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Hilfe, ich bin ein Millennial! So meistert ihr Konflikte mit euren älteren Kollegen

Wer als Millennial in einem Unternehmen mit vielen älteren Kollegen beginnt, sieht sich oft mit kleinen Generationsujnterschieden konfrontiert. So könnt ihr bei den Baby-Boomern am besten punkten.

 

„Kannst du auch
dieses Twitter?“

Wer nicht gerade in einem jungen Startup arbeitet, sieht
sich als Mittzwanziger oft am Arbeitsplatz mit Kolleginnen oder Chefs einer älteren Generation
konfrontiert. Worauf man als Millennial im Umgang mit seinen Ü50-Kollegen achten sollte, hat die US-Journalistin Ann
Friedmann in einer Befragung herausgefunden, bei der sie unterschiedliche Millennials via Twitter

um ihr Statement gebeten hat. 

Als Mittzwanziger stellt man häufig fest, dass man
in Bewerbungsgesprächen besonders auf seine Social-Media-Skills angesprochen wird.
Denn hier liegen ganz klar die Stärken der Generation Y, die mit Facebook,
Instagram, Twitter und co.
praktisch aufgewachsen ist. Für viele Chefinnen und
Mitarbeiter, die zur sogenannten Baby-Boomer-Generation zählen, sind die
meisten Online-Plattformen hingegen Neuland. Wie aber wendet man seinen Wissensvorteil am
besten an, ohne die älteren Kollegen dumm dastehen zu lassen?

Ihr sollt das Unternehmen nicht neu erfinden

Eines sollte von vornherein klar sein: Nicht alle über
50-Jährigen sind in digitalen Dingen völlig unerfahren. Dennoch macht es gerade im
Arbeitsalltag einen Unterschied, ob man den Umgang mit Online-Kanälen bereits während
seiner Jugend mit auf den Weg bekommen
hat oder ob man seine bisherige
Arbeitsweise und den Kontakt zu seinen Mitarbeitern und Kunden auf einmal an digitale Prozesse anpassen muss. Für die jüngeren Mitarbeiterinnen entsteht somit die ungewohnte Chance, ihren älteren Kollegen etwas beizubringen. Wichtig dabei ist jedoch, denjenigen, die schon deutlich länger an Bord sind, nicht das Gefühl zu geben, dass ihre Arbeit ab sofort überflüssig ist.

In ihrer Online-Befragung hat die Journalistin Ann Friedmann  Millennials unter 33 Jahren befragt, welche Tipps sie im
Arbeitsumgang mit ihren älteren Mitarbeitern haben. Einer davon lautet, man
solle nicht immer gleich nach technischen Lösungen für alle Probleme suchen,
sondern auch mal altmodisch denken und versuchen nachzuvollziehen, welche
digitalen Prozesse wirklich notwendig oder hilfreich für die jeweilige
Arbeitsstruktur erscheinen.

„Das ist super einfach“

Wenn man jedoch einen guten Grund für seine Änderungs-Anregungen hat, sollte man immer
darauf achten, diese nicht mit den Worten „Das ist super einfach“ einzuleiten. Es gibt einige Menschen, die zunächst skeptisch auf technische Innovationen
reagieren oder befürchten, dass sie nicht auf Anhieb verstehen, wie man beispielsweise Dateien
in der Dropbox sammelt oder neue User über Facebook generiert. Friedmanns Rat lautet daher, immer
freundlich zu bleiben, auch wenn euer Chef versehentlich in einer privaten Mail an euch
auf „An alle senden“ klickt oder Witze über die Sinnlosigkeit von Instagram
reißt.

Eure Mitarbeiter
wissen nicht, was queer bedeutet?

Eine weitere Tücke, die euch in einem Arbeitsumfeld mit
älteren Mitarbeitern begegnen könnte, ist die unerfreuliche Tatsache, dass Kolleginnen und Kollegen der älteren Generationen teilweise ein geringeres Verständnis und Wissen
um (gender-) politisch korrekte Formulierungen und Lebenseinstellungen
besitzen. Schließlich hat sich nicht nur im digitalen Bereich einiges in den letzten Jahres getan.

Selbst
wenn ihr das Glück habt, mit einem Team zusammen zu arbeiten, dass frei von
Sexismus und rassistischem oder klassenorientiertem Denken ist, kann es
gut sein, dass eure Mitarbeiter mit der Vorstellung einer queeren
Genderidentität wenig vertraut sind.

Eine der befragten Millennials, die entsprechende Erfahrungen in
ihrem letzten Job gemacht hat, erklärt, sie habe ihren Mitarbeitern auf eine
freundliche Weise angeboten, dass man sie fragen könne, wenn  Formulierungen unklar waren.

„I wanted
them to know it was safe to ask, and I would guide them toward respectful
language and understanding around basic stuff.”

„After Work”

verbindet

Auch wenn ihr nicht Teil derselben Generation seid und dadurch
in bestimmten Punkten nicht auf einer Wellenlänge seid, kann es nie
schaden, nach Feierabend mal ein gemeinsames Bier oder einen Kaffee mit den Kolleginnen zu trinken
und sich fern des Büros untereinander auszutauschen. Wer anderen zuhört, wird künftig auch von anderen
gehört.

Aber auch wenn man tagsüber im Büro sitzt und eigentlich tausend Dinge vor sich liegen hat, die darauf warten erledigt zu werden, kann es helfen, hin und wieder das Gespräche mit seinen Kolleginnen und Kollegen zu suchen. In vielen jüngeren
Unternehmen ist es inzwischen Gang und Gebe, sich lieber mal eben schnell eine
Mail zu schreiben, anstatt persönlich an den Schreibtisch nebenan zu gehen, um seine Frage loszuwerden.

Imani Oakley, ebenfalls eine von Friedmanns befragten Millennials,
findet allerdings, dass der direkte Kontakt mit ihren älteren Kollegen vieles
an der gegenseitigen Wahrnehmung bewirken kann. Zudem sei es ihrer Meinung nach gut, ab und an innerhalb seiner Gespräche zu signalisieren, dass man noch etwas
von der älteren Generation lernen
wolle:

„Ask them
how they did it — baby boomers love to be heard and admired.”

„Du könntest meine
Tochter sein!“

Jede und jeder von uns sollte eine eigene Meinung haben und
zu dieser stehen. Wie Friedmann aus ihrer Umfrage schließt, kann es in manchen Fällen allerdings ratsam sein, nicht zu
voreilig seiner Empörung über den Kommentar eines Kollegen Luft zu machen. Bei
älteren Kollegen können durchaus mal unüberlegte Sätze fallen wie: „Ich habe
Kinder in deinem Alter!“. Was auch immer sie euch damit mitteilen wollen, es empfiehlt sich Kommentare wie „Und du bist so alt wie meine Eltern“ zu unterdrücken. Das Verhältnis
unter Kollegen sollte sich nicht zu stark an irgendwelchen Alters bedingten
Rollenvorstellungen oder Erwartungen orientieren, sondern an der Qualität der
Arbeit, die ihr miteinander oder füreinander leistet.

Denkt als Millennial außerdem immer daran, dass ihr irgendwann diejenigen sein
werdet, die sich über die jüngere Generation und ihren neumodischen
Schnickschnack beschweren wird. Also, keep it easy!

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