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Lernen, Reisen, Gründen – Wie ich aus meiner Elternzeit auch eine „Me-Time“ machte

In der Elternzeit muss sich nicht alles nur um das Baby drehen. Anne Friebel hat sich in dieser Phase auch viel Zeit für sich selbst genommen und teilt nun ihre Ideen.

 

Schöne Ideen für die Elternzeit

Die Elternzeit ist für die meisten Frauen eine wunderbare Zeit im Leben und das war sie auch für mich. Man hat dieses kleine Baby geboren und beobachtet jeden Schritt und jede Entwicklung, die man gemeinsam macht. Am Anfang noch ganz unsicher mit Stillversuchen und erstem Wickeln, dann immer trittfester mit routinierter Autofahrt und Tragetechniken – und später ganz souverän mit Krabbelgruppe und Mütter-Café. Für mich gab es das volle Programm und ich hatte eine tolle Zeit mit dem Baby.

Aber nicht nur. Man kann die Elternzeit auch für eine Menge anderer schöner Sachen neben dem Baby nutzen, sich selbst und der Familie etwas Gutes tun oder die Karriere gleich mit anschieben.

Der Klassiker Nr 1: Eine lange Reise

14 Monate freie Zeit und am besten noch gemeinsam mit dem Partner? Das kann gefeiert werden, und zwar mit einem schönen Urlaub. Tut dir gut, deinem Partner auch und das Baby freut sich über glückliche Eltern. So haben wir uns zwischen Januar und Februar auf den Weg gemacht und es am Ende zwar nicht nach Neuseeland geschafft (so der eigentliche, große Plan), aber zumindest für fünf Wochen bis auf die Kanaren. Was für eine tolle Zeit! An den Stränden von La Palma und La Gomera beobachteten wir Sohnemanns erste Schritte, futterten frische Papayas, Mangos und Bananen, genossen das wunderbar warme Licht der untergehenden Sonne und erfuhren, dass die Kanaren im Januar eigentlich ausschließlich von Rentnern und Elternzeitlern besucht werden. So haben wir auch einige neue Urlaubsbekanntschaften geschlossen und tauschten uns auf abgelegenen Waldwegen über die neuesten Tragtechniken und Kinderläden in Berlin aus. Herrlich und skurril!

Der Klassiker Nr. 2: Die Coaching-Ausbildung

Seitdem ich wieder arbeiten gehe, lerne ich immer mehr Frauen kennen, die während der Elternzeit wie ich eine Ausbildung zum Coach absolviert haben – anscheinend ebenfalls ein Klassiker. Meine Motivation war damals, mal wieder etwas nur für mich zu tun und später vielleicht auszubauen. Rückblickend eine richtig gute Entscheidung. Ich habe mit der Coaching-Ausbildung begonnen, als mein Sohn fünf Monate alt war und ein Jahr lang Präsenzwochenenden besucht, Übungscoachings gemacht, Fachliteratur gelesen und fleißig genetzwerkt. Dann kam die Prüfung und nun bin ich zertifizierter Life Coach. Yes! Eine Arbeit, die mir viel Spaß macht, mich mit spannenden Menschen und Geschichten zusammenbringt und viel Freiraum lässt. Irgendwann wollte ich das nicht mehr nur als Hobby, sondern freiberuflich machen.

Für Mutige: Gründen

Für Mutige deshalb, weil man es sich erst einmal trauen und bereit dafür sein muss. In der Elternzeit bin ich diesen Schritt noch nicht gegangen, aber ich habe ihn vorbereitet. Es hat noch ein paar Monate zurück im alten Job gedauert bis ich soweit war und mich selbständig gemacht habe. Nun arbeite ich einen Teil der Woche angestellt als Marketing-Managerin bei einem wissenschaftlichen Fachverlag und den anderen Teil als Coach und Beraterin. Eine aufregende Mischung, die ganz schön fordert, aber mein Leben auch viel reicher macht.

Oder was ganz anderes

Ein Ehrenamt aufnehmen und Flüchtlingen helfen? Warum nicht. Neben dem Baby deine pflegebedürftige Mutter unterstützen? Gute Idee. Eine neue Krabbelgruppe organisieren und dich mit anderen Müttern im Kiez vernetzen? Prima. Auf der Couch rumhängen, das Baby zu deinen Eltern geben und endlich mal wieder Serien gucken? Klasse!

Alles ist möglich

Egal, ob du deine Elternzeit zu Hause verbringst, mit deiner Familie oder nur mit Baby, ob du eine große Pause vom ständigen Lernen einlegen oder nochmal richtig aufdrehen willst – ich glaube, in der Elternzeit darf jeder machen, worauf er Lust hat. Also viel Vergnügen!

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