Foto: Holger Talinski

Frühstück als Stiefkind unter den Mahlzeiten? Nicht doch!

Das Frühstück ist nicht die wichtigste Mahlzeit des Tages, kann aber die schönste sein, wie ein neues Buch zeigt.

Lauter leidenschaftliche Frühstücker

Das Frühstück, schreiben die Herausgeber von „So frühstückt die Welt“ im Vorwort, sei in der Familie der Mahlzeiten viel zu häufig das Stiefkind – „nämlich immer dann, wenn wir es morgens mal wieder nicht geschafft haben, in Ruhe zu essen. Obwohl wir doch alle leidenschaftliche Frühstücker sind.“ Das merkt man dem Buch auch an: Köstliche Rezepte und schönes Fotos rund um die erste Mahlzeit des Tages – im Übrigen nicht die wichtigste, wie oft zu lesen ist, sagt Margitta Schulze-Lohoff, die das Konzept für das Buch entwickelt hat: „Im Buch haben wir auch ein Interview mit einer Ernährungswissenschaftlerin, die mit der Mär aufräumt, dass das Frühstück die wichtigste Mahlzeit sei.

Die Quintessenz: Wenn die Zeit zum Frühstück nicht reicht, ist das nicht schlimm. Lieber ein andermal richtig genießen. Ich bin jahrelang mit einem schlechten Gewissen durchs Leben gelaufen, weil ich vor der Arbeit nicht gefrühstückt habe, ich bin ein klassischer Bei-der-Arbeit-Frühstücker – mich hat die Botschaft der Wissenschaftlerin sehr erleichtert!“

Neben Rezepten finden sich aber auch viele Geschichten über Menschen, die ihre Frühstücksgeheimnisse verraten. Zum Beispiel die beiden Macherinnen von Fräuleinchen, die im Übrigen ein leckeres Rezept vorstellen, das man auch ganz hervorragend zum Office Lunch umfunktionieren kann:

Fräuleinchen frühstücken

Rebecca Hoffmann und Su Song essen und kochen gern. Manchmal zusammen, manchmal mit Freunden, manchmal einfach nur für ihr gemeinsames Onlinefoodmagazin „Fraeuleinchen“.

Fräuleinchen sind von besonderem Schlag: Sie haben Mut, ihr eigenes Ding zu machen. Fräuleinchen sind ihr eigener Herr. Und sie lieben Essen. Nein, das ist nicht ganz korrekt, sie sagen „Essen ist Lieben“ – so lautet die Unterzeile ihres Onlinefoodmagazins.

Eine kleine Küche in Berlin-­Friedenau, lang und schmal. Auf dem Regal über dem Kühlschrank stapeln sich Kochbücher, zwischen Spüle und Herd Flaschen, Gewürzdosen, Schüsselchen und eine Pfeffermühle. Rebecca Hoffmann schneidet eine Avocado in Streifen, Su Song mischt Kuh- mit Kokosmilch, Apfelstücken und Ahornsirup. Fräuleinchen frühstücken auch gemeinsam. Zumindest manchmal und auf jeden Fall heute, an die­sem Samstagmorgen.

Die beiden kennen sich seit einigen Jahren. Anfang 2014 haben sie gemein­sam „Fraeuleinchen“ ins World Wide Web gestellt. Dort gibt es jeden Tag Rezepte, meistens entwickelt von Rebecca sowie Restauranttipps und Interviews, meistens von Su. „Unsere Rezepte entwickeln wir selbst. In der Regel hier in meiner Küche“, erzählt Hoffmann. Und Song ergänzt: „Es geht bei uns um den Genuss und darum, dass man durch Kochen und Essen auch andere Kulturen entdecken kann.“

Die Idee zu „Fraeuleinchen“ hatte Rebecca Hoffmann. Sie war mit ihrem Job als Redaktionsassistentin nicht glücklich. Zufrieden war sie nur, wenn 
sie nach Feierabend in der Küche stand und kochte. „Mach das doch, wenn 
dein Herzblut dranhängt. Was gibt es besseres, als Leidenschaft und Beruf
 zu kombinieren?“, hat der Exfreund ihr damals gesagt. Also skizzierte sie ihr Onlinekochmagazin. Doch allein wollte sie ihre Idee nicht verwirklichen. „Das hätte mir keinen Spaß gemacht“, meint sie auch heute noch, „deshalb habe ich mich so gefreut, dass Su sofort Lust hatte mitzumachen.“ Sie hatten sich als Kolleginnen bei einem Onlinemagazin kennengelernt: Hoffmann war studentische Hilfskraft, Song arbeitete im Anzeigenbereich – und brachte so auch betriebswirtschaftliches Wissen mit zu „Fraeuleinchen“. Sie fanden Investoren, die ihnen den Start ermöglicht haben, und jetzt geht es weiter. Schritt für Schritt wollen sie ihr Magazin ausbauen. Fräuleinchen machen immerhin noch mehr als Kochen. Reisen zum Beispiel. Doch das Essen wird im Mittelpunkt bleiben – ist ja schließlich Lieben.

Avocadosalat mit Lachs

für 4 Personen

Zutaten:

2 Avocados

8 EL Sprossen

1 rote Zwiebel

4 Handvoll Feldsalat

frisch gepresster Saft einer Zitrone

160 g geräucherter Lachs oder Stremellachs

6 EL Olivenöl

4 EL Dijon-Senf

2 EL Honig

Salz

Pfeffer aus der Mühle

getrocknete Chili

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Foto: Holger Talinski

Zubereitung:

Die Avocados mit einem kleinen Löffel aus der Schale lösen und in Streifen schneiden. Die Zwiebel schälen und in hauchdünne Streifen schneiden, sodass sie fast durchsichtig sind (Tipp: Das funktioniert am besten mit einem richtig scharfen Messer). Die Sprossen und den Salat waschen. Salat grob hacken.

Salat auf einen großen Teller oder in eine flache Schüssel geben, die Zwiebelscheiben darüberstreuen. Jetzt die Avocadostreifen kreisförmig anrichten und mit Salz und Pfeffer würzen. Wer mag, kann einige getrocknete Chiliflocken dazugeben. Mit etwas Zitronensaft beträufeln. Den Lachs grob zerpflücken und auf dem Salat verteilen. Mit den Sprossen garnieren, nochmals alles mit Zitronensaft beträufeln und etwas frischen Pfeffer darübergeben.

Für das Dressing Olivenöl, Dijon-Senf, Honig, Salz und Pfeffer verrühren, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Das Dressing zum Schluss über den Salat geben.

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