Foto: Sebastian Schäffer

So startest du mit deinem Unternehmen durch – 4 Tipps für angehende Gründerinnen

Wie gehe ich eine Gründung an? Dazu hat Maxi Knust jede Menge Tipps, schließlich gründete sie 2015 das digitale Magazin „Fempreneur“ und veröffentlichte in diesem Jahr gemeinsam mit ihrer Co-Herausgeberin Val Racheeva „The Female Founders Book“. Hier verrät die Wahlberlinerin vier ihrer Ratschläge.

 

Warum wir gründen wollen

Hast du schon einmal davon geträumt dein eigener Boss zu sein? Selbst Entscheidungen treffen und die eigenen Ideen verwirklichen? Ein Job, der wirklich Spaß macht und man selbst bestimmen kann, mit wem man zusammenarbeitet. Und vor allem, der einem als Mutter genügend Flexibilität bietet, was Ort und Zeit der Arbeit angeht.

Diese Jobbeschreibung passt wohl am besten auf die der Gründerin. Denn das eigene Business zu gründen, bietet die Möglichkeit ein großes Stück mehr Erfüllung in der eigenen Tätigkeit zu finden. Gerade in der heutigen Zeit suchen wir alle ja ein wenig mehr Sinn in unserem Leben und eben auch unserer Arbeit. Und dieser Sinn lässt sich meistens einfacher selbstbestimmt finden und kreieren – wie zum Beispiel als Gründerin deines eigenen Unternehmens.

1. Die persönliche Motivation

Die oben genannten Gründe waren tatsächlich auch für viele Gründerinnen, die wir interviewt haben, eine starke Motivation ihr Business zu starten. Eine dieser erfolgreichen Gründerinnen ist Anna Alex, die zusammen mit ihrer Mitgründerin Julia Bösch 2012 die Personal Shopping-Plattform Outfittery startete. Anna merkte schnell, dass sie kein Typ dafür ist, einen Job zu machen, der ihr keinerlei Spaß bringt.

„Dafür ist das Leben zu kurz und es gibt so viele spannenden Sachen, die man machen kann. Ein klassischer Job ist prinzipiell nicht schlecht, nur ist das einfach nichts für mich. Ich habe früh gemerkt, dass es mich unglücklich macht, wenn ich Dinge nicht verändern und beeinflussen kann. Und wo kann ich das nun besser realisieren als in meinem eigenen Unternehmen?“, erzählte uns die erfolgreiche Unternehmerin, die mittlerweile 300 Mitarbeiter in Berlin beschäftigt.

Anna Alex, Gründerin und Geschäftsführerin von Outfittery. (Quelle: femalefoundersbook.com)

Wenn du also schon länger nicht mehr glücklich in deinem Job bist und bereits seit einiger Zeit den Wunsch hast, dein eigenes Ding zu machen, dann ist dies ein guter Zeitpunkt einmal genauer die eigene Motivation zu betrachten. Was stört dich? Was würdest du gerne ändern wollen? Und was würde dich glücklich machen? Deine ganz individuelle Motivation wird dir den Kickstart für deinen nächsten Schritt geben und die Kraft geben, Stück für Stück deinen Traum zu realisieren!

2. Entwickele ein unternehmerisches Mind-Set

Der Grundstein für dein eigenes Business ist gelegt. Doch dann kommt schon die nächste Frage: Wie werde ich eigentlich damit erfolgreich? Klar, es gibt verschiedene Strategien für Marketing, Vertrieb und Co. Aber es gibt auch eine universelle Strategie, die JEDER anwenden kann – und zwar die Ausrichtung deines Mind-Sets. Dieser englische Begriff beschreibt deine innere Einstellung, die du gegenüber verschiedenen Situationen und dem Leben insgesamt hast. Gehst du also immer vom Schlechtesten aus und denkst dir: „Ach das geht ja sowieso wieder schief.“ Oder „Ich kann das ja gar nicht.“ Nun ja, dann wird das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch so passieren. Denn unsere Gedanken formen unsere Realität!

Insbesondere der Schritt hin zur Selbstständigkeit kommt erst einmal mit einer großen Veränderung einher und daher einem gut bekanntem Freund, der Angst. Denn was ist, wenn es nicht klappt? Was ist, wenn ich scheitere? Oder wenn ich auf Schulden sitzen bleibe? Wie wir mit unserer Angst umgehen, ist ein gutes Beispiel für unser Mind-Set. Doch wie gehen erfolgreiche Menschen, die natürlich genau so Ängste haben, damit um?

