Foto: Yanko Peyankov – unsplash

Irgendwas fehlt immer – warum du dem Glück nicht hinterherrennen solltest

Wir rennen den Dingen hinterher, die uns endlich glücklich machen sollen: einem neuen Job, einer neuen Liebe, mehr Geld. Doch genau diese Denkart führt zu Unzufriedenheit.

 

Du rennst und rennst und das Glück rennt hinterher

In
der heutigen Zeit werden wir förmlich überrannt mit Ratschlägen zum Thema
‚glücklich sein’
. Alle wollen glücklich sein, bei Instagram und Facebook sehen
alle anderen auch immer sehr glücklich aus, ja, sogar der eigene Account lässt
sich nicht lumpen. Dass es keinen Sinn macht, sich mit anderen zu vergleichen,
ist uns schon lange klar. Dass wir im Vergleich wahrscheinlich auch eher
schlecht abschneiden, wissen wir ebenfalls – in der Theorie zumindest. All diese Dinge haben wir dank zahlreicher (auch
wirklich guter!) Ratgeber in der Theorie bereits felsenfest begriffen, in der
Praxis sieht das aber leider irgendwie ganz anders aus.

Wenn
ich die Menschen um mich herum betrachte, dann fällt mir auf, dass wir fast
alle – mal mehr, mal weniger offensichtlich – nach dem Mangel suchen. Wir sind
förmlich davon besessen, nach dem Ausschau zu halten, was noch fehlt. Zwar
schreiben wir vielleicht ein Dankbarkeitstagebuch, meditieren und üben uns in
Achtsamkeit, dennoch überlegen wir dabei ganz still und heimlich, wie schön eigentlich
alles irgendwann sein könnte, ganz
nach dem Motto: „Wenn ich erst einmal diese neue Wohnung habe, dann…“, „Wenn
ich erst einmal im Urlaub bin und regelmäßig Yoga machen kann, dann..“, „Oh
man, wenn ich mal in einer Beziehung bin, dann..“, oder „Wenn dieses eine
Projekt erst mal vorbei ist, dann…“ 

Wir achten einfach besonders stark auf
das, was noch fehlt. Das sorgt natürlich dafür, dass wir unzufrieden sind und
innerlich immer nach ein bisschen mehr streben. Dieses Streben kann natürlich
auch produktiv genutzt werden und uns zu neuen Herausforderungen führen.
Garantiert bringt es aber auch Unzufriedenheit mit sich und führt dazu, dass
wir uns getrieben fühlen und ruhelos werden – das wiederum gibt uns das Gefühl,
nicht geerdet zu sein, was wiederum dazu führt, dass jeder Windstoß uns umhauen
kann. Man merkt, da hängt eine immense Negativspirale dran, die wir vielleicht
sogar manchmal richtig im Brustbereich fühlen können – es fühlt sich dann an
wie ein dicker Knoten, der uns beim Atmen und beim Leichtsein hindert.

Wir
binden unser Glück also an „Wenn-Dann-Konstruktionen“ – und das, mal ganz ehrlich
– können wir im Prinzip bis in alle Ewigkeit weiter so machen. Das erhoffte
Ergebnis bleibt in der Regel aber leider aus.

Es wird sowieso immer etwas fehlen, dann
kannst Du Dich doch heute auch entspannen!

Perfekt gibt es nicht

Kein
Leben ist statisch und Glück ist nichts, das man einmal erlangt hat und dann
einfach beibehält – vielmehr ist es das Streben nach Glück, das unserem Leben
als solches erst einen Sinn gibt. Soll heißen: Wir werden sowieso weiter nach
einer Verbesserung streben, ganz egal, wie perfekt schon alles sein mag, das
ist in uns angelegt und auch völlig in Ordnung so. Akzeptanz und das
Bewusstsein für die Tatsache, dass wir Glück nicht greifen und festhalten
können, sondern dass wir viel eher lernen müssen, mit seiner An- und
Abwesenheit (gut) zu umzugehen, weil es zu einem echten Leben nun mal dazu
gehört, kann beängstigend sein, weil es so unkontrollierbar wirkt. 

Meiner
Meinung nach kann es aber auch enorm befreiend sein, denn mit diesem Wissen im
Hinterkopf müssen wir uns nicht permanent vom Wenn zum Dann hangeln, sondern
können auch mal durchatmen, innehalten und uns an einen ganz wichtigen Gedanken
erinnern: „Das hier ist mein Leben.
Und nur ich alleine kann bestimmen, wie ich mich in einer Situation fühle, wie
ich sie erlebe und wer darin Bedeutung zugeschrieben bekommt!“ Das soll kein
weiterer Ratgeber sein, ganz im Gegenteil. Es ist viel mehr als ‚friendly
reminder’ zu betrachten.  Eine Erinnerung
daran, dass wir diesen Tag heute – ganz egal wie nichtig oder langweilig er
auch sein mag – einfach mögen dürfen. Weil er da ist. Weil wir atmen. Weil wir
lieben und geliebt werden. Und weil es diesen, genau diesen Tag, so nicht mehr
geben wird.

Wenn
ich mir manchmal vorstelle, wie es wäre, meinem 85-jährigen Ich zu begegnen,
einem Ich, das schon auf der Zielgeraden des Lebens angekommen ist, das viel
gesehen und erlebt hat, das Menschen hat kommen und gehen sehen, das grauhaarig,
hoffentlich in sich ruhend und sicher ein gutes Stück weiser und
selbstbewusster ist – und ich würde es fragen: „Sag mal, hast Du einen
Ratschlag für mich?  Wie denkst Du heute an
Deine 30er zurück?“ – Ich glaube nicht, dass die grauhaarige Dame sagen würde:
„ Ich wünschte, Du hättest Dir damals mehr Sorgen gemacht…“

Lea Vogel arbeitet als Life-Coach in Berlin. Ihr könnt ihr hier in unserer Community folgen und weitere Texte von ihr lesen.

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