Foto: Julia Haupt | unsplash

12 harte Wahrheiten, die ich nach 5 Jahren im Beruf über das Erwachsensein gelernt habe

Diese Wahrheiten solltet ihr auch akzeptieren — ihr erleichtert dadurch euer Leben.

Im Leben lernt ihr nie aus

Das Erwachsensein ist mehr ein Prozess, als ein Endzustand. Dennoch ist es wichtig auch mal zu zurück zu schauen, um zu sehen was man erreicht hat. Genau das haben Pembe Bilir, Libby Kane und Samantha Lee von unserem Partner Business Insider getan. 

In den vergangenen sechs Jahren seit meinem Universitätsabschluss habe ich ein paar Dinge gelernt — ich meine natürlich nicht Sachen wie das Braten von Gemüse oder die Tatsache, dass ihr Poststellen in Größstädten auf jeden Fall vermieden solltet.

Seht sie eher als … harte Wahrheiten über das Leben.

Ich möchte damit keinesfalls behaupten, ich wüsste fast alles. Ich weiß wahrscheinlich nicht einmal, was ich alles noch nicht weiß. (Wartet auf meinen Anschlussartikel, den ich in einem Jahrzehnt veröffentlichen werde: „Alles, wovon ich mit 28 Jahren dachte, gelernt zu haben, war komplett falsch.“)

Aber auf meinem Lebensweg sind mir einige Dinge klar geworden.

1. Schüchternheit gibt es nicht

Früher habe ich mich im Unterricht niemals gemeldet, weil ich dann das Gefühl hatte, dass mich jeder anschaut. Ich war eines dieser Kinder, das die Ohren zugehalten hat, wenn andere „Happy Birthday“ sangen. Ich bin sofort rot geworden (ich werde es auch immer noch) und ich habe niemals etwas angenommen, das mir von Erwachsenen angeboten wurde, weil ich sie nicht belästigen wollte.

Ich war schüchtern.

Aber eines Tages — ich kann nicht genau sagen, wann — habe ich erkannt, dass Schüchternheit keine Entschuldigung ist, die ihr bis ins Erwachsenenalter tragen könnt. Denkt an das letzte Mal, an dem ein Bekannter ohne Gruß an euch vorbeigelaufen ist oder an das eine Mal, als ihr euch mit jemandem getroffen habt, der sich in der Gruppe nicht traut, mehr als zwei Sätze zu sagen. Denkt an die Leute, die euch nicht in die Augen schauen können oder nuscheln.

Habt ihr da gedacht: „Oh diese arme Person, er/sie ist bestimmt zu schüchtern!“ Nein, das habt ihr nicht. Ihr habt wohl eher an so etwas gedacht: „Was für ein Idiot.“

Egal wie schwer es für euch sein mag, ihr müsst euch Gedanken darüber machen, was eure Schüchternheit bei anderen auslöst und wie sie euch dadurch sehen. Irgendwann müsst ihr einfach darüber hinwegkommen.

2. Nichts wird sich ändern, wenn ihr nichts ändert

Ich sage mir das immer wieder, wenn sich eine neue Möglichkeit eröffnet: ein neues Projekt, ein neuer Job, ein neues Date oder eine neue Wohnung.

Wenn ihr eine Veränderung wollt, liegt es einzig an euch, sie herbeizuführen. Ihr könnt nicht einfach darauf warten, dass eine Änderung von alleine kommt, aber ihr werdet wahrscheinlich sehr viel Zeit damit verbringen, das zu tun — und meistens sind die Arten von Änderungen, die auf diese Weise eintreten, nicht so gut.

3. Alles ist zeitlich begrenzt

Alles ist zeitlich begrenzt. Ihr werdet nur eine bestimmte Zeit lang in diesem Alter sein, hier leben, diesen Beruf haben, mit diesem Team zusammenarbeiten, in diesem gesundheitlichen und mentalen Zustand sein.

