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Diese acht Eigenschaften machen eine gute Führungskraft aus

Wie gelingt es einem Manager nicht nur die Vorgesetzten zufrieden zu stellen, sondern auch die Mitarbeiter? Diese Frage hat Google im Rahmen einer Führungsstudie untersucht und dabei acht Eigenschaften ermittelt, die jeder Manager haben sollte.

 

Was macht eine gute Managerin aus?

Eine gute Managerin zu sein, bedeutet zweierlei: sowohl eine gute Führungskraft in den Augen der Vorgesetzten zu sein, als auch von den Mitarbeitern als solche wahrgenommen zu werden. Doch was genau braucht es dafür? Welche Fähigkeiten sind dafür essentiell? 

Im Rahmen der eigenen Führungsstudie „Project Oxygen“ hat Google genau das untersucht. Dazu wurden vergangene Leistungsbeurteilungen von Managern ausgewertet, außerdem Mitarbeiterumfragen, Gespräche und weitere Arten des Mitarbeiter-Feedbacks analysiert – und herausgekommen sind: acht Eigenschaften, die eine gute Führungskraft haben sollte.

  1. Sie ist ein guter Coach.
  2. Sie bestärkt das Team und verliert sich nicht im Mikromanagement, heißt: Sie kontrolliert nicht jede Aufgabe bis ins kleinste Detail, sondern bringt den Mitarbeitern genug Vertrauen entgegen, ihre Aufgaben eigenständig und gewissenhaft zu erledigen.
  3. Sie zeigt nicht nur Interesse für den Erfolg des Teams, sondern erkundigt sich auch nach dem persönlichen Wohlbefinden jedes einzelnen Teammitglieds. 
  4. Sie arbeitet produktiv und ergebnisorientiert.
  5. Sie kommuniziert offen und teilt Informationen mit anderen. 
  6. Sie hilft ihren Mitarbeitern bei der Karriereentwicklung.
  7. Sie verfolgt eine klare Vision und Strategie für das Team. 
  8. Sie verfügt über technische Fähigkeiten, die ihr dabei helfen, das Team anzuleiten.

Ein guter Programmierer ist nicht unbedingt auch ein guter Manager

Diejenigen unter uns, die sich bereits mit dem Thema Führung auseinander gesetzt haben, werden diese acht Punkte nicht gerade überraschen. Interessant an der Liste ist jedoch, dass technische Fähigkeiten erst an letzter Stelle genannt werden. Google schreibt dazu: 

„Während es wichtig ist, dass Manager das technische Niveau besitzen, um die Mitarbeiter zu führen, sind sogenannte Soft-Skills wie Coaching und Kommunikation absolut essentiell. Das beweist: Ein guter Programmierer ist nicht gleichzeitig auch ein guter Manager.“ 

Doch ein guter Coach zu sein – auch diese recht schwammige Formulierung lässt wieder Fragen offen: Was genau bedeutet das? Welche Eigenschaften braucht es, dass die Mitarbeiter einen Manager auch als guten Coach wahrnehmen?

Die neuen Erkenntnisse von Google lassen unter anderen auf diese vier Eigenschaften eines guten Coaches schließen: 

Er kann zwischen Mikromanagement und Unterstützung unterscheiden

Egal, ob ein Mitarbeiter bereits fünf Jahre im Unternehmen ist oder, ob er gerade erst ganz neu ins Unternehmen eingestiegen ist – ein guter Coach hilft den Mitarbeitern bei der Definition ihrer nächsten Ziele und unterstützt sie dabei so stark er kann. Gleichzeitig weiß er aber genauso gut, wann er sich zurückzunehmen hat und den Mitarbeitern ihren Freiraum lassen muss, sodass sie ihren Zielen auf ihre eigene Art und Weise näher kommen können. 

Er pflegt eine regelmäßige Feedback-Kultur 

Ja, Führungskräfte haben durchaus einen vollen Terminkalender und Feedback-Gespräche mit den Mitarbeitern mögen da vielleicht nicht so gut reinpassen – doch sie sind essentiell. Schafft es ein Manager, alle ein bis zwei Wochen ein einstündiges Gespräch mit jedem seiner Mitarbeiter zu führen, wird sich das auf die Zusammenarbeit deutlich positiv auswirken. Die Mitarbeiter haben das Gefühl, gehört sowie wertgeschätzt und nicht nur als Arbeitsmaschinen, sondern wirklich als Menschen mit Sorgen und Gefühlen wahrgenommen zu werden. 

In diesen Mitarbeitergesprächen geht es vor allem darum, den Mitarbeitern zuzuhören. Lasst sie reden, ihre Sorgen vortragen und Verbesserungsvorschläge machen. Es geht nicht darum, sich für irgendwelche Dinge rechtzufertigen, sondern einfach nur darum, den Mitarbeitern Gehör zu schenken. Der Manager sollte dabei, so empfiehlt Google, 10 Prozent Gesprächsanteil haben, die restlichen 90 Prozent gehören dem Mitarbeiter. 

Er will seine Mitarbeiter besser kennenlernen

Eine kontinuierliche Feedback-Kultur führt uns gleich zum nächsten Punkt. Denn, wer gutes Feedback geben will, muss seine Mitarbeiter kennen. Erkundigt euch nach ihren beruflichen Zielen und arbeitet gemeinsam ihre Stärken heraus. Google beweist: Die Manager, die die Stärken ihrer Mitarbeiter kennen, haben zu 71 Prozent höhere Chancen, motivierte und engagierte Mitarbeiter an ihrer Seite zu haben, die vor allem auf eines Wert legen: Loyalität. 

Er gibt zu, wenn er nicht weiter weiß

Gute Coaches müssen und können nicht alles wissen, schließlich sind sie keine Übermenschen. Fehlendes Wissen sollte also nicht vorgetäuscht und falsch vermittelt, sondern einfach zugegeben werden. Warum hat man denn ein Team, das über ein Vielzahl an Talenten und einen riesigen Pot an Wissen verfügt? Lasst sie teilhaben, fragt sie nach ihrem Expertenwissen und profitiert voneinander. 

Liebe Unternehmen, ihr müsst umdenken

Was auf diese Erkenntnisse jetzt noch folgen muss, ist ein Umdenken in Unternehmen. Warum? Wer im Unternehmen aufsteigt, nimmt mit seiner höheren Position oftmals auch größere Verantwortung in Kauf. Dabei hat uns allerspätestens diese Studie gezeigt: Manch guter Mitarbeiter ist einfach nur extrem talentiert auf seinem Fachbereich, aber nicht automatisch auch eine gute Führungskraft. Und manch durchschnittlicher Mitarbeiter ist dafür ein extrem guter Manager. Da es keiner von den beiden weniger oder mehr verdient hat, aufzusteigen, sich aber beide nicht gleichermaßen als Manager eignen, muss es zukünftig auch Aufstiegsmöglichkeiten geben, ohne damit auch gleich ein Team von 20 Leuten managen zu müssen. Auch hier gilt: Die Stärken eines jedes Mitarbeiters müssen identifiziert, ausgebaut und individuell genutzt werden. 

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