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Diese 6 Hobbys trainieren unsere Intelligenz

Zeit für uns selbst? Die nehmen wir uns viel zu selten. Doch das ist keine gute Idee, schließlich brauchen wir alle Pausen. Und mit diesen sechs Hobbys, haben wir die nicht nur, sondern steigern zeitgleich auch unsere Intelligenz – klingt gut oder?

 

Können wir unsere Intelligenz beeinflussen?

Es ist allgemein bekannt, dass Frauen Multitalente sind. Wir machen
eigentlich alles gleichzeitig, jonglieren unseren Alltag zwischen Job, Familie,
Freunden und Selbstbestimmung und sollen dabei natürlich auch noch völlig unangestrengt aussehen. Lächeln bitte!

Um das irgendwie zu schaffen brauchen wir vor allem viel Kaffee, eine
außerordentlich gute Zeitplanung und das besondere Maß an Intelligenz, um
schnell neue Situationen zu erfassen und bestmöglich in unser Leben zu integrieren zu können.

Wir Menschen nehmen seit langer Zeit an, dass wir durch unsere Genetik ein
gewisses Potenzial an Intelligenz zugewiesen bekommen. Das heißt, es gibt einen gewissen Grad an Intelligenz, den jede Einzelne von uns erreichen kann. Forscher aus Padua (Borella, E. et al.), Zürich (von Bastiana, C.; Oberauer, K.) oder Michigan (Buschkuehl, M.; Jaeggi, S.) haben derweil bewiesen, dass man nicht mit einer angeborenen Intelligenz leben muss, man kann sie trainieren.

Intelligenz besteht aus zwei Komponenten

Die Wissenschaft geht davon aus, dass die Intelligenz zweigeteilt ist: Es
gibt zum einen die kristalline Intelligenz, zum anderen die fluide Intelligenz.
Die kristalline Intelligenz setzt sich aus den Erfahrungen, dem erlernten
Wissen und dem Gebrauch dieser zusammen. Die fluide Intelligenz dagegen
bezeichnet die Fähigkeit, sich Wissen in unbekannten Situationen und
Wissensfeldern anzueignen. Die fluide Intelligenz brauchen wir besonders dann,
wenn wir das Wissen (die kristalline Intelligenz) auf neue Sachverhalte
anwenden.

Es gibt Freizeitbeschäftigungen, die neue neuronale Verbindungen im Gehirn
entwickeln. Immer wenn man etwas Neues lernt schaltet das Gehirn neue Wege
frei. Daher ist der erste Weg für eine wirklich nützliche Freizeitbeschäftigung:
Neues Lernen. Zum Beispiel eine Sprache – aber da gibt es noch mehr, mit dem wir unsere Intelligenz beeinflussen können.

6 Hobbys, die uns schlauer machen

1. Eine Sprache lernen

Eine neue Sprache zu lernen fordert unser Gehirn und es wird besser darin, mentale Herausforderungen anzugehen. Wenn man beispielsweise mehrere
romanische Sprachen wie Englisch, Französisch oder Spanisch spricht, erkennt
man Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten von Wörtern oder Satzbau. Diese Fähigkeit 
kann das Gehirn auch auf andere Bereiche übertragen und so Probleme schneller lösen.

Wenn ein Europäer Chinesisch oder Russisch lernt, muss er ganz neue Satzzeichen und logische Strukturen erlernen, auch das lässt sich auf andere Bereiche übertragen. Außerdem handelt es sich hier nicht um umgangssprachliches „Bulimie-Lernen“: Es kommt nicht auf die kurzfristige Wiedergabe von Wissen an, das oft kurz nach der Prüfung wieder vergessen wird, sondern auf das langfristige Behalten und Verarbeiten von Wissen.

2. Meditieren

1992, vor 24 Jahren, lud der Dalai Lama den Forscher Richard Davidson zu
sich ein.
Er sollte die Gehirnströme des Dalai Lamas und der anderen Mönche
messen. Davidson veröffentlichte die Studienergebnisse 2004 im Wall Street
Journal.
Die Studie belegte, dass die Mönche während der Meditation in einem extrem konzentrierten und mitfühlenden Zustand waren. Sie impliziert, dass wir unsere Gehirnströme bis zu einem gewissen Grad kontrollieren können und uns
entscheiden können, wann wir was fühlen. 

