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„Die Möchte-Gern-Alpha-Weibchen werden alle kinderlos sterben“

Prof. Ulrich Kutschera von der Uni Kassel rechnet in einem Interview mit der Genderforschung ab. Nachdem das Wellen der Empörung hervorgerufen hat, reagiert die Universität nun darauf.

 

Genderforschung? Das ist Pseudowissenschaft!

Wenn man dachte, viel schlimmer kann es nicht kommen, dann
hört man ein solches Interview. Der an der Uni Kassel lehrende Professor
Ullrich Kutschera hat im Gespräch mit Ingo Kahle vom RBB mit der Genderforschung abgerechnet. Sagen wir mal so, sachliche Kritik sieht anders aus. Er stellt
die Forschung nicht nur dem Kreationismus nahe, bezeichnet sie als eine
quasi-religiöse Strömung, die sich wie ein Krebsgeschwür auf andere Bereiche
ausweitet, sondern hält auch die Einführung des Begriffs 1985 für etwas, das
nur durch Trickserei von den Feministinnen durchgesetzt werden konnte.

Puh. Aber es geht noch weiter. Wie er denn auf die rund 200
Lehrstühle in der Genderforschung innerhalb Deutschlands blicke, fragt Ingo
Kahle. Da muss der Professor erst einmal korrigieren, das seien zu weiten
Teilen glücklicherweise vor allem W2 und W3-Stellen, die mit einem besseren
Lehrergehalt vergütet werden. Er, der Evolutionsbiologe, bekäme dagegen noch ein
Gehalt der alten Besoldungsordnung C – das sei ihm ein kleiner Trost. Etwas eindimensional, die wissenschaftliche Leistung nur in Gehaltsklassen zu bemessen, finden wir.

„Hochqualifizierte Frauen werden kinderlos sterben“

Auch seinen gut bezahlten Kolleginnen an der Universität hat er etwas zu sagen:

„Hoch qualifizierte Frauen sind nicht bereit dazu, jetzt einen
unterprivilegierten Mann zu heiraten. Sie sind sogar oft nicht dazu
bereit, den Mann als Vater ihrer potenziellen Kinder zu akzeptieren, der
wegen der Quote rausgefallen ist. Das heißt, Frauen suchen immer
Männer, die gleich oder höher qualifiziert sind. Nur das Problem ist,
wenn jetzt eben die höher dotierten Stellen von Quotenfrauen belegt
sind, dann fehlen diese noch höher qualifizierten Männer.(…) Das heißt, die
hoch qualifizierten Möchte-Gern-Alpha-Weibchen sterben alle kinderlos
ein.“

Auch weiß er:

„Männer wollen einfach eine nette Frau, mit der man nicht groß diskutieren muss.“

Das sind Weisheiten, die sind fast so gut wie die Flirttipps der Bravo. Was soll man sagen? Sollten viele hochqualifizierte Männer so ticken wie Professor Kutschera, dann werden die „Möchte-Gern-Alpha-Weibchen“ aber mit absoluter Sicherheit und mit Handkuss jederzeit einen mittellosen Künstler vorziehen. Aber wir hoffen hier einfach mal auf einen zu vernachlässigenden Einzelfall.

Trotzdem hat das Interview für einige Aufregung gesorgt – und nun hat auch die Universitätsleitung verlauten lassen, dass sie das Gespräch mit Herrn Kutschera suchen werden. Warum? Natürlich darf sich der Professor äußern, wie er mag, doch die Universität vertritt nach eigener Aussage den Grundsatz, Debatten mit einem Respekt vor anderen wissenschaftlichen Disziplinen zu führen. Und das ist in diesem Fall nun wirklich nicht mehr gegeben.

Das ganze Interview gibt es hier zu hören – aber Achtung, starke
Nerven sind Grundvoraussetzung.

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