Ihr könntet euch dazu entscheiden, das als eine schlechte Sache anzusehen (Freude ist vergänglich! Die Dinge werden nie wieder so gut sein, wie sie gerade sind!). Ich selbst finde diese zeitliche Begrenztheit aber aus zwei Gründen beruhigend.

Zum einen seid ihr viel dankbarer, wenn euch bewusst ist, dass das Leben nicht immer so schön sein wird. Und wenn ihr einmal in einer schlechten Phase des Lebens seid, wisst ihr, dass dieser Zustand nicht ewig andauern wird.

4. Lügt niemals

Habt ihr jemals ein Buch gelesen oder einen Film angeschaut? Lügt nicht. Die Wahrheit kommt immer ans Licht.

5. Wenn ihr nicht hingeht, werdet ihr auch nicht mehr eingeladen

Das Schwierigste daran, zu arbeiten, ist jeden Morgen aufzustehen und zur Arbeit zu fahren. Das Zweitschwierigste ist, Restenergie für euer Sozialleben aufzubringen.

Ich scherze natürlich etwas. Aber die Wahrheit ist, dass ihr dem Bedürfnis, euch nach der Arbeit nur auf die Couch zu legen, widerstehen müsst, wenn ihr ein gutes Sozialleben führen wollt. Wenn ihr nie auf Einladungen anderer eingeht, werden sie aufhören, euch einzuladen.

6. Wenn ihr etwas haben wollt, müsst ihr danach fragen

Es ist schrecklich, ich weiß. Ihr hättet das meinem früheren Ich ständig sagen können, ich hätte es trotzdem nicht gemacht. Was ist, wenn sie nein sagen? Was ist, wenn ich nicht bekomme, was ich will?

Das ist lächerlich. Wenn ihr nicht fragt, ist da auch kaum eine Chance, dass ihr das bekommt, was ihr wollt.

Diese Lektion habe ich vor einigen Jahren beim Lesen des Buches „I Shouldn’t Be Telling You This“ von Kate White gelernt. Das dort beschriebene Beispiel bezieht sich auf die Arbeit, es kann aber auf andere Bereiche übertragen werden. Ich habe meiner Kollegin Jacquelyn Smith davon erzählt, als sie eine Liste mit Unternehmensbüchern, die das Leben verändern, zusammengestellt hat:

In dem Buch erinnert sich White daran zurück, dass sie einmal eine Neueinstellung durchführen musste, weil in ihrem Team ein Platz frei geworden ist. Nachdem sie einen passenden Kandidaten gefunden hatte, erfuhr sie, dass eine Mitarbeiterin aufgebracht darüber war, nicht für den Job ausgewählt worden zu sein. Da hat sich Kate gefragt: „Woher hätte ich wissen sollen, dass sie diese Stelle überhaupt will? Sie hat es mir nie erzählt.“

Diese ehrliche und verwirrende Perspektive hatte einen großen Effekt auf mich — einen Menschen, der es noch nie gemocht hat, nach irgendetwas zu fragen. Einfach nur hart zu arbeiten, reicht nicht aus — wenn ihr auf der Arbeit etwas möchtet, müsst ihr danach fragen. Wie soll euer Chef das sonst wissen?

7. Andere Leute beachten euch nicht so genau, wie ihr vielleicht denkt

Und noch eine Anekdote:

Eine Kollegin und Tischnachbarin an meinem alten Arbeitsplatz machte damals ein Experiment, für das sie einen Monat lang dieselben sechs Kleidungsstücke trug.  Etwa am 25. des Monats habe ich sie morgens gesehen und ihr ein ehrliches Kompliment zu ihrem roten Kleid gemacht.

„Machst du Witze?“ hat sie mich gefragt. „Ich habe dieses Kleid im letzten Monat bereits zehn Mal getragen.“

Mir war das gar nicht aufgefallen.

