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In Italien sollen Frauen während ihrer Periode bezahlten Urlaub erhalten

Viele Frauen leiden während ihrer Periode unter starken Schmerzen. Manche Arbeitgeber haben dafür aber wenig Verständnis. In Italien soll ein Gesetz das nun ändern.

 

Meine Periodenkrämpfe sind kein Urlaub 

Für viele Frauen sind die Tage ihrer Menstruation die schlimmsten im Monat: unerträgliche Krämpfe hebeln sie quasi vollständig aus – und trotzdem quälen sie sich irgendwie zur Arbeit. Weil der Arbeitgeber (und ein großer Teil unserer Gesellschaft) kein Verständnis dafür hat, dass man deshalb einmal im Monat ausfällt. Das Problem dabei: Menstruationsschmerzen können so schlimm sein, dass man einfach nicht arbeiten gehen kann. Männer und auch Frauen, die glücklicherweise von diesen Schmerzen verschont bleiben, können sich das Ausmaß nicht vorstellen. Und genau deswegen ist es dringend an der Zeit, dass wir mehr Verständnis entwickeln.

In Italien diskutiert das Parlament gerade über einen neuen Gesetzesentwurf, der genau das erreichen würde: Er soll Unternehmen dazu verpflichten, Frauen, die unter starken Periodenschmerzen leiden, bis zu drei Tage bezahlten „Perioden-Urlaub” im Monat zuzugestehen. Hierbei ist Urlaub natürlich eigentlich der falsche Begriff. Jede Frau mit derart starken Schmerzen würde wohl 1.000 Mal lieber arbeiten gehen, wenn sie dafür auf die Schmerzen verzichten könnte.

Italien als Vorreiter?

Wenn das Gesetz tatsächlich kommen würde, wäre Italien – das Land, das gerade erst durch eine sexistische Talkshow aufgefallen ist – das erste westliche Land, das Frauen dieses Recht zugestehen würde. In Japan gibt es so eine gesetzliche Regelung schon seit 1947. In den letzten Jahrzehnten folgten Länder wie Taiwan, Südkorea und Indonesien. Nike ist das einzige internationale Unternehmen, dass Frauen mit starken Periodenschmerzen als Teil ihres „Code of Conduct” für die betroffenen Tage bezahlt freistellt.

Kritik an dem Gesetz gibt es vor allem aus zwei Gründen: Zum einen haben Kritiker Bedenken, dass das Gesetz in Italien das Vorurteil stärken könnte, dass Frauen während ihrer Tage ungewöhnlich emotional seien. Zum anderen bestünde die Gefahr, dass Frauen deshalb im Bewerbungsverfahren benachteiligt würden.

Das ist sicherlich ein berechtigter Einwand gegen das Gesetz. Dieser sollte aber nicht zu einem Einwand gegen das Gesetz führen, sondern deutlich machen, dass sich unsere Einstellungen dazu endlich ändern muss. Periodenkrämpfe sind kein Zeichen von Schwäche! Weder die Periode, noch eine mögliche Schwangerschaft oder sonst irgendwelche sexistischen Gründe dürfen ein Einstellungshinderungsgrund sein. 

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