Foto: Luis Llerena

Wie man mit einer einfachen Regel zum perfekten Chef wird

Wie führt man ein Unternehmen zum Erfolg und wie schafft man es, eine wirkliche Unternehmenskultur aufzubauen, die den Laden zum blühen bringt? Autor und Consultant Chris Hill hat die Antwort darauf.

 

Wie geht gute Führung?

Was macht einen guten Chef aus? Ist doch ganz klar: Das ist einer, der keine Launen hat, ein gutes Gehalt zahlt und alle Fäden in der Hand hält. Jein.

Ein guter Chef ist erst einmal jemand, der das „Chef sein“ wirklich in Angriff genommen hat. Der sich und seine Beziehung zu seiner Arbeit sowie zu einen Mitarbeitern hinterfragt und daraus Schlüsse zieht. Und es ist jemand, der auch mal Stolpersteine aus dem Weg zu räumen hatte und das als „part of the deal“ und nicht als Niederlage sehen kann.

Genau so geschehen bei dem Autor und Consultant Chris Hill, der für Medium aufgeschrieben hat, was ihn zu einem guten Chef machte – und wie er vielen anderen Chefs dabei geholfen hat, nachzuziehen. Denn wichtig ist: Nicht nur Mitarbeiter stecken manchmal in ihren Strukturen fest. Auch die Chefs tun das. Nur meist wissen darüber weniger Menschen innerhalb der Firma Bescheid.

Ein guter Chef: So geht’s

Was also hilft? Alles baut, so Hill, darauf auf, Raum für Kommunikation zu schaffen. Wer als Chef eine gute Unternehmenskultur und ein angenehmes Arbeitsklima etablieren will, muss sich bei der Einstellung neuer Leute eben nicht nur die Referenzen ansehen, sondern sich fragen: Was macht diesen Menschen aus und wie passt das zu uns? Und vor allem: Was will dieser potenzielle Mitarbeiter eigentlich? Setzt er auf eine langfristige Karriere in dem Unternehmen, will er der Familie zuliebe kürzertreten oder will er vielleicht zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten wahrnehmen?

Klingt wie ein alter Hut, denn das fragt doch jeder Personaler oder Chef in einem Vorstellungsgespräch ab, nicht wahr? Na sicher. Was dabei aber immer wieder vergessen wird: Eine Frage zu stellen, reicht nicht aus, um wirklich eine offene Kommunikation zu eröffnen. Auch sich grundsätzlich als jemand zu sehen, der ein offenes Ohr hat, hat noch lange nicht den Effekt, dass das auch wirklich für die Mitarbeiter wahrnehmbar ist.

Denn eine fruchtbare und vor allem beidseitige Kommunikation kann eben nur auf Basis von Vertrauen ablaufen. Und eine solche Vertrauenssituation entsteht nicht einfach, sie muss aktiv geschaffen werden.

So schafft man Vertrauen

Wie man das macht? Indem man seinen Mitarbeitern zeigt, dass sie mehr als Angestellte sind, dass sie als Menschen wahrgenommen werden.

Wer nur in seinem verglasten Einzelbüro sitzt und lediglich für Meetings die heiligen Hallen öffnet, kann nicht erwarten, dass er versteht, was um ihn herum los ist. Und wer nur darauf achtet, den Verkauf endlich abzuschließen oder den nächsten Kunden an Land zu ziehen, und dabei nur noch mit Blick auf das Endziel den Prozess von oben dirigiert, wird die Stärken und Erfahrungen des Teams nicht nutzen können. Weil er schlicht nicht hinhört.

„Start listening to others, and stop talking so damn much about yourself. When you’re so busy pushing the sale, you’re often yelling right over the important bits of information that are probably hindering it. Just stop for a minute and listen… truly listen — to people, to the world, and what they have to say.“


Es geht bei einem gelungenen Führungsstil also darum, sich selbst in Bezug zu einer Umwelt zu setzen und den Blick von sich auf die Perspektive des Gegenübers zu lenken. Und ganz wichtig: Um ein guter Chef zu sein, aber auch um ein mit Sinn erfülltes (Job-)Dasein zu führen, geht es nicht um ein Leben mit einer perfekten Story. Sondern vor allem darum, großzügig zu sein, sagt Chris Hill. Und bei diesem Hinweis geht es ihm nicht ums Geld.

Was genau er meint und was ihn überhaupt auf den Weg brachte, erzählt Chris Hill in diesem Ted Talk. Lohnt sich! Auch für Angestellte und Selbstständige.

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