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4 Dinge, die ich erst in meiner Schwangerschaft lernte

Die Geburt steht kurz bevor – und genau diesen Zeitpunkt nutzt Nicole Schaar, um auf die Schwangerschaft zurückzublicken und einige Tipps aufzuschreiben, für alle die ebenfalls gerade mittendrin sind.

 

Körper, Biorythmus, berufliche Ziele: So verändert die Schwangerschaft den Blick darauf

Die Zeit der Schwangerschaft ist für eine Frau immer ein große Zeit der Veränderung. Und das nicht nur mit Blick auf das, was sich durch das Baby ändern wird, sondern es macht auch etwas mit einem ganz persönlich. Welche vier Dinge das für Nicole Schaar war, hat sie für uns aufgeschrieben.

1. Das
eigene Körpergefühl

Schwanger zu sein, stellt jede Frau vor eine völlig
neue Herausforderung. Klar, man hört vieles, man liest unglaublich viel
darüber, aber es selbst zu erleben, ist dennoch etwas ganz anderes. Und es sind
es nicht nur die Hormone, sondern ein völlig neues Körperempfinden. Zunächst
die bleierne Müdigkeit zu Beginn der Schwangerschaft. Der Zeitraum der ersten
drei Monate, in dem es für gewöhnlich noch kaum jemand weiß, man nichts sieht,
aber dennoch die größten Veränderungen stattfinden.

Plötzlich schmerzen
die  Brüste, der Geruchssinn ist
deutlicher ausgeprägt, es zieht im Unterleib, man versucht sich an die neue
Situation zu gewöhnen und ist einfach nur ständig komplett müde – und das alles
ohne Kaffee. Dazu bleibt die Angst in dieser Zeit nicht aus, dass man das Kind
verlieren könnte, da wird häufig jedes Zucken interpretiert. Sich davon nicht
verrückt machen zu lassen, fällt besonders am Anfang schwer, aber mit der Zeit
klappte das bei mir sehr gut. Die eigene Intuition ist unglaublich wichtig, denn
die kurzen Arztbesuche können schnell nervös machen und das Internet ist auf
keinen Fall ein guter Begleiter bei Fragen.

2. Das
Mysterium Schlaf

Ich konnte fast immer gut schlafen, schnell und
durch bis zum Weckerklingeln. Das war einmal. Ich würde mein Schlafverhalten
der vergangenen Monate nun in drei Phasen einteilen:

Phase 1:
Durchschlafverbot. Alle paar Stunden wurde auf die Uhr geguckt, pünktlich zum
Sonnenaufgang wurde ich immer wach und konnte wirklich schöne Sonnenaufgänge
beobachten. Die sowieso schon vorhandene Müdigkeit machte es allerdings nicht
einfacher die Tage im Büro durchzustehen.

Phase 2: Schlaf, wie man ihn kannte.
Die schlaftechnisch wohl schönste Zeit, bis auf die Tatsache, dass es selbst
bei Filmen auf der Couch sehr schwer war, die Augen offen zu halten.

Phase 3:
Kurzzeitschlaf. Durchschlafen ist schon seit Wochen nicht mehr möglich und
dafür gibt es viele Gründe: nächtliches Wasserlassen, Ischias drückt, das Baby
wird wach und strampelt einen wach, das Umdrehen wird zur sportlichen
Höchstleistung und die Hormone halten einen ohnehin ständig auf Trab – zum
Übungszweck natürlich. Da hilft nur eines: Ruhig bleiben und zumindest im
Mutterschutz immer wieder zwischendurch kurz schlafen.

3. Veränderungen
annehmen

Mit der zunehmenden Bauchgröße und der nahenden
Geburt verändert sich so einiges, ob man es als werdende Mutter möchte oder
nicht. Aber ich kann nur den Rat geben, sich nicht allzu sehr einschränken zu
lassen und das kann sehr schnell gehen. Reisen – auch mit dem Flugzeug – wenn
keine Komplikationen auftreten ist das kein Problem. Ich war beispielsweise von
der 28. bis zur 30. Woche noch auf einer griechischen Insel. Dort ging alles
etwas langsamer als gewöhnlich, aber das war überhaupt kein Hindernis.
Konzerte: definitiv. So lange ihr noch lange genug stehen könnt, geht auch das.
Sport: mit Einschränkungen. Joggen ging leider für mich nicht sehr lange, da
die Luft wegblieb und durch die sehr weichen Bänder die Angst vor Verletzungen
zu groß wurde, aber es gibt gerade für Schwangere in Berlin sehr viele
Angebote, von Yoga, bis Gymnastik oder Schwimmen. Euer Körper kann noch einiges
und dem Kind gefällt das Geschaukele sehr gut.

4. Berufliche
Ziele stecken

12/2 ist wohl das erste, was euch begegnen wird,
wenn ihr euch das erste Mal mit dem Thema Elternzeit auseinandersetzt und ihr
diese mit eurem Partner teilen möchtet. Sprecht darüber, werdet euch klar, ob
ihr gern länger zu Hause bleiben möchtet oder eurem Partner auch die
Möglichkeit gebt
, für euer Kind da sein zu können. Die Varianten sind vielfältig
und wenn man sich einmal mit dem
Elterngeldrechner arrangiert hat, macht es sogar Spaß die eigenen Pläne damit umsetzen
zu können.

Allerdings werdet ihr euch auf fragende Gesichter einstellen müssen,
denn noch immer wird erwartet, dass die Frau ein Jahr zu Hause bleibt und der
Mann nur die Partnermonate ausschöpft. Dabei gibt es mit den Partnerschaftsmonaten
und der individuellen Aufteilung viel mehr Möglichkeiten. Mir persönlich machte
es eher Angst, völlig abgekapselt ein Jahr plus Mutterschutz zu Hause zu
bleiben. Ich möchte gern ab dem 9. Monat des Kindes wieder in Teilzeit arbeiten
und dann langsam wieder aufstocken. Denn die Umstellung kam schon vor dem
Mutterschutz und ich konnte man nicht mehr alles mitmachen – Geschäftsreisen,
Konferenzen, Meetings mit Neukunden. Eine Umstellung, an die man sich zunächst
gewöhnen muss. Denn plötzlich steht ein anderer Mensch ganz im Mittelpunkt des
eigenen Lebens, allerdings bedeutet das nicht, dass man sich dabei selbst
vergessen muss. Vielmehr kommt es auf die richtige Balance zwischen der eigenen
Zufriedenheit und dem Wohl des Kindes an.

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