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„Ich mache das eigentlich nur, weil …“ – hör auf, dich für alles zu entschuldigen

Ich mache das eigentlich nur, weil … Sobald du merkst, dass du diesen Satz gerade aussprichst, solltest du mittendrin abbrechen. Denn du musst deine Entscheidungen vor niemandem rechtfertigen – weder vor dir selbst noch vor deinen Mitmenschen.

 

Sorry over sorry

Ich hatte zu Schulzeiten eine Freundin, die sich nach jedem zweiten Satz entschuldigt hat. Egal, ob es eine Bitte war, eine Frage, oder eine ganz normale Aussage – es folgte immer ein schüchternes „Sorry“. Nicht, dass ich selbst immer die Selbstsicherste gewesen wäre, aber doch hatte ich immer das Gefühl, zu ihr hingehen zu müssen, sie ganz feste zu umarmen und ihr zuzusprechen: Du. bist. wunderbar. Und du musst dich für nichts und niemanden entschuldigen

An diese Situationen musste ich in der vergangenen Zeit häufig denken. Denn gerade in meiner Phase, in der irgendwie so ziemlich jeder Mensch in seine ganz eigene Richtung steuert, Übergangslösungen sucht oder langfristige Pläne schmiedet, habe ich das Gefühl, wir müssen uns für unsere Entscheidungen rechtfertigen. Es fallen immer wieder Sätze wie: „Ja, das ist ja nicht auf ewig“ oder „Das ist nur eine Übergangslösung“, „Ich mache das jetzt erst mal ein bis zwei Jahre und dann schauen wir weiter“ oder: „Ich will die Zeit nur irgendwie überbrücken“. Und immer wieder schwingt eine leise Entschuldigung, eine minimale Rechtfertigung darin mit. 

Vor wem sollten wir uns rechtfertigen?

Ob wir uns mit solchen Aussagen vor uns selbst oder vor unseren Mitmenschen rechtfertigen, weiß ich allerdings nicht. Warum sollten wir auch? Wenn wir eine Entscheidung treffen, haben wir das schließlich aus eigener Überzeugung getan. Wir haben uns für einen Job entschieden, weil er in dem Moment genau der Richtige für uns ist. Oder wir haben einen Job abgelehnt, weil wir doch noch etwas Zeit für uns brauchen, bevor wir voll motiviert in einem neuen Job starten können. 

Sind wir mittlerweile von den Artikeln, die uns die besten Tipps geben, in der Karriere sofort durchzustarten, und von den Millennial-Gerüchten so sehr verunsichert, dass wir jede Entscheidung, jede Lücke in unserem Lebenslauf, die eben nicht diesem Bild entspricht, irgendwie rechtfertigen müssen? Alles, was aus diesem Rahmen fällt, bedarf einer Entschuldigung? What?!

Hört auf damit!

Als ich so über das ganze Entschuldigungs-Thema nachdachte, sprach mir insbesondere der Titel dieses Textes aus der Seele: „Stop making excuses for who and where you are“. Hört auf euch zu entschuldigen – weder für die Person, die ihr seid, noch für Entscheidungen, mit denen ihr euch in dem Moment wohl fühlt. Euch ist erst nach einer Pause nach dem Studium, bevor ihr euch in den Job-Dschungel begebt? Gönnt euch. Oder ihr habt kein gutes Gefühl bei dem Job und tendiert dazu das Angebot auszuschlagen? Tut es. Und nein, rechtfertigen müsst ihr euch dafür nicht. 

Nobody cares 

Wenn ihr nicht gleich das erste Angebot annehmt und hofft, noch etwas Besseres zu finden, oder erst mal auf Reisen gehen wollt, ist das weder, wie uns Millennials gerne nachgesagt wird, arrogant, sprunghaft oder eingebildet – nein, das sind einfach nur wir und unserer Wille, die richtigen Entscheidungen für uns zu treffen. Ihr solltet euch weder verbiegen oder eine Entscheidung für jemand anderes treffen noch das Gefühl haben, eure Entscheidungen in Watte packen zu müssen. Dass man sich vor der Wahl mal unsicher sein kann oder, dass ihr auch nach der finalen Entscheidung noch von Zweifeln geplagt werden könnt, ist klar. Aber habt etwas mehr Vertrauen in euch. Für den jetzigen Moment habt ihr mit Sicherheit die richtige Wahl getroffen. 

Und selbst wenn nicht: Dann wird euch euer Bauchgefühl sicherlich früh genug ein Zeichen geben und ihr habt noch immer die Chance, in eine andere Richtung zu steuern. Lasst euch nicht von Mitmenschen oder Artikeln irgendwie verunsichern. Ihr seid okay. Eure Entscheidungen sind okay. Hauptsache du bist du und nobody cares. 

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Ob in Form von Wörtern, Fotos oder Grafiken – ich liebe es, Geschichten zu erzählen. Nachdem ich genau das zwei Jahre lange als freie Journalistin gemacht habe, u.a. auch für EDITION F, verantworte ich seit September 2018 den kreativen Inhalt der Marke Kindsgut. Meine freie Zeit verbringe ich damit, vergessenen Hobbys wieder mehr Raum zu geben. Oder auch, um einfach mal im Bett liegen zu bleiben und einen guten Podcast zu hören.

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