Foto: Lala Moebius

Lala Moebius: „Wie ich meine Künstler auswähle? Die Ästhetik der Kunstwerke muss mich berühren“

„Kunst und Kunstkaufen muss Spaß machen“, sagt Lala Moebius. Und genau diese Haltung vermittelt sie mit der von ihr gegründeten Fotokunst-Plattform „Photo Art Lala Moebius“. Wie es zur Gründung kam und was sich jemand aus der Branche während des Gallery Weekends anschaut, das hat sie uns im Interview erzählt.

 

„Ausschlaggebend für die Gründung war meine Leidenschaft für
die Sache“

Lala Moebius war bereits viele Jahre auf dem internationalen
Kunstmarkt tätig, als sie sich vor gut einem Jahr entschloss, selbst zu
gründen. Mit ihrer Fotokunst-Plattform „Photo Art Lala Moebius“ fördert sie
Künstler, die auf ganz diverse Art mit der Fotografie arbeiten – und hat sich
selbst einen Ort geschaffen, an dem sie auf sehr persönlicher Ebene mit
Künstlern und Käufern zusammenarbeiten kann.

Wir haben mit ihr über ihren Weg gesprochen
und uns ein paar Tipps für das anstehende Gallery Weekend in Berlin geben
lassen.  

Lala, du hast die Fotokunst-Plattform „Photo Art Lala
Moebius“ gegründet. Was war dein Antrieb?

„Ausschlaggebend für die Gründung war meine Leidenschaft für das Handwerk und die Ästhetik von
Fotografie. Die sich immer weiter entwickelnden fotografischen Techniken
faszinieren mich!“

Bevor Du selbst gegründet hast, hast du bereits in der
Kunstbranche gearbeitet. Welche Stationen haben dich besonders geprägt?

„Meine Ausbildungsjahre, noch vor meinem Studium, waren in
der ‚Galerie Eigen + Art’ in Berlin. Das war eine tolle Zeit – sehr prägend für
die grundlegenden Werte im Umgang mit Künstlern, Kunst und Sammlern.
Anschließend war ich für die ‚Freunde der Nationalgalerie’ in der
Ausstellungsorganisation tätig. Ich hatte das Glück, an Projekten von
wunderbaren Künstlern wie Thomas Demand, Taryn Simon oder Gerhard Richter
mitzuwirken. Vor meinem Schritt in die Selbstständigkeit habe ich als
Galeriemanagerin der Galerie ‚neugerriemschneider’ gearbeitet. Das hat mir
gezeigt, was es bedeutet, international vernetzt im globalen Kunstmarkt zu
arbeiten.“

Welche Lücke füllst du mit deiner Plattform und für was
stehst du?

„Zugänglichkeit, Flexibilität und Verlässlichkeit – und vor
allem: Ich arbeite auf einer sehr persönlichen Ebene mit Käufern und Künstlern.
 Zweimal im Jahr präsentieren wir, im
Rahmen der Ausstellungsreihe ‚Photo Art’ neue Künstler und Werke. Die Präsentation ist für ein einziges Wochenende
zu sehen und findet an wechselnden Orten statt. Alle Arbeiten stehen zum
Verkauf und jeder ist willkommen. Kunst und Kunstkaufen soll Freude machen! ‚Photo
Art Volume II
wird diesen Herbst in Berlin stattfinden.“

Nach welchen Kriterien entscheidest du, welche Künstler du aufnimmst?

„Alle von mir präsentierten Künstler arbeiten mit
fotografischen Techniken, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise. Die
Werke zeichnen sich durch hohe handwerkliche und künstlerische Qualität aus.
Und ‚last but not least’: die Ästhetik der Werke muss mich berühren. Online
sind Werk-Serien von Katharina Ira Allenberg, Hannah Herzberg, Helena Petersen
und Julian Slagman zu sehen. Bald
kommen zwei weitere Neuentdeckungen dazu!“

Kommen eigentlich auch Künstler auf dich zu?

„Ja, ich bekomme Bewerbungen, persönliche Empfehlungen,
entdecke neue Künstler in Ausstellungen und stoße auch online auf Werke, die
mein Interesse wecken.“

Heute beginnt das Gallery Weekend in Berlin, ist das eine
wichtige Veranstaltung für dich?

„Absolut. Ich schätze das Gallery Weekend in Berlin sehr!
Für mich sind es intensive Kunsttage mit wichtigen Begegnungen. Ich mache
spannende Neuentdeckungen; das gilt für die Kunst selbst, aber auch für
interessante Orte.“ 

An welchen drei Kunst-Orten sollte man deiner Meinung nach
an diesem Wochenende auf jeden Fall vorbeischauen?

„1. Als Horizonterweiterung in Sachen chinesischer antiker
Möbel und Skulpturen aus Südostasien: Die ‚Feuerle Collection’. Ein neues
Privatmuseum in einem alten Telekommunikationsbunker.

2. Ein
Fotokunst-Klassiker: Wolfgang Tillmanns in der Galerie Buchholz.

3. Mein Geheimtipp in Sachen junge Kunst entdecken: Die Fotokünstlerin Helena Petersen, die auch bei mir mit beeindruckenden
Arbeiten vertreten ist, öffnet am Sonntag von 12 bis 15 Uhr ihr Kreuzberger
Atelier für die Öffentlichkeit.“

Welchen auf dem Gallery Weekend vertretenen neuen Künstler findest
du derzeit besonders spannend?

„Julius von Bismarck in der Galerie Alexander Levy!“

Und in welche Szene-Bar geht man am besten während des
diesjährigen Gallery Weekends?

„Ich gehe gerne in die Bar 3, in Berlin Mitte – und das
nicht nur am Gallery Weekend.“

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