Und dieses Experiment zeigt eine Sache ganz gut: Jeder ist mit seinem eigenen Leben beschäftigt und die meiste Zeit überseht man euch deshalb.

8. Seht das Leben als Entscheidung, dann könnt ihr Schlechtes an euch ändern

Wenn ihr immer zu spät kommt, schlecht in Geographie seid oder das Smartphone nicht aus den Händen legen könnt, habe ich Neuigkeiten für euch: Das sind keine vererbbaren Charakterzüge. Das sind Dinge, die ihr entschieden habt, zu tun.

Meist ist es einfacher, Dinge an euch als Wahrheit zu akzeptieren anstatt als eine Wahl. Ich bin beispielsweise „schlecht in Mathe“. Fragt mich nach all der Hilfe, die ich nie von meinen Lehrern in Anspruch genommen habe. Aber ich hätte Nachhilfe nehmen können.

Ihr könnt das Haus 15 Minuten früher verlassen. Ihr könnt geografische Karten anschauen. Ihr könnt euer Smartphone während des Essens ausschalten.

Wenn es etwas an euch gibt, auf das ihr nicht stolz seid, könnt ihr es ändern. Ihr müsst euch einfach nur dazu entscheiden.

9. Ihr müsst euch um euch selbst kümmern

Ich habe das während meines Auslandsemesters gelernt. Nach zwei Monaten, in denen ich einfach nur Süßigkeiten gegessen und Diätcola getrunken habe, konnte ich einfach nicht herausfinden, warum es mir immer so schlecht ging.

Irgendwann habe ich aber realisiert, dass ich seit meiner Ankunft kein Stück Gemüse gegessen hatte und ich begann, Tüten voll Kopfsalat und Clementinen einzukaufen.

Das war das erste Zeichen, dass ich etwas ändern und mich mehr um mich selbst kümmern musste. Niemand wird mich füttern. Niemand wird sicherstellen, dass ich Sport treibe. Niemand wird meine Arzttermine vereinbaren.

Wenn ich es nicht selber tue, wird es niemand tun. Und in den folgenden Jahren hat sich daran nichts geändert.

10. Haltet euch an das Gesagte

Seid zu der Uhrzeit da, zu der ihr euch verabredet. Haltet euch an die Deadline, von der ihr gesagt habt, dass ihr sie einhalten werdet. Macht die Reservierung, die ihr versprochen habt, zu tätigen.

Wenn ihr eine Sache nicht machen werdet, dann behauptet auch nicht, dass ihr sie tun werdet. Es gibt nichts Schlimmeres als jemanden, der sich nicht an Gesagtes hält.

11. Freundschaften müssen gepflegt werden

Es gibt einen Grund, warum die meisten Fernsehserien über Jugendliche und deren Schulzeit sind: es ist ein erzwungener sozialer Kreis, der eure Freundschaften bestimmt. Ihr werdet das später wahrscheinlich nie wieder so erleben. Universitäten zum Beispiel sind groß und wenn jeder an eurem Arbeitsplatz schrecklich ist, könnt ihr gehen.

Wenn ihr eine Freundschaft halten wollt, müsst ihr euch anstrengen. Ihr müsst euch gegenseitig Nachrichten schicken. Ihr müsst auf Partys gehen. Ihr müsst euch verabreden.

Vor allem, wenn eure Freunde nicht in der Nähe wohnen — eine Situation, die nach dem Verlassen der Schule sehr wahrscheinlich auftreten wird — ihr müsst euch darum bemühen, eure alten Freundschaften zu erhalten und neue zu schließen.

12. Der erste Schritt jeder Tat ist der Anfang

Der Gang ins Fitnessstudio veranlasst den Gang ins Fitnessstudio. Das Reisen veranlasst Reisen. Das Geldsparen veranlasst Geldsparen.

Der schwierigste Teil jeder guten Gewohnheit ist, anzufangen. Wenn ihr erst einmal angefangen habt, ist der Rest viel einfacher.

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