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Auf der Suche nach dem Traumjob: 3 Fragen, die man sich stellen sollte

Den richtigen Job für sich zu finden, kann schwer sein. Unsere Community-Autorin empfiehlt drei Fragen, die auf der Suche nach dem Traumjob helfen können.

 

„Was ich einmal werden will”

In meiner Grundschulklasse gab es unter uns Mädchen eine große Leidenschaft: Poesie-Alben. Wir tauschten die bunt bemalten Büchlein untereinander aus, schrieben Sprüche hinein und verzierten unsere Seiten mit Glitter, Tierstickern und selbstgemalten Bildern. Und dann gab es da noch die Alben, in denen wir steckbriefartig unsere Daten, Wünsche und Träume hinterlassen konnten. 

Ich erinnere mich noch genau, was ich damals in die Rubrik „Was ich einmal werden möchte” schrieb. Mein Traumjob als Neunjährige war Prinzessin. Genauer gesagt stand da in sauberster Schreibschrift einer Drittklässlerin: blonde Prinzessin. 

Nun ja, ich bin weder blond – war es auch nie – noch ist aus mir jemals eine Prinzessin geworden, was ich heute keinesfalls bereue. Die Sache mit der Berufswahl allerdings entpuppte sich als eine Herausforderung, die mich noch lange im Leben begleiten sollte.

Irgendwas mit Sprachen und Reisen …

„Und was willst du nach der Schule machen?“ Ich hasste diese Frage, die mir mit zunehmendem Alter immer häufiger gestellt wurde. Ich hatte keinen blassen Schimmer und antwortete in der Regel: „Irgendwas mit Sprachen und mit Reisen.“ Als Reaktion bekam ich dann meist noch eine Frage. Stewardess? Dolmetscherin? Viel mehr Berufe schien es für die meisten Erwachsenen in meinem Umfeld damals nicht zu geben. So kam es mir zumindest vor. Auch tagelange Recherchen im Berufsinformationszentrum des Arbeitsamtes brachten mir keine Klarheit. 

Deshalb beschloss ich zu reisen. Und ich reiste viel. In verschiedene Länder und durch unterschiedliche Berufe. Ich war Redakteurin in Budapest und Sprachlehrerin in Barcelona. Davor irgendwann einmal Studentin in Texas und zwischendurch noch Drehbuchautorin und Koordinatorin von Sprachkursen. 

Reiseziel: Traumjob

Mittlerweile bin ich in meinem Traumjob angekommen. Wie ich das geschafft habe? Durch eine meiner wichtigsten Reisen – die zu mir selbst. Ich fing an, mich wirklich ernst zu nehmen und mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Ganz ehrlich und authentisch, ohne Kleinmädchenglitter und Schönmalerei. Frei von dem was ich meinte, dass ich tun müsste, weil man es halt so macht oder weil es es gut im Lebenslauf aussieht oder weil man damit viel Geld verdient, oder, oder, oder … 

Jeder Veränderungsprozess beginnt mit Klarheit. Erst kürzlich sagte eine Klientin zu mir, dass sie in ihrem Beruf mehr oder weniger gelandet war, weil ihr damals jemand dazu geraten habe. Sie selbst war schon immer ziemlich unentschlossen gewesen und hatte dann die gut gemeinten Ratschläge aus ihrer Familie angenommen und darauf ihr Leben ausgerichtet. Mittlerweile steckt sie in einer Jobkrise. Sie ist mit ihrem Beruf unglücklich, weiß aber nicht, was sie stattdessen machen möchte. Sie denkt auch nicht, dass sie irgendwas anderes machen könnte, weil sie ja nun einmal diesen Beruf gelernt hatte. Nur über eines ist sie sich sicher: Sie muss etwas verändern!