Die Idee hinter der Meditation ist, dass das Gehirn sich weiterentwickeln und das man diese Entwicklung bewusst steuern kann. Verschiedene
Aktivitäten stimulieren verschiedene Bereiche im Hirn und durch die
Fokussierung auf bestimmte Bereiche kann der Mensch sich selbst verbessern und das maximale Potenzial auszuschöpfen.

3. Videospiele spielen

Nein, Videospiele sind nicht böse. Sie können, je nach Art des Spiels,
verschiedene kognitive Fähigkeiten trainieren. Darunter sind die Fähigkeit des
Erinnerns oder das Gedächtnis, das räumliche Bewusstsein, motorische
Fähigkeiten, strategische und manchmal soziale Fähigkeiten. Natürlich sind
42-Stunden-lange Game-Marathons nichts für das Gehirntraining. Aber 30 Minuten Videospielen am Tag kann die Bildung von grauer Materie im Gehirn erheblich fördern (Charité, 2013).

4. Lesen

Ob man eine Zeitung, Game of Thrones oder Warren Buffet liest – die
Vorteile fürs Gehirn bleiben gleich. Lesen beruhigt und senkt das Stresslevel.
Das fühlt sich für den Leser gut an, erhöht langfristig die emotionale, die
kristalline und die fluide Intelligenz. Zudem wird man sprachlich durch das
Konsumieren vieler verschiedener Wörter versierter und man trainiert das Erkennen von Mustern und Prozessen. Die Interpretation und das Kontextualisieren von Ereignissen und verschiedenen Faktoren wird ebenfalls geübt.

Achtung: Hörspiele hören ist kein Lesen. Sorry.

5. Regelmäßiger Sport

Ein gesunder Geist braucht einen gesunden Körper. Wirklich. Beim Sport wird
ein Protein (BDNF) im Körper freigesetzt, das auch das Gedächtnis, die
Lernfähigkeit, die Konzentration und das Verstehen fördert. Man nennt das auch „den mentalen Scharfsinn trainieren“. Das kann übrigens jede Art von
Sport sein, ganz gleich ob Schwimmen, Laufen, Yoga oder Segeln. Einige Sportarten haben dabei allerdings noch weitere Vorteile: Mannschaftssportarten wie Fußball, Basketball oder Volleyball fördern besonders die Koordination, die Feinmotorik und die Teamfähigkeit, Wassersportarten wie Windsurfen oder Kanu den Gleichgewichtssinn.

Es gibt nur eine Regel: regelmäßig machen.

6. Ein Musikinstrument lernen

Ein Musikinstrument zu erlernen und zu spielen ist ein Full-Brain-Workout:
Der Bereich für Motorik, jener für Visuelles und der Hörsinn arbeiten
gleichzeitig. Das Spielen eines Instrumentes unterstützt den sogenannten Corpus Callosum: Es verbindet die beiden Gehirnhälften miteinander. Durch das
Erschaffen neuer Connections durch das Musizieren wird diese Verbindung enorm gestärkt. Außerdem trainiert man die Feinmotorik, die Kreativität, analytische Fähigkeiten und manchmal sogar Mathematik. Level up!

Nehmt euch also wirklich regelmäßig ein bisschen Zeit für euch. Immer nur powern hält das Adrenalin-Level auf Dauer viel zu hoch und irgendwann ist dann die Luft raus. Hobbys, die auch noch nebenbei den Kopf fit halten, ermöglichen es euch, ohne schlechtes Gewissen einfach mal eine Pause zu machen. Pause vom An-Die-Anderen-Denken, vom Sich-Beweisen, von der Hektik und dem Stress. 

Einfach mal atmen. Und ab mit uns in den Tag – und für das Wochenende planen wir dann schon mal eine dieser sechs Aktivitäten ein.


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