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Wie geht gutes Krisenmanagement? Das zeigt Elon Musk in einem Brief an seine Mitarbeiter

Kann ein Chef gute Führung? Das zeigt sich in der Regel dann, wenn es nicht so gut läuft. Warum jetzt eine gute Kommunikationsstrategie zu einer Win-Win-Situation führt, zeigt ein Brief von Tesla CEO Elon Musk an sein Sales-Team.

 

Was tun, wenn Mitarbeiter die Regeln brechen?

In Unternehmen herrschen Regeln – die einen sind sinnvoll, die anderen nicht. Aber es sind eben Regeln und die können die Mitarbeiter zwar anfechten, müssen sie im Zweifel aber befolgen. Was aber, wenn sie das einfach nicht tun? Nun, dann kann das zu einem sehr ernsten Gespräch mit der Chefetage, zu Abmahnungen oder Kündigungen führen – oder aber, man spricht einfach mal mit den Leuten. Verrückte Idee, was?

Nein, eigentlich ist es ziemlich naheliegend – und gehört doch nicht zum Alltag in großen Unternehmen. Umso schöner, dass es einer der erfolgreichsten CEOs der Welt macht und damit ein schönes Zeichen setzt. Doch worum geht’s? Mitarbeiter des Elektroautoherstellers Tesla haben sich der internen Regel widersetzt, dass es bei den Verkäufen der Autos keine Verhandlungen und keine Rabatte gibt – und CEO Elon Musk antwortete darauf Ende September mit einem Brief, von dem er einen Schnappschuss auf Twitter veröffentlichte – welchen er aber später jedoch wieder löschte. CNN Money hat einen Screenshot des Briefes veröffentlicht und wir haben uns das mal angesehen.

Kommunikation ist King: Wie Elon Musk auf seine Mitarbeiter reagiert

In seinem Brief geht Musk erstmal darauf ein, dass er sieht, welch gute Arbeit die Mitarbeiter grundsätzlich leisten, um dann ganz klar und simpel zu erklären, warum es diese Regel gibt: weil er die Integrität des Unternehmens wahren will. Und wie solle das gehen, wenn einige Händler oder Prominente einen Discount bekommen, der anderen Kunden verwehrt bliebe? Das ist einerseits taktisch gut, weil gegenseitiges Verständnis immer zu einem besseren Ergebnis führt und die Bindung zu einem Unternehmen wesentlich mehr stärkt, als eine „ich sage das, also gilt es“-Attitüde und er andererseits für sich einen Punkt macht – denn damit kann in Zukunft kein Mitarbeiter mehr mit der Ausrede ankommen, dass er oder sie wegen Unklarheiten ausgeschert ist: eine klassische Win-Win-Situation.

Zudem lässt er sich nicht dazu hinreißen, das Ereignis für einen Rundumschlag über die grundsätzlichen Probleme im Unternehmen zu nutzen, sondern konzentriert sich ausschließlich auf die aktuelle Situation – und auch das schafft wieder Klarheit und lässt die Wellen nicht höher schlagen als nötig ist. Auch seine eigene Führungsverantwortung bringt der CEO mit ein und erklärt, was er strukturell ändern will, damit diese Regel nicht mehr umgangen werden kann – und holt sich damit selbst ins Boot für die gemachten Fehler, statt sich nur auf die Mitarbeiter des Sales-Teams zu fokussieren.

Und schließlich endet er den Brief, in dem er noch einmal lobende Worte für seine Mitarbeiter findet, statt mit dem erhobenen Zeigefinger aus der Situation zu gehen. Ein gelungenes Beispiel dafür, wie man Krisen managen kann: mit klaren Worten, einem Fokus auf dem Wesentlichen und Wertschätzung. Denn am Ende funktioniert auch ein so großes Unternehmen wie Tesla nur, wenn alle an einem Strang ziehen.

So simpel, so gut. Da kann sich noch so manche Führungskraft eine Scheibe abschneiden.

Hier könnt ihr den Brief im Original lesen.

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