Foto: City of Vancouver Archives – Flickr – CC BY 2.0

Wie erfolgreiche Frauen in den Tag starten

Gibt es ein Geheimrezept, um erfolgreich in den Tag zu starten? Elf Frauen, die uns inspirieren, haben uns ihre kleinen Rituale und Gewohnheiten verraten, die für sie einen guten Morgen ausmachen.

 

Ida Tin, Gründerin der Zyklus-App Clue

Foto: Clue

„Ich wache auf, sobald meine Kinder wach werden. Der erste, der bei uns wach wird, weckt den Rest der Familie auf. Dann frühstücke ich mit meinem Fünfjährigen und mache meine kleine Tochter fertig für den Tag. Ihr Vater geht mit ihr im Anschluss ins Büro. Ich habe dann mit meinem Sohn ein wenig Zeit, bis er in den Kindergarten muss. Ich dusche, ziehe mich an und mache viele andere alltägliche Dinge dazwischen. 

Das nächste ist dann der Blick in mein E-Mail-Postfach und meine Slack-Channels. Das mache ich auf dem Weg zur Arbeit. Im Winter messe ich die Temperatur danach, wie viele E-Mails ich lesen kann, bis mir die Finger abfrieren. 

Ich reise viel und die meisten Morgen unterscheiden sich und sind zudem recht chaotisch. Ich brauch nicht lange fürs Fertigmachen, trage kein Makeup und gebe meiner Frisur nicht viel Beachtung. Ich besitze momentan keinen Nagellack und Dinge, die gebügelt werden müssten, gibt es momentan nicht in meinem Kleiderschrank. Ich versuche Dinge so sehr zu vereinfachen wie möglich und meine Ansprüche gering zu halten. Wenn ich pünktlich im Büro erscheine, ohne von oben bis unten mit Babynahrung vollgekleckert zu sein, war es ein guter Morgen.

Ida ist eine unserer „25 Frauen für die digitale Zukunft“ und als Gründerin von Clue eine Vorreiterin beim Thema technologiegestützte Verhütung und Familienplanung.

Sandra Runge, Rechtsanwältin, Bloggerin und Gründerin von Coworking Toddler

Foto: Malina Ebert

„Da ich zwei kleine Kinder habe, die  frühmorgens für den Tag startklar gemacht werden müssen, fange ich den Tag mit gemeinsamen Ritualen an, die Spaß machen und gleichzeitig die Kinder versorgen, zum Beispiel ein ziemliches schräges „Zahnputzlied“, dessen Text ich immer an die Tagesform der Kinder anpasse. Erst, wenn die beiden Jungs gewaschen, angezogen, satt und angeschnallt im Auto sitzen – ausstaffiert mit einer gefüllten Brotbox – fange ich an durchzuatmen. Nach dem Abschiedskuss in der Kita beginnen dann meine eigenen Morgenrituale. Ich setze mich in das Auto und drehe das Radio auf, höre Nachrichten und manchmal laut Musik. Wenn es die Zeit erlaubt, fahre ich einen kleinen Umweg über mein Lieblingscafé in der Schönhauser Allee. Dort gönne ich mir dann etwas Süßes und dazu eine starken Kaffee. Am liebsten sitze ich draußen, beobachte die vielen Leute auf der Straße und atme tief eine große Portion Berliner Luft ein. Das inspiriert mich und gibt mir positive Energie, um motiviert mit der Arbeit zu beginnen.“ 

Sandra gibt juristischen Rat rund ums Elternsein auf Smart Mama weiter und eröffnet bald mit dem Team von Coworking Toddler in Berlin einen Coworking-Space mit Kinderbetreuung.


Mirna Funk, Autorin


Foto: Mirna Funk

„Mein Wecker klingelt so gut wie jeden Morgen (auch am Wochenende) um 6:00 Uhr, dann snooze und träume ich bis halb sieben und verbringe die nächsten 30 Minuten online. Ich checke Facebook, Instagram, Twitter und meine Mails, beantworte Nachrichten und Kommentare. Mein Frühstück ist ausgiebig, die Dusche danach auch. Währenddessen denke ich nach, konstruiere Sätze im Kopf, entwickle Kapitel, zum Beispiel für den Artikel oder Text, den ich schreiben muss. Dann wird bis zum Mittagessen um 13 Uhr gearbeitet.“

Mirna hat vor Kurzem ihren ersten Roman „Winternähe“ veröffentlicht, über den sie mit uns im Interview gesprochen hat. In unserer Community findet ihr sie an dieser Stelle.

