Foto: Minnie Knows

Minnie: „London hat mich auf eine Weise geprägt, wie es Berlin nie vermocht hätte“

Minnie pendelt zwischen London und ihrem Zuhause Berlin hin und her – und lässt sich von diesen beiden Städten für ihren Blog inspirieren. Wie alles losging, welche Stationen für sie wichtig waren, um im Mode-Business durchzustarten und welche Metropole die tollere Stadt ist, hat sie uns im Interview erzählt.

 

„In Berlin gibt es nicht so viele stylische Menschen, wie in London“

Eigentlich ist Minnie Seibt
studierte Sprachwissenschaftlerin – ihr Berufsleben widmet die 24-Jährige
aber mit ihrem Blog „Minnie Knows“ heute ganz der Mode. Doch wie hat es sie eigentlich in die Industrie
verschlagen und was hatte eine deutsche Designerin in London damit zu tun?

Das und warum die
Berliner
 in Sachen Mode nicht mit den Londonern mithalten können, hat
sie uns im Interview erzählt.

Minnie, wann hast du
deinen Blog gestartet und wie bist du überhaupt in das Mode-Business eingestiegen?


„Ich habe mit dem Bloggen 2010 begonnen, als
ich nach London gezogen bin. Dort habe ich mir ein Jahr lang die Zeit genommen, die
Stadt kennenzulernen und mit unterschiedlichen Jobs Erfahrungen zu sammeln. Ich bekam dann
die Chance, für eine deutsche Designerin zu arbeiten, die ihre Entwürfe zum ersten Mal auf
der London Fashion Week gezeigt hat. Ich war in den gesamten Prozess
eingebunden, vom Model Scouting bis zum Versand der Einladungen an
Journalisten, Einkäufer und Blogger. Das war nicht nur mein erstes Mal auf
einer Fashion Week, sondern auch eine großartige Erfahrung, die ich am liebsten
mit allen teilen wollte – also startete ich kurzerhand ‚Minnie Knows’.

Nach diesem Jahr habe ich dann Linguistik an der Universität von
Westminster studiert. Ich wollte schon immer schreiben und habe Sprachen geliebt –
also schien mir das Fach die beste Option für mich zu sein. Ich lernte etwas
über die Entstehung von Sprache und wurde in der Übersetzung sowie im Journalismus
ausgebildet. Während meines Studiums habe ich in diversen Modeläden als Sales
Assistant gejobbt und wurde später PR-Assistentin bei Hallhuber. Seit ich zurück in Berlin bin, arbeite ich als Stylistin und freie Autorin – aber die meiste
Zeit investiere ich in meinen Blog und liebe es, über Mode und all die Dinge zu
schreiben, die mich begeistern.“

Deinen Blog machst du also nicht hauptberuflich?

„Ich würde sagen, 50/50 –
aber es fühlt sich nach einem Fulltime-Job an, weil auch meine Jobs als
Freelancer mit schreiben und Mode zu tun haben. Das passt auch ziemlich gut zusammen und geht letztlich ineinander über, denn ich kann das alles aus dem Home
Office
erledigen.“

Heute dreht sich bei dir
alles um Mode – aber was wolltest du eigentlich werden, als du noch ein Kind
warst?

„Ich wollte wirklich schon immer
schreiben – das dann mit der Mode zu verbinden, hat sich einfach so über die Zeit
ergeben. Genau deswegen investiere ich auch so viel Energie und Mühe in meinen Blog, weil das der Ort ist, an dem ich beides haben kann: schreiben und Spaß mit Mode haben.
Es ist die perfekte Kombination!“

Was bedeutet Mode für
dich?

„Mode war für mich immer ein Mittel, mit dem ich meine Persönlichkeit ausdrücken kann – und das wird auch immer so bleiben.
Ich liebe es, mit Mode Spaß zu haben und mich selbst nicht so ernst zu nehmen.“

Wer liest deinen Blog?

„Meine Leserschaft ist
breit gefächert. Ich habe junge Leserinnen, die einfach von Looks inspiriert
werden wollen, die sie selbst vielleicht nie so tragen würden. Aber ich trage auch Marken, die nicht super günstig sind, dafür aber eine hohe
Qualität haben – das funktioniert dann wieder für meine älteren Leserinnen. Das
sind Frauen, die erfolgreich sind mit dem, was sie tun und die das auch mit der
Art, wie sie sich kleiden, ausdrücken wollen. Letztlich freue ich mich über alle Frauen,
die Lust haben, sich in Schale zu werfen – ganz gleich, wie viel sie verdienen. Darum
mixe ich auch immer verschiedene Marken, Styles und Farben.“

Du pendelst immer wieder
zwischen Berlin und London. Was magst du an den beiden Städten am liebsten?


