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Warum Bitcoin das Leben von Millionen Frauen verändern kann

Bitcoin ist eine Chance für Millionen von Frauen auf der ganzen Welt, ein autonomes und sicheres Leben zu führen. Fortunalista erklärt anhand von konkreten Beispielen warum das so ist.

 

Bit … was?

Seit ein paar Wochen kann man kaum noch die Zeitung aufschlagen oder im Internet surfen, ohne auf diese sieben Buchstaben zu stoßen: BITCOIN. Und dann folgen meistens entweder lauter Kurszahlen oder Kommentare von Menschen, die behaupten, mit Bitcoin würden Leute Drogen und Prostituierte kaufen, Geldwäsche betreiben und was weiß ich nicht alles. Was der Bauer nicht kennt, isst er eben nicht. Und vor Dingen, die man nicht versteht, haben wir Menschen Angst. Ist nun mal so.

Dabei können der Bitcoin und die Technologie, die dahinter steht, vor allem das Leben von Frauen auf der ganzen Welt verändern!

Bitcoin: Worum gehts genau?

Die Kryptowährung (= digitales Zahlungsmittel) ist 2008 entstanden, sozusagen als Antwort auf die sich seit 2007 entwickelnde Finanzkrise. Vielleicht erinnerst du dich noch: Bänker haben mit Geld wild herumspekuliert, um ihre Taschen zu füllen: Die Krise ist durch „menschliche Taten und Tatenlosigkeit verursacht worden“. Ihre Ursachen seien ein „enormes Versagen“ von Regierung und Finanzaufsicht“ sowie ein „rücksichtsloses Risikomanagement“ der Geldindustrie gewesen, so der ehemalige US-Notenbankchef Ben Bernanke.

Ein paar Leute hatten genug davon und dachten sich, dass es doch eine Möglichkeit geben müsse, dass Banken und ihre Mitarbeiter sich nicht mehr ihre eigenen Taschen auf Kosten des Staates und anderer Menschen füllen, und programmierten den Bitcoin.

Wie funktioniert die Blockchain?

Vermutlich hast du dein Geld „sicher“ auf einem Konto bei der Bank deines Vertrauens liegen, oder? Und jedes Mal, wenn du bei Zara deine EC-Karte zückst, wird dein Geld direkt auf das Konto von Zara gutgeschrieben und du gehst unbeschwert mit deinen Einkäufen nach Hause. Total easy! Aber: Jedes Mal, wenn du deine EC- oder Kreditkarte zückst, zahlst du nicht direkt das Geld an Zara. Zwischen dir und der Kassiererin, steht immer die Bank. Sie kontrolliert, was du wo kaufst und ob du genug Geld auf dem Konto hast zum Kaufen.

Eigentlich gar nicht so schlimm, solange das immer funktioniert. Vielleicht ist es dir aber sogar schon einmal passiert, dass deine Karte im Urlaub vorübergehend gesperrt wurde. Natürlich nur zu deiner Sicherheit, aber damit siehst du: Auch wenn du es jetzt noch denkst, nicht du hast die Macht über dein Geld auf der Bank, sondern deine Bank.

„Wir haben dein Geld!“

Falls sich das für dich nach Verschwörungstheorie anhört, dann erinnere ich an dieser Stelle nur allzu gern an die vielen griechischen Rentner, die vor ein paar Jahren an den Geldautomaten Schlange standen und feststellen mussten, dass sie nicht an ihr Geld rankommen. Ich hatte damals furchtbar großes Mitleid, als ich die Verzweiflung dieser Menschen im Fernsehen gesehen habe. Sie hatten ja Geld, dass sie ihr Leben lang gespart hatten, aber sie kamen einfach nicht an ihr eigenes Geld heran.

Bei der Blockchain passiert dies alles nicht. Du hast immer die volle Kontrolle über dein Geld. Denn durch die Blockchain liegt dein Geld nicht zentral bei einer Bank – es ist im gesamten Internet hinterlegt, auf der Blockchain, die so etwas wie eine dezentrale Datenbank ist. Niemand kann dir verwehren an dein Geld zu kommen. Alles, was du brauchst, um damit zu bezahlen ist ein Smartphone und WLAN.

Warum kann der Bitcoin das Leben von Millionen Frauen verändern?

Allein in Europa leben 58 Millionen Menschen über 15 Jahre, so schätzen Fachleute der Brüsseler Behörde, ohne eigenen Bankzugang. Das ist so, als müsste ganz Italien auf Geld verzichten. Auf der ganzen Welt sind es sogar eine Milliarde Menschen, die vom Finanzsektor vollkommen abgeschieden sind. Und die meisten davon sind Frauen.