Zu Beginn einer Umorientierung sind die meisten ziemlich orientierungslos. Sie hören nur diese innere Stimme, die immer lauter wird und ruft: Soll das jetzt alles gewesen sein? Willst du das wirklich noch die nächsten Jahre so weitermachen? Vor allem, wenn du dich nie bewusst für deinen Beruf entschieden hast und sich das alles eher irgendwie ergeben hat, ist es wichtig, dir über ein paar grundlegende Dinge Klarheit zu verschaffen.  

Was kannst du besonders gut? 

Deine Stärken: Jeder Mensch hat drei bis fünf große Stärken. Kennst du deine? Welche davon möchtest du in deinen neuen Beruf auf jeden Fall einbringen? Um herauszufinden, welche Stärken du hast, schaue einfach mal, was du in deinem Privatleben gerne machst. Davon lässt sich meist eine Stärke ableiten. Welche Rolle nimmst du in deiner Familie oder im Freund*innenkreis ein? Bist du derjenige*diejenige, die Streit schlichtet? Oder organisierst du gerne Treffen und Feiern oder Ähnliches?

Überlege dir darüber hinaus, wofür du in deinen bisherigen Jobs immer positives Feedback bekommen hast. Bei welchen Problemen kamen die Kolleg*innen gerne auf dich zu, um dich um Hilfe zu bitten? Die Antworten geben dir Hinweise darauf, wo dein Umfeld deine Stärken sieht. 

Werde aktiv 

Ich empfehle dir außerdem, die Meinung von deinen Freund*innen und Bekannten einzuholen. Schnappe dir am besten gleich dein Handy und schicke eine Nachricht an deine Kontakte. Bitte sie darum, dir zu sagen, was du ihrer Meinung nach besonders gut kannst. Du wirst überrascht sein, was da zurückkommt.  

Du kannst aber auch eine kleine Zeitreise in deine Vergangenheit machen. Überlege dir einmal, welche schwierigen Situationen du bereits gemeistert hast. Wie bist du vorgegangen? Und auf welche deiner Eigenschaften kannst du dich immer verlassen, auch wenn es mal herausfordernd wird?

Welchen Weg bist du gegangen?

Deine Interessen: Blicke zurück in deine Kindheit: Was hat dir besonders viel Spaß gemacht? Vielleicht erinnerst du dich auch noch an den einen oder anderen Kindheitstraum. Was wolltest du machen, wenn du groß bist? Unsere Träume von früher vergessen wir meist, wenn die Vernunft eintritt und wir rationale Entscheidungen treffen. Kinder jedoch leben im Hier und Jetzt und gehen ihren Interessen nach. Was war es bei dir? Denke auch an deine Hobbys.

Wenn du hier völlig auf dem Schlauch stehst, schau, ob du nicht ein paar neue Erfahrungen machen möchtest. Was wolltest du schon immer einmal ausprobieren? Manche Leidenschaften werden erst spät entdeckt. Bleibe deshalb immer offen für Neues.

Wofür stehst du morgens auf? 

Deine Motivation: Woran hängt dein Herz? Überlege, was für dich „sinnvoll” bedeutet. Welche deiner Werte möchtest du in deinem Beruf leben? Notiere die drei wichtigsten Dinge, auf die du keinesfalls verzichten möchtest. Vielleicht brauchst du die Freiheit, selbst zu entscheiden wie du arbeitest oder du blühst als Teil eines Teams erst so richtig auf. Ist es Freiheit, Zugehörigkeit, Kreativität, Geld…? Was ist es für dich?

Zum Schluss habe ich noch eine Frage an dich: Gibt es einen Job, den du auch machen würdest, ohne Geld dafür zu bekommen? Warum?

Wenn du dir die Zeit nimmst, um dich ernsthaft mit all diesen Fragen zu beschäftigen und bereit bist, sie ehrlich zu beantworten, dann kommst du deiner Vision eines erfüllten Berufslebens schon ein ganzes Stück näher.

 

Dieser Beitrag ist zuerst auf Daniela Persikes Blog erschienen. Wir freuen uns, dass sie ihn auch hier veröffentlicht.  
 

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