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Wie man innerhalb von Europa zum CEO wird? Eine Studie hat darauf eine deprimierende Antwort

Nach welchen Kriterien werden CEOs in Europa ausgewählt? Was für ein Werdegang und welche Skills sind wichtig? Diesen Fragen hat sich eine neue Studie gewidmet – und hat nun deprimierende Antworten parat.

 

Der ideale CEO-Kandidat für deutsche Unternehmen: männlich
und kaum internationale Erfahrung

Ob man in einem Unternehmen bis zum CEO aufsteigt oder von außen als solcher beziehungsweise solche berufen wird, das hat
ja vor allem damit zu tun, wie gut man ausgebildet ist, wie viel Herzblut
und Ehrgeiz man für die Aufgabe hat – und natürlich, ob das Quäntchen Glück vorhanden ist.
Oder?

Nun, eine Studie bestätigt jetzt, was viele bereits ahnten: Daran liegt es im Regelfall
nicht. Vielmehr bestätigen die Ergebnisse der globalen Studie der Personalberatung Russel Reynolds Associates mit 1.000
Führungskräften in 19 Ländern  wieder einmal: das sich eine ziemlich homogene Masse den Aufstieg zum CEO eines börsennotierten
Konzerns mit einem Jahresumsatz ab zehn Milliarden Dollar erstritten hat.
Markante Merkmale? Männlich, fachkompetent, kaum internationale Expertise.
Konkret heißt das folgendes:

So wird man innerhalb Europas zum CEO

Der typische deutsche CEO ist bei seiner Ernennung 51 Jahre
alt und war zuvor 13,4 Jahre im Unternehmen tätig. Zudem werden 73 Prozent der CEOs in Deutschland intern besetzt.

Gerade einmal ein Prozent der seit 2012
ernannten CEOs in Europa sind Frauen – in den USA und Kanada steht dagegen
immerhin jedes zwanzigste Unternehmen unter weiblicher Führung. Haben die
Männer in Europa nun mal die besseren Skills und mehr Erfahrung?

Um internationale
Expertise handelt es sich jedenfalls nicht zwingend, denn die weist in Europa gerade einmal jeder dritte CEO auf – selbst wenn sie globale Verantwortung tragen müssen.

Sind das die richtigen Kriterien für Topkandidaten in
Spitzenpositionen?

Die Ergebnisse zeigen vor allem eins: Die Mühlen mahlen in
Deutschland und Europa langsam – und auch noch wesentlich langsamer als im
internationalen Vergleich. Zwar wird die Situation für extern berufene CEOs hierzulande langsam besser – sie liegt heute bei 27 Prozent, im Jahr 2012 lag sie bei 23 Prozent – aber gerade für Frauen
hat sich in Sachen Führungsposition kaum etwas getan. Zudem bleiben langfristige Beziehungen zum Unternehmen weiterhin zentral, um als CEO in Frage zu kommen.

Doch wer Spitzenleute für Spitzenpositionen will, die langfristig
gestalten und Veränderungen durchsetzen, wo sie nötig sind – was sich nun mal besonders gut
mit einem Blick von außen und unterschiedlichen Perspektiven verwirklichen
lässt – der muss selbst den Mut haben, mit alten Mustern zu brechen. Und sich endlich darauf einlassen, dass Diversität innerhalb der Führungsebene zukunftsweisend ist. Leider scheint das noch immer nicht das Credo in großen deutschen Unternehmen zu sein. Haben wir schon
immer so gemacht? Ein Satz, der disqualifiziert.

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