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Was sich richtig lohnt: Führungsskills schon lernen, bevor ihr Chef werdet!

Es lohnt sich, gewisse Führungsskills aufzubauen, auch wenn man die Karriereleiter noch nicht bis oben erklommen hat. Warum und wie man das ganz einfach macht, sagen wir euch.

 

Warum sollte ich denn schon Führungsskills entwickeln?

Führungsskills sind eine gute Sache, ganz gleich, wo man
sich aktuell auf der Karriereleiter verortet. Warum das so ist? Nun, auch wenn
auf der Visitenkarte eine andere Position steht, kommt jeder früher oder später
mal in die Situation Chef oder Chefin zu sein – und sei es nur für einen Tag
oder eine Woche. Schnell hat man mal ein Projekt zu verantworten, die Oberhand
über einen Teilbereich oder soll sich überlegen, welche Teamzusammenstellung
die beste ist. Dazu
muss man nicht in der oberen Etage arbeiten, das ist Alltag. Ganz besonders in
kleinen Unternehmen oder Startups.

Und das ist nicht nur gut, weil Herausforderungen einen
stärker machen, sondern auch verdammt wichtig. Denn wer sich nie in dieser
Rolle ausprobieren und beweisen konnte, weiß auch nicht, ob sie zu einem passt.
Es muss ja nicht jede Chefin werden, ausprobieren sollte man die großen Schuhe
aber allemal. Und überhaupt: Manchmal kann ein Angebot schneller reinflattern als man denkt – und dann wäre man doch gerne etwas vorbereitet, oder?

Welche Führungsskills sind denn besonders wichtig, und wie
kann man sie sich aneignen, auch wenn man gerade erst ein paar Stufen des
Treppchen erklommen hat? Das hat Tiffany Pham für The Muse aufgeschrieben.
Spannender Input, den wir uns angesehen haben.

1. Schritt eins: Nimm dich unter die Lupe

Um die eigenen Führungsfähigkeiten zu verbessern, sollte man
erst einmal herausfinden, in welche Richtung es gehen soll. Und das bedeutet,
sich mit ein paar Fragen an sich selbst klar zu machen, welchen Führungsstil
man gerne vertreten möchte. Was hat dir an deinen bisherigen Chefs und
Chefinnen gut gefallen, was hat dich weitergebracht und was nicht? Holst du dir
gerne die Meinung anderer bei wichtigen Entscheidungen ein? Sagst du lieber,
was die anderen zu tun haben und welche Ziele dabei essentiell sind? Arbeitest
du besser mit flachen oder klar definierten Hierarchiestrukturen? Arbeitest du lieber mit Visionen oder klaren Zahlen?

Die Antworten auf diese Fragen werden dich ganz entscheidend
darin weiterbringen, welchen Führungsstil du gerne für dich entwickeln würdest
und was dir noch fehlt, um das auch umsetzen zu können. Wenn du dir unsicher bist, dann hol deine
Freunde mit ins Boot und sprich mit ihnen über mögliche Führungsstile – in
diesem Gespräch wird man schnell erkennen, wo es für einen selbst
hingehen soll. Und ganz wichtig: auch warum.

2. Schreib in dein Tagebuch!

Du fragst dich, was ein Tagebuch mit deiner Karriere zu tun
haben sollte? Nun, jede Menge – aber nur, wenn du tatsächlich ein Karriere-Tagebuch
anlegst, das ausschließlich dein Jobleben behandelt. Wichtig ist dabei eine tägliche
Routine, die allerdings auch nur ein paar Minuten benötigt. Setz dich abends
für fünf Minuten hin und überlege dir, was an dem Tag gut lief und was nicht
ganz so optimal. Hättest du in einer Situation anders reagieren sollen? Und
wenn ja, wie? Wäre der Tag leichter gelaufen, wenn du bestimmte Fragen,
Aufgaben oder Feedback anders kommuniziert hättest? Aber auch: was haben du und
dein Team heute erreicht? Worauf arbeitet ihr auf längere Sicht hin und welche
Teilschritte waren dazu heute nötig? Oder: Habe ich mich in meinen Aufgaben
heute vielleicht komplett verzettelt, was den Zeitplan angeht? Warum ist das
passiert?

