Foto: TechCrunch I Flickr I CC BY 2.0

Die heimliche Macht der YouTube-Chefin Susan Wojcicki

Die Youtube-Chefin Susan Wojcicki ist eine der mächtigsten Frauen der Welt – und hat nichts dagegen, dass viele das nicht wissen.

 

Chefin von Youtube, Aufsichtsrätin bei Salesforce

Als bekannt wurde, dass sie die neue Chefin von YouTube werden würde, twitterte Susan Wojcicki verschmitzt: „Ich freue mich schon darauf, in Zukunft mehr Filme im Büro schauen zu können.“ Es darf bezweifelt werden, dass die 46-Jährige dafür viel Zeit gehabt hat, seit sie im Februar zur CEO der wichtigsten Videoplattform der Welt ernannt wurde – das gilt nun mehr denn je: Vor ein paar Tagen gab Salesforce bekannt, dass Wojcicki künftig im Aufsichtsrat des Unternehmens sitzen wird. Salesforce mit Hauptsitz in San Francisco ist weltweit einer der führenden Anbieter von Cloud-Computing-Lösungen für Unternehmen und wurde vom Magazin „Forbes“ zuletzt zum „innovativsten Unternehmen der Welt“ gekürt.

„Susan hat eine gesunde Respektlosigkeit gegenüber dem Unmöglichen“, sagte der Google-Gründer Larry Page, als er Wojcicki vor einigen Monaten als neue Chefin von YouTube vorstellte – die Videoplattform gehört seit 2006 zum Google-Konzern. „Forbes“ listet Wojcicki schon seit Jahren auf den vorderen Plätzen in der Rangliste der einflussreichsten Frauen der Welt. Ganz sicher hat ihr diese gesunde Respektlosigkeit bei ihrer steilen Karriere geholfen – der Anfang dieser Karriere ist mittlerweile legendär.

In ihrer Garage wurde Google erfunden

Angefangen hat alles in einer Garage im Jahr 1998. Damals vermieteten Wojcicki und ihr Mann den beiden Computer-Nerds Larry Page und Sergej Brin für 1.700 Dollar im Monat die Garage ihres Hauses in Menlo Park, das sie sich gerade für 600.000 Dollar gekauft hatten. Dort arbeiteten Brin und Page an ihrer Idee für eine neuartige Suchmaschine. Der Grundstein war gelegt für ein Unternehmen, das später zu einem der mächtigsten der Welt werden sollte: Google. Die Harvard-Absolventin Wojcicki gehörte 1999 zu den ersten Mitarbeitern des frisch gegründeten Unternehmens, ihre Personalnummer ist die 16. Mehr als zehn Jahre leitete sie die Werbeabteilung von Google, wo sie zuletzt Milliardenetats verwaltete.

In Interviews wirkt sie taff und dabei charmant, zupackend und gleichzeitig empathisch – Lieblingsthema vieler Medien ist immer wieder die Frage, wie sie es schafft, ihr Privatleben mit ihrer Führungsposition zu vereinbaren – Wojcicki hat vier Kinder und erwartet am Weihnachtstag ihr fünftes. Insofern gilt sie vielen Beobachtern auch als eine Art „Role Model“ – von ihr werden Impulse erwartet bei den Themen Familienfreundlichkeit von Unternehmen und Förderung von Mädchen und Frauen im Technologiesektor. Schon bei Google setzte sie sich dafür ein, mehr Frauen einzustellen, der Anteil liegt heute immerhin bei 30 Prozent. Google und YouTube bieten für amerikanische Verhältnisse großzügige Regelungen für Eltern, etwa die Möglichkeit zu flexiblen Arbeitszeiten und bezahlten Elternurlaub.

Eines ihrer Projekte bei Google war „Made with Code“, eine Initiative, die Mädchen für das Programmieren begeistern soll. „Jobs im Technologiebereich sind kreativ und wirklich sozial – und für unsere Gesellschaft wird es problematisch, wenn wir immer mehr Technologie-Jobs zu besetzen haben und zu wenig Frauen, die das machen wollen“, sagte sie in einem Interview mit Maria Shriver für NBC – darin berichtete sie auch, dass ihre Mutterrolle ihr wichtige Perspektiven für den Job liefere: „Es ist tatsächlich so: Ich muss ganz einfach zu einer bestimmten Zeit zu Hause sein, ich habe nur eine begrenzte Stundenzahl pro Tag, um mein Pensum zu schaffen – und das zwingt mich, Prioritäten zu setzen.“

Bei YouTube, das von einer Milliarde Menschen genutzt wird und wo jede Minute 300 Stunden Videomaterial eingestellt werden, gibt es jede Menge zu tun. Aktuelle Projekte sind ein kostenpflichtiger Zugang zur Plattform ohne Werbung und ein eigener Musik-Streaming-Dienst. Man darf davon ausgehen, dass YouTube im neuen Jahr nur ein paar Wochen ohne die Chefin auskommen muss.

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