Foto: Will van Wingerden

Warum wir heute schon anfangen sollten, unser „Future Me“ zu sein

Wir alle haben Pläne und Träume – aber die erfüllen sich eben nicht von ganz alleine. Und genau deshalb ist es wichtig, sich schon heute zu überlegen, wer man morgen sein will – um dann auch wirklich dort anzukommen.

 

Warum die Zukunft schon heute beginnen muss

Ach, ein Partner wäre ganz schön, eine Karriere bei XY auch
oder ein eigenes Unternehmen, und… Ja, so ungefähr klingt das, wenn unsere
heimlichen Träume uns zwischendurch auf die Schulter klopfen, um mal wieder
Hallo zu sagen – und zu fragen, wann es denn jetzt endlich losgeht. Und dann
zuckt man die Schulter, schiebt sie wieder ins Gedankenkistchen und sagt:
Irgendwann wird das schon kommen – wenn das und das und das passiert und wenn
die Umstände stimmen und so weiter und so fort. Außerdem warten jetzt schon
wieder die To-Dos des Alltages und einkaufen wollte man ja auch noch gehen.
Jap, so ist das. Und dann wundert man sich ein paar Jahre später, dass die
Wünsche sich noch gar nicht erfüllt haben und warum man immer noch wartet, dass man endlich abgeholt wird.

Aber die Sache ist die: Es wird dich niemand abholen – schon
gar nicht, wenn du es noch nicht einmal schaffst, wenigstens den Daumen rauszuhalten
um zu signalisieren, dass du irgendwohin willst.

Wieso sollte deine Zukunft anders aussehen als deine Gegenwart, wenn du nichts änderst?

Wieso sollte deine
Zukunft in ganz wesentlichen Dingen anders aussehen als deine Gegenwart – wenn
du dich immer gleich verhältst, die gleichen Dinge tust und wie ein Reh
unbeweglich in den Lichtkegel Zukunft starrst, und sie einfach nur auf dich
zukommen lässt? Du bist noch nicht bereit und brauchst nur noch etwas Zeit? OK,
aber wofür eigentlich? Um in deiner Komfortzone noch mal ein Nickerchen zu
machen und dann neidisch auf alle zu starren, die sich dort draußen tummeln und
ihr Leben entscheidend voranbringen? Nein, so läuft das einfach nicht. Denn
Wünsche und Träume erfüllen sich nicht aus dem Nichts, dafür muss man auch ein
bisschen was tun. Und genau deshalb sollten wir alle auch heute schon damit
beginnen, das „Future Me“ zu sein, wie
es Peter Bregman bei HBR.org nennt, das wir morgen sein wollen.

Aber wie soll das gehen? Schließlich soll man ja auch den
Augenblick leben – und hey, wir alle müssen uns eben auch um das Leben kümmern,
das wir ganz aktuell, heute und hier, leben. Und jetzt sollen wir uns auch noch
um unser zukünftiges Ich kümmern? Puh. Aber keine Sorge, so schwer, wie sich
das gerade anhört, ist das gar nicht.

Erste Regel: Nur weil ihr durch den Tag hastet, seid ihr
noch lange nicht produktiv

Kennen wir alle: Man rennt man durch den Alltag, hastet
dieser Aufgabe und jener hinterher, hat noch ein Meeting, überlegt, was man noch
im Kühlschrank hat und  dann muss man ja schon
los zur Kita und das Treffen mit Freundin XY sollte doch eigentlich auch noch
heute stattfinden. Und schon ist eine weitere Woche vergangen, ohne dass man
endlich mal die Steuer erledigt hat, die eigentlich ganz oben auf der Liste
stand, oder mit dem Meditationsprogramm begonnen hat, obwohl man doch endlich mal wieder bei sich sein wollte. Und genau dieses Beispiel zeigt, dass viel um die Ohren zu haben nicht dasselbe ist, wie produktiv zu sein. Und dass es in unserem Alltag meist
um sehr viele Dinge geht, aber das sind oftmals nicht wir selbst.

Um also nicht nur gestresst durchs Leben zu rennen, sondern auch
wirklich Dinge zu erledigen und umzusetzen, die einem am Herzen liegen, sollte man
sich drei Fragen stellen:

1. Wer will ich sein?

2. Wo will ich hin?

3. Und was ist dafür nötig?

Schon klar, ihr könnt nicht alles, was ihr dafür umsetzen
müsst, gleich heut erledigen. Aber die Sache ist die: Wie wollt ihr weiterkommen,
wenn ihr nicht mal ein oder zwei der Dinge angeht, die für die Umsetzung eurer
Träume notwendig sind? Eben. Die Hauptsache ist: Legt los! Das Tempo bestimmt
ihr dabei selbst.

Wer weiterkommen will, darf sich vor dem ersten Schritt nicht scheuen

Du willst ein Buch schreiben? Dann beginne nun jeden Tag
wenigstens mit einer Zeile – und die muss noch nicht mal etwas mit einem
späteren Roman zu tun haben, sondern soll das Schreiben einfach zum festen Bestandteil deines Lebens machen. Du willst Chefin werden? Dann schau dir bei deinen
Vorgesetzten ab, was dafür notwendig ist und integriere ein paar von den
Verhaltensweisen in deinem Alltag oder beginne damit, Verantwortung auch an
Stellen zu übernehmen, die dir nicht explizit aufgetragen worden sind. Du
willst gesünder essen? Dann mache den „Apple a day“ doch endlich wahr. Du willst eine Beziehung? Dann hör auf, in U-Bahnen immer reflexhaft auf dein Smartphone zu starren!

Die Sache ist die: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und um
übermorgen einen großen Sprung gemacht zu haben, muss man eben heute schon ein
paar Schritte gehen. Die große Kunst ist nicht gleich aufzugeben, wenn
man nicht unmittelbar einen Effekt spürt und sich so unproduktiver vorkommt,
als wenn man stur handelt, wie man es eben schon die ganze Zeit getan hat.
Veränderungen sind unbequem, und am unbequemsten sind sie eben dann, wenn sie
viel Arbeit bedeuten und einen langen Atem.

Und ja, manchmal bedeutet sich für
seine Zukunft zu engagieren eben auch, dass mal ein paar Dinge in der Gegenwart
etwas länger liegen bleiben als gewöhnlich. Aber hey, sind wir mit diesen
Aufgaben nicht vor allem so gewissenhaft, um uns nicht den Dingen zu widmen,
die uns ziemlich viel Respekt einflößen? Weil sie ziemlich wichtig sind –
viel wichtiger als ein leeres Postfach? Seht ihr.

Also habt Mut und stellt euch dem Prozess. Denn die Aussicht
auf ein Future-Me, das die Träume lebt, die wir heute haben, ist definitiv ein wenig Mühe wert.

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