Foto: Pexels

Was du ändern solltest, wenn du montags immer schlechte Laune hast

Wer Sonntagabend mit Bauchschmerzen an Montag denkt, sollte sich eine Frage stellen: Bin ich glücklich? Denn gewisse Reaktionen auf bestimmte Wochentage sind bloß Symptome für ein tieferes Problem. Wer mit seinem Job nicht glücklich ist, ist mit seinem halben Leben nicht glücklich.

 

Warum ist der Montag so unbeliebt?

Eigentlich ist er unschuldig. Er kann nichts für seinen Namen, nichts für seine Position und nichts für sein Image. Und trotzdem wird er für die immer wiederkehrende schlechte Laune und Müdigkeit vieler Menschen verantwortlich gemacht. Darüber hinaus wird er ständig mit dem Freitag verglichen. Als Symbol der Freiheit und Auslöser für die Feierlaune vieler Menschen hat der Freitag wirklich die beste Position in der Woche zugeteilt bekommen. Ja, im Vergleich dazu hat es der Montag wirklich nicht einfach. Warum ist der Wochenstart so unbeliebt? 

Wöchentlich grüßt das Murmeltier 

Ich könnte meine Hand dafür ins Feuer legen: Wenn ich sonntagabends die Facebook-App öffne, rechne ich schon damit, (wie jede Woche) zahlreiche Bilder auf der Startseite angezeigt zu bekommen, auf denen Sätze wie die folgenden stehen: 

„Nur noch fünf Tage, dann ist wieder Wochenende.“ „

Der Plan für Montag? Auf Freitag warten!“ „

Jeder Tag ist ein Geschenk. Ich wüsste gern, wo ich den Montag zurückgeben kann.“ „

Das Einzige, was ,Montag‘ und ,Motivation‘ gemeinsam haben, ist der Anfangsbuchstabe.“  

Ich könnte diese Zitat-Liste jetzt noch ewig weiterführen. Doch mit jedem neuen Spruch wächst das Unverständnis und gleichzeitig Mitleid in meinem Kopf. Denn wenn ich einen Schritt weitergehe, wird schnell klar, dass es gar nicht darum geht, ob heute Montag, Dienstag oder Freitag ist. Gewisse Reaktionen auf bestimmte Wochentage sind bloß Symptome – das „Problem“ ist jedoch viel tiefer verankert. 

Symptome erkennen und Ursachen angehen 

Wer sonntags mit einem wehleidigen Gefühl auf dem Sofa sitzt und sich mit dem Gedanken quält, am Montag wieder zur Arbeit „gehen zu müssen“, sollte sich mit einer Frage konfrontieren: „Bin ich glücklich?“. Akute Bauchschmerzen bei dem Gedanken an die Arbeit sind wohl eher nicht das Zeichen großer Vorfreude. Vielleicht verdreht jetzt der eine oder andere die Augen – aber ist es nicht so, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist? Ich weiß, dieses Sprichwort ist ausgelutscht. Doch vielleicht wird es gerade deswegen nicht mehr so ernst genommen, wie es eigentlich genommen werden sollte.

Mehr als das halbe Leben besteht aus Arbeiten. Arbeit, um Geld zu verdienen, das man dann für Dinge ausgeben kann, die einen glücklich machen (und natürlich für überlebensnotwendige Güter). Ist das nicht paradox? Menschen arbeiten, um sich ein glückliches Leben leisten zu können! Seien es Kinoabende mit Freunden, Partys, ein tolles Auto oder neue Klamotten. Glücksgefühle werden in den meisten Fällen durch Dinge ausgelöst, die nicht „alltäglich“ sind (unbewusst gibt es natürlich auch alltägliche Situationen, die Endorphine ausschütten, jedoch werden diese oftmals zu wenig wahrgenommen). Aber wer kann von sich behaupten, Glücksgefühle zu empfinden, wenn er an die Arbeit denkt? Diejenigen, die diese Frage mit „Ich kann das“ beantworten können, beglückwünsche ich aus tiefstem Herzen. Allen anderen hoffe ich hiermit die Augen ein wenig öffnen zu können und im Laufe meines Beitrages klar zu machen, dass der Montag gar nicht mal so übel ist. 🙂 

(Mon)tag oder (Frei)tag – was ist der Unterschied?

