Foto: daviddierose | pixabay

Fünf Podcasts zu mentaler Gesundheit

Statt um Selbstoptimierung, geht es um mentale Ängste, Vorurteile und Überlebensstrategien. Wir stellen Podcasts vor, die über mentale Gesundheit sprechen und psychische Erkrankungen enttabuisieren.

Isolation, Homeoffice, soziale Not – die vergangenen Monate waren eine Belastungsprobe für die mentale Gesundheit vieler Menschen. Überall wird seither gefragt: Was macht die Corona-Krise mit uns und wie stark schlägt sie uns auf die Psyche? Umfragen von Krankenkassen zeigen, dass das Arbeiten im Homeoffice zu psychischen Problemen führen kann: keine geregelten Arbeitszeiten, Privates und Berufliches verschwimmen, wenig Feedback von Kolleg*innen und Vorgesetzten. Auch die Existenzangst beim Verlust der Arbeit macht krank. Aber nicht erst seit der Corona-Krise beschäftigen sich immer mehr Menschen damit, wie sie auf sich selbst schauen und wie andere sie wahrnehmen.

Trotzdem geht es beim Thema mentale Gesundheit häufig noch vor allem um Selbstoptimierung, um die dauernde Veränderung, um ein erschöpfendes, nie zu erreichendes Ideal. „Glücklich sein ist eine Entscheidung“, „Selbstbewusstsein, Sexappeal und Charisma – TO GO!“ – auch viele Podcasts versprechen, aus uns gesündere, bessere und vor allem: glücklichere Menschen zu machen. Über psychische Erkrankungen wurde bisher wenig gesprochen. Doch das ändert sich zum Glück – auch in der Podcast-Welt.

Wenn wir also selbst noch nicht über die eigenen ernsthaften Probleme, Krankheitsbilder und Selbstzweifel reden, so können wir zumindest schon mal dabei zuhören, wie es andere tun. Wie im Podcast „Danke, gut.“ von Miriam Davoudvandi, die selbst schon sehr lange Depressionen hat und mit ihren Gäst*innen aus der Popkultur ehrlich und unterhaltsam über alles spricht, was mit Mental Health und der Psyche zu tun hat.

Dazu gehören Essstörungen, Bipolarität, Suizidgedanken und vieles mehr, das entstigmatisiert werden soll – ein Zufluchtsort in Form eines Podcasts. „Ich hatte selber immer das Bedürfnis nach mehr Themen dazu, nach mehr Medien dazu, ich hätte mir das einfach selber gewünscht für mein 14-jähriges Ich“, sagt die Musikjournalistin.

„Ich hätte mir das selber gewünscht für mein 14-jähriges Ich.“

Miriam Davoudvandi

Hier kommen fünf Podcast-Tipps für die Ohren und die Psyche: 

Der Popkulturelle

Quelle: wdr.de

Danke, Gut. Der Podcast über Pop und Psyche.

Miriam Davoudvandi spricht mit Menschen aus dem öffentlichen Leben über ihre mentale Gesundheit und alles, was mit der Psyche zutun hat: „Wenn es eine Person ist, der viele Leute zuhören, dann ist es für Betroffene umso bestärkender, wenn man sieht: Boah die äußern sich, obwohl sie voll viel zu verlieren haben, dann kann ich das vielleicht auch erstmal vor meinen besten Freunden tun.“ Im Hintergrund ist die Dipl. Psychologin Stephanie Cuff-Schöttle beiteiligt, um das Gesagte einzuordnen. 


Der Furchtlose

Quelle: br.de

Die Lösung – Der Psychologie-Podcast von Puls

Toxische Beziehung, Wutausbrüche oder der Verlust eines Familienmitglieds? Der Psychologie-Podcast „Die Lösung“ von Puls thematisiert alles, was man mit seinen Freund*innen am Küchentisch bespricht und geht noch ein Stück weiter. Jede Folge liegen neue Gäst*innen auf der virtuellen Therapie-Couch und sprechen mit der Diplom-Psychologin Lena Schiestel über Liebe, Angst, Eifersucht und andere Gefühle, die jede*r kennt, über die aber nicht jede*r spricht.



Der Aufklärende

Quelle: radioeins.de

Spinnst du?

„Klapse“, „Irrenhaus“, „Geschlossene“: Auch wenn sich unser Bild von Psychiatrien mehr der Wirklichkeit angenähert hat, sind viele Klischees immer noch nicht abgebaut. Sonja Koppitz nimmt ihre Hörer*innen daher in einer fünfteiligen Reportage mit in die Hochschulambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus der Charité. Sie lernt Patient*innen kennen und begleitet das Team um die Klinikleiterin Dr. Isabella Heuser-Collier im Alltag einer Psychiatrie. Es wird um Psychopharmaka, Schlafstörungen und Angstzustände gehen – und darum, ob es die Gesellschaft ist, die uns krank macht.



Der Schamlose

Quelle: zeit.de

Ist das normal?

Verlassen werden ist schmerzhaft. Zu gehen auch. Aufstehen und weitermachen, wird oft geraten. Aber so einfach ist das nicht: Wieso der Herzschmerz einem Drogenentzug ähnelt, erklärt Michèle Loetzner in ihrem Buch „Liebeskummer bewältigen in 99 Tagen“. In dieser Podcastfolge spricht sie über schlechte Tipps, noch schlechtere Ratgeberbücher und warum die Hoffnung eine miese Sau ist. Die Fachärztin für Psychosomatische Medizin Melanie Büttner erklärt, was währenddessen in unserem Gehirn passiert.




Der Lebensnahe

Quelle: chaosheadbitch.podigee.io

Chaosheadbitch

Etwa jede vierte Frau ist im Laufe ihres Lebens von einer Depression betroffen. Trotzdem wird, wenn es um das Thema psychische Gesundheit geht, immer noch oft geschwiegen. Julia Mosiniak lädt daher Frauen in ihren Podcast ein, die von der jahrelangen Suche nach Therapieplätzen erzählen, von ihrer Kindheit und von Selbstfürsorge. Ohne Doktortitel, ohne Bekanntheitsgrad, mitten aus dem Leben gegriffen.  


Hilfsangebote:
Solltest du dich betroffen fühlen, oder Personen in deinem Umfeld haben, die betroffen sind, dann findest du bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Hilfe: 08001110111 und 08001110222. Zögere bei Selbst- oder Fremdgefährdung nicht, den Rettungsdienst unter 112 zu rufen, oder dich an einen psychiatrischen Notdienst zu wenden.



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