Isa Sonnenfeld, ehemals Head of Government und News bei Twitter Deutschland

Foto: privat

„Mein Morgenritual beginnt schon am Abend vorher: Ich versuche jeden Abend immer noch die wichtigsten Mails zu beantworten, gerade weil ich sehr viel mit dem Team in San Francisco arbeite. So kann ich morgens mit einem frischen Kopf in den Tag starten. Ich bin eine Frühaufsteherin (auch wenn ich den Snooze-Knopf nur bestens kenne) und ziehe mir meistens direkt nach dem Aufstehen meine Laufschuhe an und gehe so oft es geht eine große Runde im Volkspark Friedrichshain laufen. Manchmal reicht die Zeit nur, um am Wasserturm zehn mal die Treppen rauf unter runter zu laufen, aber ich brauche den Sport, um meine Gedanken auf meinen Job einzurichten. Nach dem Sport folgt ein großer Kaffee und manchmal einer diesen grünen Smoothies, mein Twitter-Feed für die wichtigsten News und die E-Mails, die über Nacht eingetrudelt sind. Dann geht’s los ins Büro oder zum ersten Termin.“

Isa tritt im Herbst eine neue Stelle an – wir sind schon sehr gespannt, was sie dann macht. Bis dahin reist sie und organisiert das Projekt Role Models.


Andrea Zach, Yogalehrerin und Business-Consultant in einer internationalen Großbank

„Mein Morgenritual hat sich während meiner dreijährigen Ausbildung zur Yogalehrerin etabliert. Ich durfte dort erleben, wie gut es mir tut und so habe ich es bis heute beibehalten. Wichtig ist zunächst, dass ich jeden Tag zur gleichen Zeit aufstehe. So empfiehlt es unter anderem die ayurvedische und damit auch die Yoga-Idee von einem gesunden Lebensstil. Rhythmus und Regelmäßigkeit sind demnach eine Basis für Gesundheit Den Tag beginne dann ich mit einer Mundspülung aus Kokosöl. Dann putze ich mir die Zähne und trinke gleich darauf ein bis zwei Gläser mindestens körperwarmes Wasser. Die brauche ich, um meinen Organismus in Schwung zu bringen für die erste Yoga-Session. Die Übungen sind mir wichtig und ich lasse sie nur in Ausnahmefällen ausfallen, weil ich mich danach erfrischt und gekräftigt fühle. Wie Yoga es vorsieht, wähle ich mein Programm abhängig von meiner aktuellen Verfassung, also mal eher erholsam, mal kräftigend. Je nachdem wieviel Zeit mir an diesem Tag zur Verfügung steht, übe ich 15 bis 90 Minuten, dusche und frühstücke dann. Dabei habe ich Phasen, in denen ich – wieder ayurvedisch inspiriert – einen Porridge bevorzuge und Phasen, in denen ich eher Vollkorn-Toast mit einer Tasse grünem Tee zu mir nehme. Ist die Zeit sehr knapp, frühstücke ich auch mal unterwegs in der Bahn, was mir definitiv nicht so guttut.“

Andrea Zach ist nicht nur Yoga-Lehrerin, sondern auch Diplom-Mathematikerin und wohnt im Schwarzwald. In der EDITION F-Community könnt ihr euch hier mit ihr vernetzen oder ihr auf Twitter folgen.

Béa Beste, Unternehmerin und Bloggerin


„Ich bin der krasseste Morgenmuffel auf Erden, mein Gehirn kommt morgens nur langsam auf Touren, richtig da ist es nach 10 Uhr. Selbst mit kleinem Kind und Top-Unternehmensberatungsjob früher, als ein früher Start gezwungenermaßen nötig war, habe ich es mir immer so eingerichtet: So lange wie möglich ausschlafen, bis zur letzten Sekunde. So wenig Bewegung wie möglich. Nur Dusche mit gut duftenden Gels als Wellness. Außer Latte Macchiato keine Nahrung. Kurze, knappe Kommunikation. Um nicht unfreundlich zu wirken, lächele ich meine Mitmenschen einfach nur nett an, will aber keine Konversation – meine Zunge ist so schwer wie die eines frisch gebackenen Abiturienten nach seiner Feier. Digitale Kommunikation ist OK: Mails, Twitter, Whatsapp. Der ideale Morgen ist für mich koffeinhaltig und digital. Dafür bin ich nachtaktiv und mein Morgen ist bereits in der Nacht (bis circa halb drei oder drei Uhr) durchorganisiert, Klamotten schon bereitgelegt, alle Aufgaben an Team und Kollegen verteilt. Meine höchste Produktivität ist so gegen 22 Uhr. Da plane ich alles durch, damit mein Morgen sanft verläuft.“

Béa bloggt auf tollabea über Bildungsthemen und auch sehr persönliche Dinge. Bei EDITION F hat sie zuletzt darüber geschrieben, warum sie Menschen von Anfang an duzt.


