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Zwei Kündigungen in einem Jahr – und nun?

Unsere Community-Autorin Laura wurde im Laufe des Jahres zwei Mal gekündigt. Was sie dabei gelernt hat? Dass eine Kündigung manchmal das Beste ist, was einem passieren kann.

 

Januar – Umzug nach Berlin für einen neuen Job

Alles war neu, das Umfeld, die Stadt, die Leute, die Kollegen, der Rythmus, das Leben, die Herausforderungen. Ich habe viel gelernt, viel gearbeitet, viel ausprobiert. Den ein oder anderen Konflikt erlebt, dann das Feedbackgespräch und eine Woche später die Kündigung. Ich war verletzt und gekränkt. Und wütend und enttäuscht. Es fühlte sich fast wie eine Trennung von einer Partnerin oder einem Partner an. Das war mir neu. Doch die meisten Gefühle kannte ich bereits aus vorherigen Abschlüssen und Phasen, die sich einem Ende zuneigten.

August bis September – Eine neue Herausforderung beginnt

Eine neue Herausforderung, die sich mir offenbarte: Ich hatte keinen Job in einer Stadt, in der ich mich noch nicht komplett sicher bewegte und in der ich mich seit der Kündigung eher verloren fühlte. Es gab kein Zurück zur „alten“ Heimat, von der ich mich bereits zu weit weg entwickelt hatte. Aber die neue Heimat war auch noch keine wohlig-warme-und-nach-Zuhause-anfühlende Heimat geworden. Kommt Rat, kommt Tat, kommt Herzschlag. Ich versuchte durch unzählige Spaziergänge, nächtliche Tanzexzesse, lange Schlaf- und Schreibphasen meinen inneren Kompass wiederzufinden. Und loszulassen. Doch erstmal musste ich die Enttäuschung und Trauer, von deren Intensität ich selbst erstaunt war, verarbeiten und loslassen.

Ende September bis vorgestern – Nur du selbst weißt, was du willst

Nach unzähligen Vorstellungsgesprächen und Diskussionen über das jeweilige Gehalt bekam ich endlich eine Stelle angeboten. Ich hatte mich eigentlich für eine ganz andere Position in dem Unternehmen beworben. Jedoch wurde ich während des Gesprächs umgestimmt. Schlussendlich stellte sich das aber als Fehler heraus. Das Arbeitsverhältnis wurde wieder gelöst. 

Was vielleicht nach Versagen aussah, empfand ich als sehr wichtigen Erfahrungsgewinn: Ich habe während des dortigen Gesprächs die Verantwortung für das, was ich möchte an jemand anderes übertragen. Das konnte am Ende nur schief gehen. Wenn nicht ich, wer sonst kann bitte beurteilen, was ich wirklich will? Mir ist außerdem klar geworden: Ich habe noch viel Lernpotential, um mich in bestimmten Situationen durchzusetzen. Das wird mich stärker machen. Denn durchs Ausprobieren bin ich der für mich passenden Tätigkeit ein weiteres Stück näher gekommen.

Seit Vorgestern – Finde das, wofür du brennst

Für alle, die noch auf der Suche sind: Scheitern ist nicht schlimm sondern wichtig, um an das eigene Ziel zu gelangen. In Situationen, die immer wiederkehren, liegt ein besonderer Schatz: Finde heraus, was dich zum explodieren, zum scheitern, zum dich abwenden bringt. Wenn du weißt, was nicht zu dir passt, kannst du es das nächste Mal direkt aussortieren. In meinem Fall heißt das: eine Position in Autonomie aufbauen, immer wieder bewusst die Verantwortung für mich selbst wahrnehmen, meinem Bedürfnis folgen und mir nichts von außen aufsetzten lassen. Denn nur ich weiß, in welchem Rahmen und unter welchen Umständen ich wirklich gut bin. Und das ist am Ende für alle Beteiligte der größte Gewinn.

Habt keine Angst vor dem Scheitern, sondern nur vor dem Bereuen!

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