Foto: Eric Schwingenheuer

EDITION F Insights: Frauen dürfen größenwahnsinnig sein

Das erste EDITION F-Event in Hamburg war ein voller Erfolg. Hier kommen die besten Tipps der klugen Gründerinnen, die auf unserem Panel saßen.

 

Empowern statt beneiden

Unser erstes Event außerhalb Berlins: das EDITION F Insights Hamburg. Unter dem Motto Starke Frauen in Hamburg“ kamen 300 Frauen (und ein paar Männer) ins Mindspace, einem Co-Workingspace in der Hansestadt. 

Zum Auftakt des Abends stellten EDITION F-Gründerinnen Nora-Vanessa Wohlert und Susann Hoffmann die Female Future Force vor: ein Coaching-Programm, das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über ein Jahr hinweg empowern soll, ihre Ziele zu erreichen. Um die Female Future Force Academy möglich zu machen, startet am 31. März, also morgen, das Crowdfunding, in dem ihr eure Membership für 52 Wochen geballtes Wissen erwerben könnt. Hier erfahrt ihr alles darüber, wie ihr Teil der Female Future Force werdet.

Valerie Krämer, die Aktivistin Kübra Gümüşay, Alina Kolesnichenko von den Digital Media Women, Büşra Qadir von Twitter und unsere Chefredakteurin Teresa Bücker.

Die besten Tipps von Gründerinnen

Beim Event waren außerdem vier erfolgreiche Unternehmerinnen aus Hamburg bei einer Panel-Diskussion zu Gast. Danach hatten die Gäste eine tolle Zeit mit Essen, Trinken, Tanzen und in der Fotobox – die nun auch Gifs kann. Falls ihr selbst nicht dabei sein konntet, könnt ihr den Abend im Facebook Live-Video nacherleben.

Das Panel verlief ganz nach dem Motto: empowern statt beneiden. Lisa van Houtem, die Gründerin vom Onlinemagazin Femtastics, Ninon Götz, die Gründerin vom Onlinemagazin Trés Click, Melanie-Jasmin Jeske, die Initiatorin von der Bewegung Trust the Girls und Sanja Stankovic, die Gründerin von den Vernetzungsplattformen Digital Media Women und Hamburg Startups, erzählten die besten Tipps zur erfolgreichen Gründung und was sie anderen Frauen gern mitgeben würden, um beruflich weiterzukommen. Hier könnt ihr noch mehr über die einzelnen tollen Frauen erfahren. 

Wir haben für euch die wichtigsten Insights aus der Diskussion zusammengetragen.

Wann ist der richtige Moment um zu Gründen?

„Der Leidensdruck muss groß genug sein“, das ist die Erfahrung von Ninon Götz, die vor ihrer Gründung in einer Festanstellung arbeitete – es sollte  keinen anderen Ausweg als das Gründen geben. Außerdem glaubt sie, dass Gründerinnen sich eine gewisse Portion an Ignoranz aneignen sollten, da sie so nicht zu lange über die potenziellen Misserfolge nachdenken würden. Sanja, die Startups berät, ergänzte, dass Frauen leider häufig glauben würden, dass nie der richtige Moment zum Gründen da sei, immer stehe irgendetwas im Weg, dass sie fühlen lasse, sie seien noch nicht bereit. „Etwas Größenwahn schadet nicht. Seid selbstbewusst“, findet die Co-Gründerin der Digital Media Women. Außerdem sollte man nicht immer auf Nummer sicher gehen. Lisa, die ihren unbefristeten Vertrag fürs Gründen aufgab, sagte dazu: „Ich glaube nicht an das Konzept Sicherheit. Es kann immer etwas passieren, das dein Leben umkrempelt.“

Einmal gegründet, wie macht man dann seine Mitarbeiter glücklich?

„Ein gutes Team zu finden, ist ein langer Weg“, meint Ninon, die mittlerweile zehn Angestellte hat. Allerdings hat sie auch gleich einen Rat für alle, den sie selber von der Personalerin in ihrer früheren Beschäftigung bekommen hat: „Stell dir vor, du wärst zwei Tage mit dieser Person auf einem Segeltörn. Magst du denjenigen danach immer noch, ist es die richtige Person“.

Wie wird man als Angestellte glücklich?

Den Ausschlag dafür, dass sie sich in ihren alten Jobs nicht wohlgefühlt haben, habe nicht das Angestelltenverhältnis an sich gegeben – erzählten alle vier Frauen. Schlechte Führung war der Grund. Um voranzukommen gab Sanja den Tipp, das Machtspiel der Männer einfach mitzuspielen. Denn dort gehe es vor allen Dingen zunächst um Hierarchie und nicht darum, sofort die eigenen Ideen zu präsentieren. Um die ganzen Manöver zu durchschauen, empfiehlt sie das Buch „Spiele mit der Macht“, von Marion Knaths. Melanie, die mit ihrer Bewegung versucht Frauen zu empowern, findet außerdem, dass Frauen aufhören sollten sich zu genieren, wenn es darum ginge, nach Hilfe zu fragen. 

Warum gönnen Frauen sich gegenseitig nichts?

Das Klischee, dass Frauen sich gegenseitig nicht gönnen sollte mit dem Insights Event entkräftet werden. Sanja sagt: „Ich arbeite zu 99 Prozent mit Frauen und kenne kein Ellbogen-Verhalten“. Das ist aber leider nicht in jeder Firma so. Melanie versucht Neid direkt entgegenzuwirken: „Im Büro gilt die Regel: Nicht über andere Frauen lästern“, auch wenn das manchmal „echt schwer“ sei – und als Leitlinie für die Zusammenarbeit mit anderen: „Einfach nicht scheiße sein“. Punkt. Zwei ganz schön gute Tipps, wie wir finden.

Wir danken unseren Sponsoren und Partnern des Events!

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