Anna Frost, Bloggerin & Gründerin von Fafine


Foto: Anna Frost

„Mails, Facebook und Instagram werden noch im Bett nach dem Aufwachen gecheckt. Das brauche ich zum Wachwerden. Zu einem guten Morgen gehört definitiv Kaffee und den ersten gibt es noch bevor meine Tochter morgens wach wird, den zweiten, wenn sie ihr erstes Schläfchen gegen 11:00 Uhr macht. Dann finde ich auch ein wenig Zeit für ein bisschen Yoga oder Pilates.“ 

Anna hat gerade ein neues Blog gelauncht und mit Silvia über den Neustart gesprochen.


Karla Paul, Verlagsleiterin Edel ebooks

Foto: Bob Sala

„Mein Tag beginnt eigentlich eine Stunde zu früh, um sechs
Uhr morgens, und der erste Griff geht zum iPhone. Ich überfliege mit kaum
geöffneten Augen auf dem Weg in die Küche meine sämtlichen Accounts der
sozialen Netzwerke sowie die Email-Postfächer, das sind insgesamt sieben
Stationen. Während der Tee zieht, beantworte ich die dringendsten Anfragen,
lösche, ordne und plane demnach eventuell meinen Tag neu oder anders. Inzwischen
bin ich da sehr schnell und habe somit bereits vor dem Bürostart eine
grundsätzliche Ordnung geschaffen. Die restliche Dreiviertelstunde lege ich
mich noch einmal zum Hund zurück ins Bett, trinke in Ruhe eine große Tasse Tee
(Assam mit Milch und Honig) und lese. Ein Buch. Ein Manuskript. Texte. In
Stille. Es gibt für mich kein befriedigenderes Gefühl, als den Tag mit
Literatur zu begrüßen und dafür stehe ich gern eher auf, das Lesen gibt mir
Ruhe und Kraft wie anderen Menschen die Yogastunde.“

Karla ist eine unserer 25 Frauen für die digitale Zukunft. In einem Interview mit Lisa hat sie uns mehr über ihre Arbeit erzählt. 

Camilla Rando, Gründerin des Mummy-Mag

Foto: Robert Schlesinger

„Nachdem ich meine Tochter in den Kindergarten gebracht habe, gönne ich mir erst einmal einen Moment Ruhe: Ich setze mich ins Café, trinke meinen ersten Kaffee, überfliege meine Mails und sortiere im Kopf meine To-dos und Termine, bevor es wirklich losgeht. Ich habe gemerkt, dass ich mit viel mehr Energie die Arbeit starten kann, wenn ich mir vorher kurz Zeit für mich nehme.“

Camilla Rando hat sich mit dem Mummy Mag selbstständig gemacht, nachdem sie selbst Mutter wurde. Im Interview mit uns hat sie erzählt, wie es Eltern gelingt, auch noch ein Paar zu bleiben.

Felicia Mutterer, Mitgründerin von Straight

„Schon am Morgen kommt die Journalistin in mir durch: Nach dem Aufwachen checke ich mein Handy, schalte das Inforadio ein. Nach der Dusche wechsle ich zum ARD/ZDF-Morgenmagazin und trinke dabei einen Liter Schwarztee mit Fenchel und esse Marmeladenbrot oder Müsli. Anschießend rufe ich meine Straight-Kollegin Eva Werle an für das erste Update des Tages.“

Felicia Mutterer ist Mitgründerin von Straight, einem Magazin, das sich an lesbische und queere Frauen richtet. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, mit welchen Vorurteilen homosexuelle Frauen noch zu kämpfen haben.

Mary-Ann Kwong, Unternehmensberaterin und Restaurantchefin

Foto: privat

„Der Morgen startet fast immer mit dem Griff nach meinem Handy. Nicht nur um den Wecker für weitere zehn Minuten auf „snooze zu stellen, sondern auch, um im Anschluss die ersten Mails des Tages sowie die neusten Posts auf Facebook, Instagram und so weiter zu checken. Nachdem ich so also auf dem neusten Stand bin, springe ich unter die Dusch, überlege, was ich anziehen könnte und schminke mich – ohne Makeup geht es nicht. Danach noch schnell auf einen frischen Kaffee in die Küche und los geht’s…

Mary-Ann Kwong leitet mit ihrem Mann Dennis das Dim Dum Haus, Hamburgs ältestes China-Restaurant. Unter der Woche arbeitet sie in Frankfurt als Unternehmensberaterin – und mag es, dass so keine Routine einkehrt.

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