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In diesen Situationen verkauft ihr euch im Job unter Wert, ohne es zu merken

Wir alle wollen uns im Job von unserer besten Seite zeigen und eben auch, was wir drauf haben. Doch nicht immer gelingt das – und manchmal merken wir es nicht einmal. Das muss jetzt aufhören.

 

„Danke, aber soo gut war das jetzt auch nicht!“ 

„Super Präsentation, das hast du echt gut aufbereitet!“,
sagte eine Kollegin zu mir. Und statt breit zu grinsen und zu sagen „Yeah,
danke!“ und mir selbst auf die Schulter zu klopfen, weil ich eine coole Sau
bin, sagte ich: „Äh,
ja, danke – ich war mir gar nicht so sicher, ob das wirklich gut ist. Aber ich
hatte auch gar nicht so viel Zeit.“ Vorhang zu, Abgang, Vollidiot. Was war das
denn?

Und das auch noch, obwohl ich mich eigentlich als selbstbewussten
Menschen bezeichnen würde. Vielleicht bin ich also zu ehrenhaft, um mich mit
Federn zu schmücken, die mir nicht zustehen? Nun ja, das – oder vielleicht bin ich in diesen
Momenten eben doch nicht so selbstbewusst, wie ich dachte. Was ist das nur, dass viele von uns sich dauernd unter Wert
zu verkaufen? Oder ein Kompliment ohne weiteren Kommentar nicht annehmen können?

Wie wollen wir uns von unserer besten
Seite zeigen, wenn wir sie gleich wieder relativieren, sobald die jemand sieht? Oder sie sogar komplett verneinen? Wieso stellen wir unser Licht
ungefragt unter den Scheffel – und merken das manchmal sogar nicht einmal mehr, weil es uns so in Fleisch und Blut übergegangen ist? 

Das muss aufhören, wenn man im Job weiterkommen will – denn niemand
will eine Führungsperson über sich sitzen haben, die bei einer gut gemeisterten
Aufgabe gleich rumstottert, dass ihr diese Ehre ja gar nicht gebühre. Wirklich
nicht? Dann mach Platz für jemanden, dem sie gebührt! In welchen Situationen
wir besonders dazu neigen und was man ändern kann, hat Kat Boogard hat für The
Muse
aufgeschrieben. Wir haben uns das mal angesehen.

  

5 Situationen, in denen man sich ungewollt unter Wert verkauft

1. Wenn man zu neuen Herausforderungen viel zu oft nein sagt

Ja, ins kalte Wasser springen ist hart. Und ja, manchmal
muss man da auch wieder raus und es wartet nicht sofort jemand mit einem
warmen, trockenen Handtuch, um dein gewagtes, aber gescheitertes Experiment
wieder in Ordnung zu bringen. Aber auch das gehört im Leben eben dazu. Und
manchmal schafft man es ja auch, sich warm zu schwimmen. Trotzdem trauen sich das viele deutlich zu selten. Entweder aus einer echten Angst vor dem Ungewissen oder aber schlicht aus purer Gewohnheit.
„Wie, das
soll ich jetzt machen? Aber wieso, das mache ich doch nie!“ Exakt.

Aber willst
du wirklich die sein, die nie über ihren Schatten springt? Die nichts wagen
kann? Ist doch Quatsch. Wer wachsen will, muss sich auch mal etwas stellen,
das man bisher noch nie gemacht, gesagt, getan hat. Und das kann schon ganz im
Kleinen anfangen. Etwa, in dem man sich
vornimmt, im nächsten Monat zu allem ja zu sagen, zu dem man sonst aus
Bequemlichkeit nein sagen würde. Mal sehen was passiert – aufregend wird’s auf
jeden Fall. Und so ein paar Abenteuer im Alltag können wir doch alle
gebrauchen.

2. Wenn du deine eigenen Errungenschaften runterspielst

Mein eigenes Erlebnis zu Beginn des Textes zeigt es ja deutlich: Es ist
einfach nur dämlich, seine eigenen Erfolge runterzuspielen. Denn wie sehr
ärgern wir uns, wenn wir wissen, dass wir eine super Performance hingelegt
haben – und die wird dann von jemand anderes schlecht gemacht. Wie viel Sinn
macht es also, selbst dieser andere zu sein? Richtig, gar keinen. Auch wenn es
wahrscheinlich ein ganz natürlich Impuls ist, denn die meisten von uns wollen nicht die Person
sein, die sich zu sehr an sich selbst erfreut. Aber zwischen: Ich kann nichts
und ich kann alles, liegt ein verdammt weites Feld – und das kann man durchaus
bespielen, ohne zum arroganten Egozentriker zu werden. Nimm also die nächsten
Komplimente einfach mal an und widerstehe dem Wunsch, gleich etwas hinterherzuschieben,
dass das Gesagte schmälert. Das ist am Anfang gar nicht so leicht, aber
irgendwann geht es in Fleisch und Blut über – versprochen.

