schauspielerin im mehrfach gekürten Films „Hidden Figures“ machte auf die tiefgreifende Bedeutung ihres Filmes aufmerksam. Es sei eine Geschichte über Eintracht, darüber, wie wir in unseren schlechtesten Zeiten zusammenkommen und auf der richtigen Seite der Geschichte stehen. Eine Erinnerung daran, was wir jetzt und heute tun müssten. Die Geschichte handle davon, was passiert, wenn wir unsere Unterschiede beiseite legen würden. 

„Wenn wir als Menschen zusammenkommen, gewinnen wir. Liebe gewinnt – jedes mal.“

Emma Stone über dunkle Zeiten

Quelle: Instagram | entertainmentweekly

Auch Emma Stone, die einen Preis für ihre Performance in „La La Land“ erhielt, dankte in ihrer Rede ihren Schauspielerkollegen dafür, dass sie auch in dunklen Zeiten Hoffnung und Freude in die Welt brächten. 

„Wir sind in einer wirklich kniffligen Zeit in unserem Land und viele Dinge sind unentschuldbar und gruselig und bedürfen Taten. Ich bin so dankbar, Teil einer Gruppe von Leuten zu sein, die sich kümmern und die Dinge für die Gesellschaft reflektieren.“

David Harbour vergleicht Stranger Things mit der Realität

Eine Überraschung erlebte das Schauspieler-Team der Serie „Stranger Things“. Als die 16-öpfige Besetzung auf die Bühne kam um den Preis für die beste Drama-Serie entgegen zu nehmen, ergriff der Schauspieler David Harbour, anscheinend unangekündigt, das Wort und hielt eine passionierte Rede, in der er unsere heutige Situation mit den Werten und Lektionen der Serie verglich:

„Uns verbindet, dass wir alle menschliche Wesen sind und wir stecken alle zusammen in dieser furchtbaren, schmerzhaften, aufregenden, freudigen und mysteriösen Fahrt des Lebens. Wir werden Tyrannen abwehren, wir werden Freaks und Außenseiter beschützen, diejenigen, die kein zu Hause haben, wir werden die Lügen überwinden und wir werden Monster jagen.”

Der Einfluss der Stars 

Wir sind beeindruckt von den vielen Worten der Hoffnung, der Liebe und dem Mut der Schauspieler. Sie wecken die Hoffnung, dass sie gemeinsam mit den inspirierenden Filmen, die es dieses Jahr nicht nur auf die Leinwand sondern auch in die Nominierungen verschiedener Preisverleihungen geschafft haben, die Menschen im Land und weltweit dazu inspirieren, ihre Denkmuster zu hinterfragen, ihre Perspektiven zu wechseln und sich für Akzeptanz und Respekt einzusetzen. Der Einfluss von Personen des öffentlichen Lebens, vor allem Schauspielern und Sängern in den USA auf die amerikanischen Bürger ist dort viel intensiver als beispielsweise in Deutschland!

Mehr bei EDITION F

„Wenn die Mächtigen ihre Position ausnutzen, um andere zu diskriminieren, verlieren wir alle” Weiterlesen

Und jetzt? So wird der Wahlsieg von Trump die USA verändern Weiterlesen

Hier läuft etwas gewaltig schief – was wir für die Einwanderungsgesellschaft tun müssen Weiterlesen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

About Zeen

Power your creative ideas with pixel-perfect design and cutting-edge technology. Create your beautiful website with Zeen now.

Weitere Beiträge
Mission Impossible: Lieben in den 20ern