Um in Stimmung zu kommen, kann man auch erst einmal die Antworten auf
die oben genannten Fragen in das Büchlein eintragen und sich so langsam in das
Tagebuch-Thema einfuchsen.

3. Finde das Thema, für das du echte Leidenschaft hast

Das kennt man ja selber: Am liebsten und leichtesten
arbeitet es sich mit Chefs und Chefinnen, die eine wirkliche Leidenschaft für
ihren Job und das Thema haben. Denn sie schaffen es, täglich zu motivieren und
inspirieren – und das ist nun einmal die halbe Miete. Eben deshalb, solltest
auch du den Bereich finden, für den du eine echte Passion hast. Du bist dir unsicher? Dann frage dich, was
du in deinem aktuellen Job wirklich gerne machst: Ist es die Kommunikation nach
innen und außen? Sind es die Zahlen? Ist es ein bestimmter Kunde oder die
Konzeptarbeit? Nur, wer tut was er liebt und das auch nach außen zeigen kann, wird
andere mitreißen können. Also sei hier
genau und ehrlich mit dir selbst, denn Leidenschaft lässt sich nicht
vortäuschen.

4. Kommunikation ist King

Auch wenn Kommunikation definitiv und in jedem Lebensbereich
King ist, ist es doch immer wieder erstaunlich, dass viele Führungskräfte
gar nicht mal so gut darin sind. Daran sollte sich aber wirklich niemand ein
Beispiel nehmen, denn wer gut kommunizieren kann, vermeidet Dissonanzen, Fehler
und kommt schneller (mit seinem Team) ans Ziel. Wie also vorgehen? Beginnen
kann man damit, dass man seine eigene Kommunikation über den Tag mit
Kollegen, Kunden und Partnern mal genauer untersucht. Bist du an einem Punkt
nicht weitergekommen? Gab es vielleicht auch für dich Probleme, zu verstehen,
was deine Kollegen von dir erwartet haben? Wieso war das so?

Super sind aber auch regelmäßige, kurze Meetings mit dem
Team zu einem bestimmten Projekt, so dass die Kommunikationskette gar nicht
erst abreißen kann. Untersuche auch mögliche Situationen, in denen du dich
unsicher fühlst (das Sprechen im Meeting, wichtige Telefonate, ein Vortrag) und
frage dich, warum das so ist. Es lohnt sich, denn wer gut kommunizieren
kann, wird immer im Vorteil sein.

5. Chef sein – nicht nur im Job

Und damit ist nun nicht gemeint, gleich die Führung in
jedem privaten, sozialen Gefüge zu übernehmen. Nein, viel besser eignet sich
für den Ausbau der eigenen Führungsskills außerhalb des Büros etwa, in der
Organisation einer kleinen, sozialen Initiativen mitzuwirken oder vielleicht
sogar selbst eine zu gründen. Was brauchen wir, wer macht mit, wie viele
Menschen benötigt es dazu und wo bekommen wir die her? Hier muss man sich auch
schnell in Budgetierung und einem sicheren Zeitmanagement beweisen. Wer das
unter einen Hut bringen kann, der hat schon einiges auf dem Kasten.

6. Lerne, gute Teams zusammenzustellen

Das ist wirklich einer der essentiellsten Aufgaben, die man
als Chef oder Chefin können muss. Denn auch jede Führungsperson ist letztlich
nur so gut, wie das Team, welches sie leitet. Denn: Im Alleingang schafft man da draußen
nichts. Wichtig hierfür ist Empathie und eine gute Beobachtungsgabe. Also schau
dir deine Kollegen und Kolleginnen mal genauer an: Was macht sie aus, worin gehen sie auf, was
können sie besonders gut und wo liegen ihre Schwächen? Ein gutes Team muss sich
wie ein Puzzle zusammensetzen und sich ergänzen – denn niemand ist eine eierlegende
Wollmilchsau. Schau dir auch die Dynamik im Team an: Wer kann besonders gut
miteinander und bei welchen Parteien bringt es einfach nichts, sie gemeinsam an
eine Aufgabe zu setzen? Und wer ein gutes Team zusammenstellt, sollte auch
immer mitdenken, wo die eigenen Stärken und Defizite liegen.

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