Foto: Dawn Scranton I Flickr I CC BY 2.0

Schwanger einen neuen Job antreten? Ist nicht so abwegig, wie viele denken

Den Job wechseln, kurz bevor das Baby kommt? Das können sich die wenigsten vorstellen. Eine Recruiterin sagt, warum man davor keine Angst haben muss.

 

Keine Angst vor einem großen Schritt

Wer schwanger ist, wird sich spätestens nach drei oder vier Monaten mit der Frage beschäftigen, wie die frohe Botschaft den Vorgesetzten beizubringen ist. Und es gibt so viele Fragen, die Frauen nun für sich beantworten müssen: Wie lange will ich pausieren? Wie teile ich die Elternzeit mit meinem Partner oder meiner Partnerin, sofern vorhanden?

Bei vielen schwingen auch Ängste mit: Bin ich im Job vielleicht weg vom Fenster, wenn ich eine lange Pause mache? Wie wird mir der Wiedereinstieg gelingen?

Womit sich die wenigsten beschäftigen: Wie wäre es eigentlich, während der Schwangerschaft den Job zu wechseln? 

Und das sei ein Fehler, schreibt Caroline Ceniza-Levine, die früher als Recruiterin gearbeitet hat, für „Forbes“. Heute berät sie als Coach Unternehmen wie Ebay, Google und McKinsey. In einem Beitrag für das amerikanische Magazin macht sie sich Gedanken darüber, unter welchen Umständen ein Jobwechsel für Schwangere gelingen kann.

Entscheidend: Qualifikationen und Arbeitserfahrung

In ihren mehr als 15 Jahren als Personalerin, schreibt sie, habe sie immer wieder erlebt, dass Schwangere und junge Mütter Jobinterviews, Jobangebote und Beförderungen bekamen. Ihrer Erfahrung nach gelang ein Jobwechsel oder eine Beförderung dann, wenn die Frauen konkurrenzfähig waren, spezifische Anforderungen an das Stellenprofil erfüllten, oder über wertvolle Arbeitserfahrung bei einem direkten Konkurrenten erfüllten, sprich: Egal ob schwanger oder nicht – wenn eine Frau dank ihrer Qualifikation und ihrer Arbeitserfahrung wie gemacht für eine Stelle sei, dann stehe ihr eine Schwangerschaft nicht im Weg. Besonders bei Stellen, die nicht leicht zu besetzen seien, etwa weil ganz spezifische Fachkenntnisse benötigt würden, könnten es sich Arbeitgeber schlichtweg nicht leisten, geeignete Kandidatinnen wegen einer Schwangerschaft außer Acht zu lassen.

Was Ceniza-Levine für essenziell hält: die Schwangerschaft ab dem ersten Gespräch offen zu thematisieren. Nur so könnten die Bewerberin und der potenzielle neue Arbeitgeber gemeinsam von Anfang an mit den besonderen Umständen planen: etwa gemeinsam überlegen, welche Lösungen es gibt, falls die neue Position mit vielen Reisen verbunden ist, gerade Flugreisen am Ende einer Schwangerschaft aber nicht mehr möglich sind; wie die ersten Monate nach der Geburt überbrückt werden können. „Der Arbeitgeber kann einer Kanidatin nicht entgegenkommen, wenn er nicht weiß, was die Kandidatin braucht“, schreibt sie.

Doch die wichtigste Voraussetzung ist für Ceniza-Levine ganz einfach: Frauen müssten aktiv die Hand heben, wenn eine Stelle neu besetzt werde. Und nicht automatisch davon ausgehen, dass sie wegen ihrer Schwangerschaft ohnehin keine Chance auf den Job hätten.


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