Foto: Washington Post

Estelle wurde geboren, bevor es das Frauenwahlrecht gab – nun wählt sie eine Präsidentin

Estelle Liebow Schulz ist 98 Jahre alt, vor der Durchsetzung des Frauenwahlrechts geboren und darf dieses Jahr zum ersten Mal eine Frau wählen. Spoiler: Ihr Wahlschein mit Kreuzchen für Hillary ist schon in der Post!

 

„I waited 96 Years“ porträtiert Frauen über 90, die sich entschieden haben, Hillary zu wählen

Liebow Schulz war zwei Jahre alt, als das 19th Amendment, das Frauenwahlrecht in den USA, durchgesetzt wurde. Schon als Kind hat sie ihre Mutter zum Wahllokal begleitet, 1940 durfte sie zum ersten Mal einen amerikanischen Präsidenten wählen: Franklin D. Roosevelt. Seitdem hat sie an jeder Wahl Teil genommen. Sie betont, dass sie, entgegen der Vorstellung, dass die Frauen ihrer Generation bei der Wahlentscheidung immer ihren Männern folgen, immer so gewählt habe wie sie es wolle. Und die Frauen, die sie kennt, haben das gleiche getan.

Eine Wahl bereut hat sie noch nie

Schon einmal hat sie ein Kreuzchen für Hillary gesetzt, das war 2008. Damals hat sie die “Democratic primary“-Wahl verloren. Trotzdem ist Schulz auf diese Wahlentscheidung besonders stolz. Es ist also keine Überraschung, dass sie dieses Jahr bereits ein “early ballot”, also einen frühen Stimmzettel mit ihrer Stimme für Hillary abgeschickt hat.

Darüber, dass eine Frau Präsidentin sein könnte, habe sie vorher nie nachgedacht. Aber auch, dass es einen schwarzen Präsidenten geben würde, war ihr nicht in den Sinn gekommen, bevor sie 2008 Obama gewählt hat. Heute ist er für sie der beste Präsident, den die USA in ihrer Lebzeit hatte. „He has such a dynamic personality, in his own quiet way.”

Der momentane Wahlkampf? Ein Catfight!

Was sie in ihrer Lebenszeit auch noch nicht erlebt habe, sei ein so garstiger Wahlkampf wie der momentane. Sie ist schockiert wie bösartig die Kampagnen sind, wie hasserfüllt die Lager gegeneinander Hetzen. Den Kandidaten ist keine Privatsphäre vergönnt und jeder Stein wird umgedreht, um den jeweils anderen Kandidaten zu verletzen. Früher seien die Wahlkämpfe viel würdevoller gewesen, kein solcher “Catfight”.

Warum aber, will sie nun Hillary wählen? Zum einen mochte sie Bernie Sanders nicht – zu Donald Trump möchte sie keinen Kommentar abegeben. Zum anderen gefallen ihr die Gesetzgebungen für die Mittelschicht, die Clinton fördert. Und, das sei ihr am wichtigsten, ihre bildungspolitischen Maßnahmen. Nach 40 Jahren Arbeitserfahrung im Bereich pädagogischer Führung weiß die 98-jährige, wovon sie spricht.

Frauen bringen etwas Außergewöhnliches ins Amt

Sie hält Clinton für geeignet und kompetent, das weltweite Vertrauen in die USA wieder aufzubauen. Sie habe in den letzten 30 Jahren einen guten Eindruck in der Welt hinterlassen, sei wohlbekannt und vielerorts geliebt. Außerdem werde ihr ihre enorme Erfahrung zu gute kommen.

Schulz schwärmt weiter, dass sie die Wahlen von Frau Merkel in Deutschland und Teresa May in England mitverfolgt habe. Frauen brächten einfach etwas anderes, etwas Außergewöhnliches, ins Amt. Sie hätten ein Feingefühl, das Männern nicht vergönnt sei. Für sie wären die drei Politikerinnen dementsprechend ein perfekter Dreiklang, von dem sie sich mehr Frieden und qualitativen Wachstum erhofft. Wir hoffen mit ihr!

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