3. Wenn du das „Für und Wider“ eindeutig zu oft durchspielst

Kennt ihr diese Situation, dass eure Meinung oder auch
Entscheidung gefragt ist und dann haut ihr etwas raus, weil es euch Erfahrung
und/oder Bauchgefühl sagen, doch auf einmal… „Ach nein, warte, das ist eine
furchtbare Idee!“ „Wie wäre es, wenn wir es so machen.“ „Nein, nein doch nicht,
das habe ich noch gar nicht wirklich durchdacht…“

Na klar, bei wichtigen Themen sollten Vorschläge auch zwei oder drei Mal durchdacht werden. Aber man sollte seine
Aussagen wirklich nicht dauernd selbst relativieren. Denn wie sollen andere
euch vertrauen, wenn ihr es selbst nicht könnt? Setzt doch lieber ein: „Mein
erster Gedanke dazu wäre, …“ davor. Damit zeigt ihr, dass es möglicherweise
noch Diskussionsbedarf besteht, ohne dass der Aussage gleich etwas Negatives
anhängt – nämlich eure Inkompetenz.

4. Wenn du in Gesprächen zu schnell von dir ablenkst

Tausend Mal selbst erlebt, tausend Mal als Zaungast gehört:
Man befindet sich auf einem (Netzwerk-)Event, zwei Menschen treffen aufeinander
und dann passiert das: „Und was machst du so?“ Darauf gibt das Gegenüber eine
knappe Antwort von zwei bis drei Sätzen und setzt dann zum: „Aber genug von
mir, ich habe von deinem spannenden neuen Job gehört, erzähl mal“. Zack, und
schon hat man das Gespräch von sich weggeschoben und kann sicher gehen, dass
der andere am nächsten Tag niemandem erzählen wird, wie viel spannendes wir zum
Thema XY zu erzählen hatten.

Netzwerken ist immer ein Geben und ein Nehmen und
da sollte man schon ein paar Worte zu sich sagen können. Versuch doch einfach
das nächste Mal, den Ball nicht gleich wieder abzugeben, sondern erzähle ein
wenig mehr von dem, was bei dir los ist und was sich beruflich gerade so bewegt
hat – dein Leben ist nämlich meist sehr viel spannender, als du denkst.

5. Wenn du dich einfach nicht genug ins Spiel bringst

Eigentlich wolltest du deine Chefin ja noch einmal an die
gewünschte Gehaltserhöhung erinnern – aber es passt einfach nie und sie hat ja
auch so viel um die Ohren. „Die hat das sicher noch auf dem Schirm und kommt
bald auf mich zu.“ Du hast eine super Idee, wie man das aktuelle Projekt
noch mehr pushen könnte – aber dann denkst: „ist das wirklich ein guter Plan..?“
Und wartest doch lieber noch ab. Oder wenn du endlich mit dieser neuen Sportart anfangen
willst, dir dann aber einfällt: So sportlich bist du doch gar nicht.

Tja, dann
verkaufst du dich einfach unter Wert. Es ist die eine Sache, Herausforderungen
oder neue Möglichkeiten auszuschlagen, wenn sie einem in den Weg fallen – aber
ihnen von selbst permanent aus dem Weg zu gehen, ist eine schwierige Strategie,
wenn man irgendwann woanders hinkommen will, als dahin, wo man aktuell steht.
Wenn du das nächste Mal vor einer dieser Situationen stehst, dann renn los und
wirf dich ins Geschehen. Und bevor du jetzt ein 
„Aber!“ in die Runde schmeißt, überleg dir lieber, was das Schlimmste
wäre, was passieren würde, wenn du das tust. Meist ist das nämlich nicht so
wild, wie man denkt.

Schon klar, ihr wollt nicht die Person sein, die permanent
von den eigenen Erfolgen, dem Job, dem überragenden Privatleben erzählt – und damit
anderen auf die Nerven geht. Aber wie gesagt: Zwischen „Ich bin nix“ und „Ich
bin alles“ liegt ganz viel Raum, der bespielt werden kann und soll. Nutzt das
und zeigt, wer ihr seid!

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