„Ach, ich liebe beide Städte so sehr. Einerseits sind sie sich recht ähnlich –
aber dann auch wieder ganz unterschiedlich. Berlin wird immer mein Zuhause
sein, doch London hat mich in einer Weise geprägt, wie das Berlin nie vermocht hätte. Ich habe in dieser vibrierenden Stadt das für mich wichtigste Jahr meiner Jugend verbracht und jede Minute genossen. Besonders liebe ich den multikulturellen Vibe der
Stadt – das hat man zwar auch in Berlin, aber in London läuft das auf einem
ganz anderen Level ab. Außerdem schätze ich die Stadt für seine freundlichen und
aufgeschlossenen Bewohner – niemand stört sich an dem, was ein anderer tut,
zumindest wenn man damit keine anderen Menschen belästigt. Ich mag einfach den Lifestyle
der Stadt und all die vielen Möglichkeiten, die sie einem bietet. Berlin liebe
ich dagegen für die bodenständigen Menschen, großartigen Restaurants, die auch
noch ziemlich günstig sind und natürlich die zahlreichen
Flohmärkte. Die habe ich wirklich vermisst, als ich in London war – nichts
schlägt den berühmten Mauerpark-Flohmarkt.“

Wie unterscheidet sich
eigentlich der Stil der Berliner und der Londoner?


„Wenn es um Mode geht, ist London natürlich ‚the place to be‘.  Das ist auch der Grund, warum ich dort sofort
mit dem Bloggen angefangen habe – die Leute haben einfach Stil. Es ist
egal, wohin sie gehen, ob es sechs Uhr morgens ist oder mitten in der Nacht.
Londoner lieben es, sich chic zu machen, ganz gleich, welchen Anlass es gibt. Das
vermisse ich hier in Berlin. Denn abgesehen von Bloggern und Leuten, die in der
Mode-Industrie arbeiten, sehe ich hier wirklich nur wenige Menschen auf der Straße, bei
denen ich denke: ‚Wow, das ist wirklich ein großartiger Stil’ – oder von denen ich in anderer Form inspiriert werde. Andererseits bewegt sich hier auch etwas, Berlin wird immer modischer und es ist
großartig, Teil davon zu sein, während es passiert – und als Blogger auch
seinen kleinen Teil dazu beizutragen, dass es dazu kommt.“

Welche Social Media-Kanäle
nutzt du eigentlich am liebsten?

„Ich liebe Instagram
auch wenn der neue Algorithmus nervt. Ich benutze es seit dem Tag, an dem
ich den Blog gestartet habe und mag es einfach, meine Bilder mit meinen
Followern zu teilen. Denn Bilder haben einfach eine enorme Kraft. Außerdem will heute einfach niemand mehr wirklich viel lesen. Ich will einfach guten Content mit meinen Followern
teilen, den sie sich gerne anschauen und von dem sie vielleicht auch inspiriert
werden.“

Ich habe gesehen, dass du häufig den Hashtag
#africanfashionblogger benutzt. Welche afrikanischen Fashion Blogger
inspirieren dich denn für deine Arbeit?

„Ja das tue ich! Ich habe ja
das Gefühl, sie sind mittlerweile in der Szene genauso etabliert wie europäische Blogger.
Aber da sind ein paar besonders großartige dabei, bei denen ich täglich vorbeischaue. Etwa ‚Mirror Me’ von Fisayo Longe, einem super stylischen Londoner Mädchen.
Ihre Outfits sind einfach auf dem Punkt und immer sehr sexy – also das komplette
Gegenteil von mir (lacht). Aber das ist sicher auch der Grund, warum ich
ihren Blog so gerne lese. Denn da bekomme ich Lust, auch mal
wieder etwas Neues in Sachen Mode auszuprobieren. Eine weitere Favoritin von mir ist Patricia
Bright
. Sie ist eigentlich eine Youtuberin und hat dort eine enorme Reichweite, aber sie
teilt eben auch großartige Outfits und gibt tolle Tipps für die
verschiedenen Probleme, die das Leben so bereithält.“

Artikelbilder: Minnie Knows

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