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What’s cooking, Lisa? – Kartoffelsalat mit Fleischküchle

Lisa schreibt über die kleinen und großen Momente im Leben – immer in Verbindung mit gutem Essen. Ausgewählte Rezepte und Geschichten teilt sie jeden Mittwoch mit uns. Lasst es euch schmecken!

 

Wie bei Oma

Ganz früher, in den jungen Jahren unserer Großeltern, gab es einmal die Woche Fleisch: der Sonntagsbraten. Meine Oma von väterlicher Seite ist auf einem Bauernhof mit einem Haufen Geschwistern aufgewachsen. Das Brot wurde im eigenen Holzofen gebacken, hat sie mir einmal erzählt, die Butter wurde aus der Milch der eigenen Kühe gerahmt und die Schweine wurden im Stall gleich nebenan geschlachtet. Als älteste Tochter war sie für das Kochen für die Großfamilie zuständig. Und sonntags wurde groß aufgetischt: Es gab Hack- oder Sauerbraten, mit Knödel oder Kartoffelsalat.

Bei uns daheim war und ist immer noch der Samstag unser Sonntag. Zum Brunch gibt es frische Brötchen, selbstgemachte Marmelade, Käse, Wurst und wachsweiche Eier. Am Spätnachmittag gibt es immer ein Lieblingsessen, meistens Lasagne oder Fleischküchle, wie wir sie nennen, mit Kartoffelbrei und Gurkensalat – unser Sonntagsbraten eben.

Ich lese gerade das Buch „My Berlin Kitchen“ von Luisa Weiss vom Blog „The Wednesday Chef“ und bin im letzten Kapitel über dieses Rezept für einen Kartoffelsalat gestolpert. Ich gehöre zur Fraktion „Kartoffelsalat ist nur mit Essig-Dressing ein echter Kartoffelsalat“ (entschuldigt, liebe Mayo-Fans!), deswegen wurde dieser gestern gleich mal ausprobiert. Als Beilage (oder auch als Hauptdarsteller): Fleischküchle, Buletten, Frikadellen, Frikos, Hackbällchen, … you name it!

Zutaten für 4 Personen

Kartoffelsalat:

– 1 Kg festkochende Kartoffeln

– 3,5 EL Butter

– 2 Zwiebeln, fein gewürfelt

– 80 ml Weißweinessig

– 160 ml Rinder-, Hühner- oder Gemüsebrühe

– 1 EL Dijonsenf

– 3 EL Sonnenblumen- oder Rapsöl

– 1 TL Salz

– Pfeffer

– 1 kleiner Bund Blattpetersilie, gehackt

Fleischküchle:

– 500 g gemischtes Hackfleisch

– 1 Zwiebel, fein gewürfelt

– das Innere eines Tafelbrötchens, eingeweicht in 3 EL Milch

– 1 Ei

– 3 EL Paniermehl + mehr zum Wenden

– Salz und Pfeffer

– Öl oder besser Ghee/Butterschmalz zum Anbraten

So geht’s:

Kartoffeln in einen großen Topf geben, mit Salzwasser bedecken und bei geschlossenem Deckel zum Kochen bringen. Bei mittlerer Hitze 20 bis 30 Minuten fertig kochen. Variiert nach Größe der Kartoffeln.

In der Zwischenzeit die Fleischküchle vorbereiten. Dafür alle Zutaten außer das Öl in einer Schüssel mit der Hand vermischen, die Masse nach Belieben zu kleinen, dicken Fladen formen, in Paniermehl wenden und beiseite stellen. 

Die Kartoffeln abgießen und mindestens eine halbe Stunde abkühlen lassen, am besten über Nacht, damit ihr euch nicht die Finger verbrennt. Dann schälen und in Scheiben in eine große Schüssel schneiden.

Die Butter in einem Topf schmelzen lassen, die Zwiebeln darin glasig dünsten. Den Essig und die Brühe mit einem Schneebesen anrühren. Den Senf dazugeben und bei niedriger Hitze etwa drei Minuten ziehen lassen.

Die heiße Marinade über die Kartoffeln geben. Das Sonnenblumen- oder Rapsöl, das Salz und nach Belieben Pfeffer dazu und gut vermischen. Auch, wenn euch die Flüssigkeit zu viel vorkommt: Gießt alles rein, die Kartoffeln saugen alles zuverlässig auf.

Am besten lässt man den Salat eine Weile ziehen. Jetzt können die Fleischküchle in heißem Butterschmalz auf beiden Seiten knusprig braun gebraten werden.

Kurz vor dem Servieren die gehackte Petersilie unter den Kartoffelsalat heben – lasst es euch schmecken!

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