Fall1: Bloggerin in Saudi-Arbabien

Werfen wir mal einen Blick auf Saudi-Arabien: Ohne schriftliche Zustimmung eines männlichen Vormunds, egal ob Ehemann, Bruder oder Onkel, dürfen Frauen weder reisen, noch arbeiten oder ein eigenes Bankkonto eröffnen. Die Folge ist, dass die weibliche Beschäftigungsquote unter 20 Prozent liegt. Oder anders gesagt: Frauen sind von ihrem Vater oder Mann vollkommen abhängig. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Frauen, die versuchen aus diesem Käfig auszubrechen und dafür auch bereit sind, Risiken auf sich zu nehmen. Auch wenn sie damit sogar mit dem Tod bezahlen müssen.

Mal angenommen eine Frau in Saudi-Arabien, schreibt einen Blog und hat eine Idee, wie sie damit Geld verdienen kann. Mit Kryptowährung wie Bitcoin oder Monero kann sie ohne Angst um ihr Leben, anonym Geld für ihren Blog verlangen und sich ein selbstständiges Leben in Unabhängigkeit aufbauen. Begeisterte Leser könnten ihr für jeden Artikel einen kleinen Betrag überweisen und alles, was sie dafür braucht, ist ihr Handy.

Fall 2: Junge Mutter in Bangladesch

Über 30 Millionen Menschen in Bangladesch sind purer Armut ausgesetzt. Die Regierung des Landes tut zu wenig, um dies zu ändern. Immer mehr Menschen gelingt es aus eigener Motivation heraus, sich unter größter Anstrengung aus der Armut herauszuarbeiten. Meist ist es so, dass die jungen Familienväter in reichere Länder gehen, um dort zu arbeiten und das Geld regelmäßig nach Hause zu ihrer Familie zu schicken. Oft gehen die Briefumschläge mit dem Monatslohn auf dem postalischen Weg verloren oder kommen nur viele Wochen später an. Es ist aber für die Hinterbliebenen zuhause die einzige Möglichkeit, überhaupt an etwas Geld zu kommen.

Wer schon einmal in einem sehr armen Land war, weiß, dass trotz großer Armut eine große Smartphone-Dichte in armen Ländern herrscht. Ich selbst habe mitten im Himalaja in Nepal Menschen getroffen, die trotz bitterster Armut Internet und ein Smartphone hatten. Es ist numal die einzige Verbindung in die Außenwelt. Auch in Bangladesch nimmt die Mobilfunkdichte rasch zu: Ende 2014 gab es rund 120 Mio. Nutzer und die Anzahl der mobilen Internetanschlüsse stieg auf 42,2 Mio. Tendenz steigend.

Wie könnte sich das Leben einer jungen Mutter in Bangladesch mit dem Bitcoin verändern? Ganz einfach: Ihr Mann nimmt in Katar, wo er gerade Wolkenkratzer baut, abends sein Handy in die Hand und schickt seiner Frau per Knopfdruck sein Gehalt, damit sie daheim Essen für die Kinder kaufen und die Arztrechnung bezahlen kann. Innerhalb weniger Minuten legt das Geld 4.000 Kilometer zurück – ohne Postboten, Diebe oder eine Bank, für die sie viele Kilometer in die nächst größere Stadt laufen muss. Einfach so, kann sie ihre Familie versorgen.

Alles nur Betrug und Zukunftsmusik?

Wenn ich im Internet immer wieder von Bankenchefs lese, die sagen, Bitcoins wären Betrug und nur Kriminelle würden Bitcoins kaufen, muss ich mittlerweile milde darüber lächeln. Natürlich würde ich auch als Bankenchef Angst haben, vor einer neuen Technologie, die nicht nur meinen eigenen Job, sondern meine gesamte Branche auf den Kopf, und sogar ihre Daseinsberechtigung in Frage stellt.

Übrigens: Falls du auch schon davon gehört hast, dass der Chef von JP Morgan, Jamie Dimon, gesagt hat, Bitcoin sei nichts als Betrug, solltest du auch wissen, dass seine Kunden mittlerweile auf Anraten der Bank, Bitcoins gekauft haben, nachdem der Kurs unter anderem durch seine heftige Aussage gefallen ist. Da frage ich mich: Wer ist hier wirklich der Betrüger?

Dieser Beitrag ist bereits auf Margarethes Blog Fortunalista erschienen. Wir freuen uns, ohn auch hier veröffentlichen zu können.

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