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich den Montag noch nie verflucht habe. Das habe ich! Besonders zu meiner Schulzeit fiel es mir schwer, mich nach dem Wochenende aufzuraffen und motiviert am Montagmorgen den Weg zur Schule anzutreten. Teilweise hatte ich dieses Gefühl sogar noch zu Uni-Zeiten und auch später in meinem Job in einer Festanstellung. Jetzt weiß ich: Dieses Gefühl wurde dadurch ausgelöst, dass ich nicht das gemacht habe, was mich erfüllte. Oder etwas gemacht habe, was mich unter Druck gesetzt und Stress ausgelöst hat. Seit ich selbstständig bin, habe ich dieses Gefühl nicht mehr – zumindest nicht oft und nicht im Dauerzustand.

Ich habe festgestellt, dass es für mich ein großer Unterschied ist, ob ich für andere oder für mich selbst beziehungsweise mit meinen eigenen Kunden arbeite. Klar, es gibt bei mir auch Tiefpunkte und Tage, an denen ich nicht die größte Motivation habe. Doch diese Situationen sind nicht von gewissen Wochentagen abhängig. Mittlerweile spüre ich keinen Unterschied mehr zwischen einem Montag und einem Freitag. Denn egal, welcher Wochentag gerade ist: Ich habe Spaß an dem, was ich mache. Und wenn ich samstagabends plötzlich eine Inspiration für einen Text habe, dann arbeite ich halt auch samstagabends! Und zwar gerne.

Keine Sorge: Meine Intention ist es nicht, jeden dazu zu bewegen, sich selbstständig zu machen, um glücklich zu sein oder zu werden. Ich möchte lediglich für dieses Thema sensibilisieren und zum Denken anregen. Denn letztlich geht es um eine zentrale Frage, die sich jeder selbst beantworten sollte: 

Bin ich glücklich mit meinem Job? Wenn ja: super! Wenn nein: Wie kann ich das ändern? 

Wer mit seinem Job nicht glücklich ist, ist automatisch mit seinem halben Leben nicht glücklich. Job kündigen und was Neues suchen? Okay, das wäre eine radikale Konsequenz und Entscheidung. Wer sich das traut: Hut ab und Gratulation! Doch auch mit kleinen Veränderungen kann man darauf hinarbeiten, festgefahrene Strukturen in seinem Leben zu ändern und wieder mehr Zufriedenheit zu empfinden. Sei es eine besondere Morgenroutine, die man liebt oder eine spezielle Aufgabe, die man sich vorgenommen hat und gerne umsetzen möchte: Schon Kleinigkeiten lösen Glücksgefühle aus, wenn man sie erkennt – ja, auch an einem Montag. Eine solche Kleinigkeit habe ich beispielsweise irgendwann in meinem Weg zur Arbeit entdeckt. Ich habe es regelrecht genossen, morgens eine halbe Stunde im Auto zu sitzen, die Musik aufzudrehen, mitzusingen und einen Coffee-to-go zu trinken. Die morgendliche schlechte Laune war dadurch wie verflogen und der (Mon)tag konnte starten! 

Nicht zu lange warten

Schon montags auf den Freitag zu warten und nur aufs Wochenende hinzuarbeiten, bedeutet im Umkehrschluss, vier von sieben Tagen nicht zu genießen – zumindest nicht in dem Maße, in dem man es könnte. Warum also immer nur warten? Das Leben besteht nicht aus Wochenenden, sondern aus Wochentagen! In meinen Augen ist es jeder Tag Wert, gefeiert zu werden. Und deswegen feiere ich auch den Montag – denn er ist nicht nur der Start einer neuen Woche, sondern erinnert mich auch immer wieder daran, dass ich glücklich bin. Besonders, wenn ich sonntagabends die Facebook-App öffne. Und vielleicht bekommt der Montag von dem einen oder anderen künftig auch ein wenig mehr Wertschätzung – so wie der Freitag.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Tabeas Blog. Wir freuen uns, dass sie ihn auch bei uns veröffentlicht.

Mehr bei EDITION F

Was einen Montag zu einem guten Tag macht. Weiterlesen

So macht ihr den Montag zu einem tollen Start in die Woche. Weiterlesen

Friyaaaay! So holst du das Beste aus dem letzten Arbeitstag heraus. Weiterlesen

Anzeige

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.