Die Antwort von Olga Peters, der Gründerin von QualySense, lautete: „Was mich motiviert hat, war der Gedanke, dass ich selbst beim Scheitern immer noch gewonnen hätte. Denn ich wusste, dass alles, was ich gelernt habe, auch bleibt und mir das niemand mehr wegnehmen kann. Mit dieser Erkenntnis kann ich daher sagen, dass man keine Angst vor dem Gründen haben muss.“

Stell dir dein Mind-Set wie einen Muskel vor: Je mehr du ihn trainierst, desto Stärker wird dieser. Wie das funktioniert? Auch wenn es sich ein wenig ‚esoterisch‘ anhören mag, aber letztlich müssen wir unsere alten Glaubenssätze durch neue konstruktive Sätze, sogenannte Mantras, ersetzen. Du kannst als einfach deine neuen positiven Glaubenssätze auf einen Zettel schreiben, an deinen Spiegel kleben und täglich wiederholen.

3. Nutze deine Stärken und höre auf dein Bauchgefühl

Ein nahezu vergessener Erfolgsfaktor ist unser Bauchgefühl. Etwas, dass wir alle haben und uns nichts kostet. Doch sind wir an dieser Stelle einmal ehrlich: Auch die Businesswelt ist noch stark männerdominiert. Tatsächlich werden gerade einmal knapp 15 Prozent der Startups in Deutschland von Frauen gegründet. Die Zahlen weltweit sehen auch nicht viel anders aus. Frauen sind daher noch immer eine Rarität in der Geschäftswelt, vor allem wenn es um Machtpositionen geht. Und folglich gelten oftmals nur männliche Attribute als die einzigen Erfolgsfaktoren.

Doch die Zeiten ändern sich. Die Stärkung von Frauen in Führungspositionen geht auch einher mit einer zunehmenden Anerkennung von femininen Attributen. Und dazu zählt auch unser Bauchgefühl. Von Männern gerne mal verlacht, ist dies jedoch ein starker Erfolgsfaktor bei Gründerinnen, wie wir im Rahmen unserer Interviews herausgefunden haben: „Ich habe mich immer ganz stark auf mein Bauchgefühl verlassen und dieses hat mir auch bisher gute Dienste geleistet“, erzählte uns die Gründerin von Amorelie Lea-Sophie Cramer.

Lea-Sophie Cramer, Gründerin und Geschäftsführerin von Amorelie. (Quelle: femalefoundersbook.com)

Also lass dir nichts anderes einreden: Dein Bauchgefühl kennt die Wahrheit oftmals besser als dein Verstand! Lerne auf dieses zu hören und es weist dir wie ein Kompass den Weg durch den Gründungs-Dschungel! Denn, wie Sandra-Stella Triebl, Gründerin von Swiss Ladies Drive, es formulierte: „Die größten Fehler sind immer dann passiert, wenn ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört habe.“ 

4. Finde Vorbilder und Mentoren

Egal ob im Leben oder Business, wir brauchen Vorbilder, an denen wir uns orientieren können und die uns inspirieren, über uns hinauszuwachsen. Nun gibt es vor allem im Unternehmertum viel mehr männliche Erfolgsvorbilder. Daher fühlte auch ich mich durch Männer zur Selbstständigkeit inspiriert, wie beispielsweise durch Richard Branson. Mich inspirierte seine Abenteuerlust und der Mut immer wieder Neues zu wagen. Doch wir Frauen, brauchen auch einfache weibliche Rollenvorbilder! 

Zu internationaler Bekanntheit haben es zum Glück mittlerweile auch einige erfolgreiche Frauen in der Geschäftswelt geschaftt, wie Sheryl Sandberg, Oprah Winfrey oder die Erfolgsstory von Spanx-Gründerin Sara Blakely. Aber es gibt auch immer noch so viele erfolgreiche Frauen, von denen man noch nie oder nur selten etwas gehört hat. Umso wichtiger ist es, ihre Geschichten weiterzutragen. Denn auch bei ihnen stand meist am Anfang nur ein wenig Mut und der Gedanke „Das probiere ich jetzt mal.“ Und das können alle anderen auch.

Enthält noch viele weitere Tipps von und für Gründerinnen: „The Female Founders Book“ von Val Racheeva und Maxi Knust. (Quelle: femalefoundersbook.com)

Wer mehr erfahren will, hier könnt ihr „The Female Founders Book“ bestellen.

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