Foto: Unsplash | Mallory Johndrow

Wie man als Freiberuflerin Phasen der Angst überwindet – und glücklich wird

Egal, wie glücklich ich mit meiner Selbstständigkeit bin: Der Zweifel ist mein ständiger Begleiter. Warum ich mir selbst erlauben darf, Angst zu haben – und wie ich sie produktiv nutzen kann.

 

Was ist dieses „mehr“?

Ich bin wirklich glücklich mit meinem Leben als Freiberuflerin. Ich kann komplett eigenverantwortlich nach meinem eigenen Rhythmus arbeiten, die Kunden scheinen meine Arbeit zu schätzen. Dank Künstlersozialkasse bin ich wunderbar abgesichert und verdiene mit meiner Arbeit angemessen viel Geld. In meinem ganzen Leben war ich noch nie so zufrieden, wie ich es gerade bin. Beruflich könnte ich gerade nicht glücklicher sein.

Eigentlich. 

Denn, alle paar Monate überkommt mich eine unfassbare Angst, weil ich das Gefühl habe, „mehr“ machen zu müssen. Als Selbstständige gibt es für mich keine Karriereleiter. Was für mich auch nicht weiter schlimm ist, da die klassische Bürokarriere vom Trainee zur CEO für mich nie wirklich eine attraktive Option war. Dennoch bekomme ich immer wieder Zweifel, ob ich auf langfristige Sicht so weiter arbeiten kann oder, ob mein Job irgendwann von Maschinen und Textgeneratoren erledigt wird und ich dann zu lange selbstständig war, um mich je wieder in einer Büroumgebung bewegen zu können. 

Dass ich Jetzt einen passenden Bürojob suchen muss, um überhaupt noch die Chance auf irgendeine „Karriere“ der klassischen Art zu haben – obwohl ich das ja eigentlich gar nicht will. 

Die Angst vor dem Versagen

Klingt paradox, nicht wahr? Ich wurde so erzogen, dass ich nach „mehr“ streben soll, ohne genau zu wissen, wie sich dieses mehr definiert. Reicht es nicht, dass ich glücklich mit meiner Arbeit bin? Dass ich mich erfüllt fühle, wenn ich einen guten Text abgebe, Lob von einem Kunden bekomme, mein Honorar innerhalb von wenigen Tagen auf meinem Konto vorfinde? Woher kommt diese Angst, nicht „genug“ zu schaffen?

Schon öfter boten mir Agenturen und Geschäftspartnern Stellen als feste Mitarbeiterin an, hin und wieder klicke ich mich im Web durch verführerische Jobangebote. Die Versuchung ist jedes Mal stark, doch mindestens genauso stark sind meine Zweifel. Ich habe Angst, dem Job nicht gewachsen zu sein, dass jemand, der mich live beim Arbeiten beobachten kann, zu spät merkt, dass ich doch gar nicht so gut bin. 

Zuhause, alleine an meinem Schreibtisch, verurteilt mich niemand dafür, dass ich fünf Stunden für 300 Wörter brauche, weil ich zwischendrin Youtube-Videos schaue, Mass Effect spiele oder auf Tumblr prokrastiniere. Da zählt nur, dass ich vor der Deadline einen guten Text abgebe. Und das kann ich. Da fühle ich mich sicher. Im Live-Umgang mit Kollegen nicht.

Muss ich ein schlechtes Gewissen haben?

Als mir bewusst geworden ist, dass mich mein Job einfach glücklich macht, hatte ich aus Reflex ein schlechtes Gewissen. Natürlich arbeite ich hart, gebe mir viel Mühe mit meinen Texten, stecke viel Zeit in jede einzelne Produktbeschreibung und jeden Blogpost. Aber darf man das – glücklich, ausgeglichen und erfolgreich sein, einfach so? Erfolgreich sind doch nur Leute, die jeden Tag vor 8 Uhr aufstehen, zwölf Stunden arbeiten und irgendwann befördert werden, oder? 

Aber was kann ich gegen diese Zweifel tun, die mich in Episoden immer wieder überfallen? Gar nichts. Im Gegenteil: Nach meinem letzten Angstanfall habe ich mir geschworen, sie das nächste Mal wie einen alten Bekannten zu begrüßen, sie nicht mehr als Feind zu sehen, sondern als Verbündete auf meinem Lebensweg.

Zweifel gehören dazu

So schwer es auch fällt: Die Phasen des Zweifelns haben ihre Vorteile. Es gibt kaum eine bessere Gelegenheit, die eigenen Wünsche und Vorstellungen vom Leben zu analysieren.

Als Selbstständige habe ich komplett selbst in der Hand, wie sich mein Erfolg gestaltet und genau das macht mich so glücklich. Ob ich erfolgreich bin oder nicht, hängt komplett von meinem eigenen Engagement ab. Zwar würde ich kurzfristig meine Freiheiten (Arbeitszeit und -ort) gegen Sicherheiten eintauschen (Verdienst und Auftragslage), allerdings kann mir niemand den Erfolg des Unternehmens garantieren. Weil es ganz einfach nicht in meiner Hand liegt. Es kann pleite gehen, die Zusammenarbeit scheitern, auch Gehaltserhöhungen haben ihre Grenzen, irgendwo hören die Aufstiegschancen auf. 

Diese Erkenntnisse hätte ich nie gewonnen, wenn ich nicht an meiner Selbstständigkeit gezweifelt hätte. Diese Analyse, der Blick von außen, zu dem mich meine Zweifel zwingen, hat einen unschätzbaren Wert. 

Also, liebe Mit-Freiberuflerinnen und junge Selbstständige: Umarmt eure Zweifel! Zieht sie nahe zu euch heran und hört ihnen zu. Manchmal verstecken sich in ihnen nämlich Botschaften, die wir in Glück und Erfolg verwandeln können.

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